Samstag, 30. April 2016

Als uns der Beat erfasste (1)

The Merseys wurden vor 50 Jahren in Reutlingen gegründet, genauso wie etliche andere Reutlinger lokale "Beat"- Bands, wie sie damals genannt wurden, etwa Mitte der 60er Jahre ihre Anfänge nahmen. Harald Horrwarth hat die Idee, eine Dokumentation der Reutlinger Musikszene der 1960er Jahre zu erstellen. Diese Idee unterstützen wir gerne, indem wir in loser Folge Fotos und Erinnerungen von Harald Horrwarth auch hier im BildeRTanz teilen.
Die Ur-Merseys: Das allererste Foto von den Merseys im Februar 1966 in der Listhalle. Von links nach rechts: Peter Jell, Walter Haas, Harald Horrwarth, Mike Salvermoser. Der Herr ganz rechts in der Ecke heißt Egon und hat ab und zu ausgeholfen.

Bildertanz-Quelle: Harald Horrwarth

Reutlingen in den 20er Jahren (6): War mal, Denkmal, ist nich...

 War damals Handelskammer
 Immer noch Hermann-Kurz-Denkmal
 und immer noch Friedrich-List-Denkmal
war mal das Technikum...
Bildertanz-Quelle:Kleinfeldt

Freitag, 29. April 2016

Reutlingen in den 20er Jahren (5): Schulen, Schulen, Schulen

 Die Hermann-Kurz-Schule
Die Mädchen-Mittelschule
Die Oberrealschule
Das Gymnasium
Bildertanz-Quelle:

Donnerstag, 28. April 2016

Reutlingen in den 20er Jahren (4): Straßen, Straßen, Straßen

 Obere Kanzleistraße
 Federnseestraße
 Gerberstraße
 Pfäfflinhofstraße
 Weingärtnerstraße
Klein-Venedig: Für immer verschwunden
Bildertanz-Quelle:

Mittwoch, 27. April 2016

Reutlingen in den 20er Jahren (3): Türmchen und Törchen

 Marktplatz und Spitalhof mit Türmchen
 Nikolaikirche auch noch mit Türmchen
 Wolfgangskirche mit Spitzturm
 Eingang zum Zwiefalter Hof
 Köningerbronner Hof
Obermateistraße - rechts der Königsbronner Hof, der heute das Heimatmuseum ist
Bildertanz-Quelle:Kleinfeldt

Dienstag, 26. April 2016

Geschichtstag 26. April 1816: Der Tag, an dem Reutlingen beschloss, ganz anders zu werden...

Es war ein "revolutionärer Eingriff" in das Stadtbild, der an diesem Tag vor 200 Jahren beschlossen wurde. Niemand anders als Friedrich List, der gerne als der große Sohn der Stadt bezeichnet wird (und es natürlich auch ist), hatte als württembergischer Staatskommissar mit den städtischen Behörden über die Niederlegung der mittelalterlichen Stadtbefestigung verhandelt. Sie seien inzwischen sinnlos, erklärte er. Und außerdem seien sie dem Wachstum der Stadt hinderlich.

Bildertanz-Quelle: Bildertanz-Ausstellung in der Tiefgarage der Stadthalle

Reutlingen in den 20er Jahren (2): Marienkirche & Weibermarkt

 Der Friedrichsbrunnen
 Das Portal
 Das Kirchenschiff
 Der Taufstein
 Marienkirche von hinten gesehen
 Heute das Naturkunde-Museum
Marienkircheninneres
Bildertanz-Quelle:Kleinfeldt

Samstag, 23. April 2016

Gestern in der Stadthalle: Reutlinger Willkommenskultur für einen Migrationsforscher



