Mittwoch, 1. April 2020

Neue Modemarke in Reutlingen kreiert - und schon gescheitert

Dies ist kein Beitrag zur Förderung der Integration unserer ausländischen Mitbürger, sondern ein absolut ernstzunehmender Vorschlag, mit dem Bürger sich vor dem Corona-Virus vollumfassend schützen können. Reutlingens Stadtmarketing, ohnehin nie zum Aprilscherzen aufgelegt, hat sich die Marke Coronani schützen lassen und beim BILDERTANZ eine Werbekampagne in Auftrag gegeben. Hier eines unserer ersten Entwürfe, das allerdings wegen Humorlosigkeit abgelehnt wurde. Oberbürgermeister Thomas Keck würde eine solche Verballhornung seines Ehrentitels auf keinen Fall hinnehmen. Dass wir dieses Bild dennoch hier veröffentlichen, hat nur einen Grund: Wir möchten uns hiermit offiziell beim Oberbürgermeister entschwuldigen. Dieses Bild hätte niemals am 1. April veröffentlicht werden dürfen.

Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer

Montag, 9. März 2020

ZEITZEUGEN 1945 - EIN TRAILER


Veranstaltung erst einmal abgesagt.

Stadtpfarrer Hermann Keicher (1883-1954): Er nahm das Geheimnis mit ins Grab



Bildertanz-Quelle: Helmut Akermann

Seit 1926 war Hermann Keicher Stadtpfarrer in der Sankt-Wolfgangs-Kirche in Reutlingen.Als er 1954 starb, hatte er justament eine sehr schwierige Phase hinter sich. Denn in dem 1951 geführten Verfahren gegen Oskar-Kalbfell über die Erschießung von vier Männern, die als Geisel für den Tod eines französischen Soldaten auf Weisung der Besatzung büßen mussten, war er als Zeuge aufgerufen worden. Es ging um die Frage, wer die vier Männer benannt hatte, die - obwohl völlig unschuldig an dem Tod des Soldaten - am 24. April 1945 mit ihrem Tod dafür büßen sollten. Es war der Verdacht geäußert worden, dass Kalbfell eine Namensliste empfohlen hätte.
Der katholische Pfarrer Keicher war vom Armeegeistlichen der Franzosen aufgefordert worden, die vier Geiseln in ihren letzten Stunden zu begleiten - obwohl keiner der vier katholisch war. Das Gericht wollte 1951 von Keicher wissen, was in diesen letzten Stunden geschehen war. Der Pfarrer berief sich auf sein durch das Seelsorgeamt legitimiertes Zeugnisverweigerungsrecht. Doch das wollte das Gericht nicht akzeptieren und verdonnerte Keicher zu einer Geldstrafe. Nachdem er auch weiterhin schwieg, hätte das Gericht nun Keicher mit einer Haftstrafe belegen müssen. Doch mit Rücksicht auf sein Alter verzichtete das Gericht. Keicher schwieg über die Hintergründe auch weiterhin. Er nahm das Geheimnis mit ins Grab. Der Oberbürgermeister Kalbfell war übrigens bei der Beerdigung im Leichenzug dabei. (Raimund Vollmer)
Erwähnt sei auch noch, dass - wie sich später herausstellte - der Soldat Opfer eines Motorradunfalls gewesen war, also kein Anschlag auf ihn verübt worden war. Eine Frage, die man klären müsste, wäre, inwiefern Bürgermeister grundsätzlich von der Besatzung gezwungen wurden, vorsorglich eine solche Geiselliste herzustellen. In Pfullingen war dies zum Beispiel so.

Erstveröffentlichung am 15. August 2013 im Bildertanz-Blog