Von Raimund Vollmer
(Kommentar) Er nennt sich Migrationsforscher. Er ist Professor. Er ist Doktor. Er ist Historiker. Er ist Politikberater. Er hat das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Er ist vor allem eitel. Gestern war er in Reutlingen, in der Stadthalle. Im Kleinen Saal - vollbesetzt mit Leuten, über die er nun, im Alter des wachsenden Mutes, also der Pensionierung, seinen Zorn ausschütten konnte. Es war ein ebenso heiliger wie selbstgefälliger Zorn über eine Flüchtlingspolitik, die stets das Gute will und stets das Schlechte schafft. Von Berlin aus, natürlich nicht in Reutlingen, nicht auf kommunaler Ebene. Hier wohnen die wahren Helden. 
So ließe sich weiter schwadronieren über Professor Klaus J. Bade, der die Flüchtlingskrise zur Weltkrise erhebt und überhaupt ein Meister darin ist, jene Kulisse, vor der er vor 25 Jahren sein Institut für Migrationsforschung an der Universität von Osnabrück gründete, so auszustaffieren, dass seine eigene Größe so richtig zur Geltung kommt. Osnabrück ist kein Name von Weltgeltung, fiel auch irgendwie nicht auf, wurde nicht erinnerbar erwähnt, aber Gastprofessuren in Harvard und Oxford - das waren schon Namen, die die Veranstaltung, den Veranstalter und den Redner groß machten.
Die Eröffnung machte Bürgermeister Hahn 
Die Reutlinger hingen dem Wissenschaftler jedenfalls an den Lippen und waren von der Vielfalt bewegt, in die er seine Rhetorik einbettete. Auch dem letzten Hinterbänkler wurde in dem einstündigen Referat klar, was für ein Kaliber da ins beschauliche, betuliche, gemütliche Reutlingen gekommen war. Er hatte nicht nur unerschrocken Innenministern die Meinung gesagt, sondern das auch schon vor langer, langer Zeit. Aber weder diese, noch die Bunderskanzler(in), noch ein George Troubleyou Bush wollten ihm zuhören.
Dabei hatte er immer recht behalten, wie ihm das Publikum durch kräftigen Applaus für seine von ihm zitierten Aussagen bestätigte. Jeder, der kam, um sich über die Flüchtlingsproblematik zu informieren, wusste nach dem einstündigen Vortrag, wie wichtig er war und an welchem historischen, epochalem Ereignis er teilnehmen darf. Aber der Gewinn an Handlungserkenntnis war eher gering.
Dieser Vortrag war ein weiteres Beispiel für professorale No-Brainer: Man musste nichts dabei denken. Die eigenen Vor-Urteile wurden gepflegt. Und das ist ja auch gut für die Sozialhygiene. Man fühlte sich so sauber, so gut, so menschlich. Der Edelspießer in uns wurde voll bedient. So ging es jedenfalls mir, der sich völlig verschüchtert vor so viel Kompetenz in sich zurückzog und über seine intellektuellen Sünden nachdachte. Man kam sich ganz klein vor in all dem institutionellen Getöse um das, was unsere Profiämter und Ehrenämter tagtäglich leisten. Dass der Professor dabei den Beamten mit ihren Kompetenzstreitigkeiten und ihren Umständlichkeiten auch mal die Leviten las, war solange akzeptabel, solange dafür Berlin als Beispiel herangezogen wurde. Denn hier im Schwabenland machen wir das alles viel, viel besser. "Wir können Integration", hieß das Credo, das Manifest des Professors. Das wird wahrscheinlich sogar stimmen, aber muss man dafür andere vorführen? Sind das nicht alles Selbstverständlichkeiten?
Selbst in einem Punkt, in dem er hätte richtig zulangen müssen, fiel er zurück in den altmodischen Jargon der Sozialverträglichkeit. Zu Recht hatte er den Begriff der "Willkommenskultur" als etwas entlarvt, was doch in erster Linie eine "Willkommenstechnik" ist - eine Methodik der Freundlichkeit, der Aufmerksamkeit, der Empathie. Kultur ist aber niemals eine Technik, so wie Bildung niemals eine Fertigkeit ist, sondern Kultur ist ein Ziel, ein Ergebnis. Der Begriff Willkommenskultur versperrt in seiner Allgegenwärtigkeit genau den Blick auf dieses Ziel, auf dieses Ergebnis. Es geht nicht um das Wie. Das können wir in der Tat. Es geht um das Was, um das Ziel. Da tun wir uns schwer.Da ist auch der Riss, der durch unsere Gesellschaft geht und von dem er, der "Zornige" (Eigenzitat), sprach.
Natürlich hat der Professor, dem Harvard und Oxford zu Füßen lagen, uns auf diese Ziele hingewiesen, aber er hätte unglaublich gewonnen, wenn er zugleich den Begriff "Willkommenskultur" suspendiert hätte. Das tut man jedoch nicht vor einem Publikum, das sich wohl mehrheitlich als Willkommenskulturschaffende definierte. Ja, das Ziel, also die Kultur, zerfaserte sich am Ende zu Multikulti im multi-ethnischen Umfeld. Das ist natürlich genau das Wundermittel, mit dem man die AfD und andere Populisten wieder unter die Fünf-Prozent-Klausel drücken kann, oder? Das Gegenteil wird der Fall sein. Das weiß auch der Professor.
So präsentierte er uns die USA als Beispiel, wie Integration richtig gelingt. Hier ist man in erster Linie Amerikaner - egal, wo die individuellen Ursprünge liegen. Ganz bestimmt haben die Amerikaner heute ein anderes Verständnis von ethnischen Herkünften und den Umgang damit als vor 50 Jahren, als ein Martin Luther King noch seinen Traum hatte. Ganz bestimmt können wir davon lernen. Aber die Amerikaner haben dem Recht auf "Streben nach Glückseligkeit" einen Verfassungsrang gegeben, nicht dem Recht auf Multikulti, wie es sich der Professor wünscht - wohlwissend, dass er dafür nie eine verfassungsändernde Mehrheit bekommen wird, weder im Parlament, noch in der Bevölkerung.
Wir haben das Grundgesetz, das für uns Verfassungsrang besitzt. Es ist ein gutes Gesetz, über das wir ja auch mal in geheimer und freier Wahl abstimmen könnten, wie es die Gründerväter wollten. Dieses Werben um seine Zustimmung würde wahrscheinlich mehr zur Integration beitragen als alle "Willkommenskultur".
Bildertanz-Quelle: RV

Donnerstag, 21. April 2016