Samstag, 22. Oktober 2011

Vor 60 Jahren: Hooverspeisung in Reutlingen

Dieser Blogeintrag erschien erstmals am 12. Februar 2009.
Da wir dieser Tage dazu einen Leserbrief erhielten, veröffentlichen wir diesen Beutrag heute nochmals:

Der frühere amerikanische Präsident Herbert Hoover, der während des Crash von 1929 regiert, reiste nach dem Zweiten Weltkrieg in das zerstörte Deutschland und organisierte die nach ihm benannte, "Hoover-Speisung", durch die möglichst jeder Schüler in der amerikanischen Zone in der Schule eine Mahlzeit bekam. Das Dokument links, unterschrieben vom damaligen Oberbürgermeister Oskar Kalbfell, ging an die Eltern mit dem Ziel, diese über die Hoover-Speisung in 1949 zu informieren. Übrigens war 1949 auch das Jahr, in dem Hoover Ehrenbürger der Stadt Reutlingen wurde,
Hoover war von 1929 bis 1933 der 31. Präsident der Vereinigten Staaten.
(Durch Anklicken erhalten Sie eine vergrößerte Version)


WER KANN SICH NOCH AN DIE HOOVER-SPEISUNG ERINNERN?

Bitte in der Kommentarzeile melden oder anrufen: 07121-67511 (Raimund Vollmer)

Kommentare:

Jürgen Reich hat gesagt…

Aus diesem Grund wurde Hoover zum Ehrenbürger der Stadt Reutlingen - soviel ich weiß! Gruß

JR

Werner hat gesagt…

Eine Betzingerin vom Jg. 1939 erzählte mir im Frühjahr 2006:

Wir bekamen auch damals täglich eine Schülerspeisung, die sogenannte Hoover-Speisung, die jeden Tag in großen Töpfen an der Schule angeliefert wurden und von den Lehrern verteilt wurde. Dazu musste jede von zu Hause ihr eigenes Essgeschirr und Besteck von zu Hause mitbringen. Es gab oft süße Milchspeisen mit Reis, besonders gut hat es eigentlich nicht geschmeckt. Wenn man Glück hatte, war als Nachtisch auch mal ein Stückchen Schokolade, meist der Marke Cadbury darunter, was aber eher selten vorkam

Werner hat gesagt…

In der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Betzinger Schule habe ich zu diesem Thema Folgendes geschrieben:

Im Sommer 1946 wurden die städtischen Kinder auf ihren Gesundheitszustand untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem die 7- bis 14-jährigen erschreckend unterernährt waren. Doch nur wenige Kinder konnten daraufhin zur Erholung im Schülerheim Reutlingen untergebracht werden. Deshalb empfahl OB Kalbfell dringend eine Schülerspeisung für die „bleichen, abgemagerten und frierenden Kinder“ und er setzte sich mit Nachdruck für diese Aufgabe ein. Begonnen wurde mit der Verabreichung eines Milchgetränks. Zunächst waren es 440, Ende 1947 1640 und 1948 sogar 3630 Schüler, die täglich kostenlos ihre Milch bekamen. Später kamen noch kleinere Mahlzeiten wie süße Milch und Nudeln, Haferflockenbrei oder Kakao mit Brötchen hinzu. Das Essen wurde an die Schule geliefert und dort ausgegeben. An der Betzinger Schule bekamen allerdings nicht alle Schüler diese kostenlose Schülerspeisung. Schüler deren Eltern Landwirtschaft betrieben und deswegen Nahrungsmittel selber erzeugen konnten, erhielten keine Schülerspeisung. Diejenigen, die die Schülerspeisung erhielten, hatten zumeist an ihrem Ranzen ein entsprechendes Essgeschirr mit Besteck hängen.
Die städtischen Schülerspeisungen wurden im Mai 1949 von der Hoover-Speisung, benannt nach dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten, abgelöst. Herbert Clark Hoover, 1928 – 1932 Präsident der USA organisierte nach dem Ende des Weltkrieges das großangelegte Werk der Kinderspeisungen in Europa. Bis Ende des Jahres wurden täglich 8000 Kinder und Jugendliche gespeist. Das Land stellte Lebensmittel zur Verfügung, die es ermöglichten, täglich eine volle Mahlzeit zu verabreichen. Das Essen, wurde in der Küche des Technikums in sechs eingebauten Kesseln und in der Küche des List Gymnasiums, zubereitet.Teilweise wurde dabei in drei Schichten gekocht. 6200 Schüler und Schülerinnen (70% aller Schulkinder), 600 Studenten und Studentinnen des Technikums für Textilindustrie und die Lehrlinge unter 18 Jahren nahmen an der Hoover Speisung teil. Bis zum Ende des Jahres 1949 waren über 1 Million Portionen Essen ausgegeben.
Im Jahr 1950 wurde die Hoover-Speisung eingestellt, weil die Zahl der täglich ausgegebenen Essen stark zurück gegangen war. Das Milchwerk Reutlingen führte jedoch die Schülerspeisung bis weit in die 60er Jahre fort, allerdings musste für den verabreichten Kakaotrunk bezahlt werden.

Volker Steinmaier hat gesagt…

Schulspeisung aus Wannweiler Sicht (Aus der Festschrift von A. Schmid, 1986, Seite 25):

Schulspeisung 1948-1956

Untergewichtige Schüler
Nach dem letzten Krieg setzte sich die Notzeit noch
lange fort. Es gab nicht genug zu essen, hungrige Kinder waren die Regel. Auch in Wannweil gab es das.
Eine große Hilfe war die „Hoover-Speisung”, die auf
Veranlassung des ehemaligen Präsidenten der USA
Herbert Clark Hoover eingeführt wurde. Sie wurde unentgeltlich bis zum 30. 06. 1950 fortgeführt, wobei aber von den Eltern eine freiwillige Spende erbeten
wurde. Essen (Eintopf) erhielten die Kinder, die 10% und mehr Untergewicht hatten. Das waren am 22. 10.1948, also noch 4 Monate nach der Währungsreform 90 Schüler von den damals 290 Schülern.
Auszug aus dem Schreiben an Eltern vom 6.12.1948:
„Ihr Kind ist zur Schulspeisung vorgesehen? Die Speisung
findet an 5 Wochentagen statt (pro Speisung 350
Kalorien). Sind Sie bereit, freiwillig einen Kostenbeitrag
von 40 Pfennig pro Woche zu leisten?”
Es wurden genaue Gewichtstabellen geführt und dem Amtsarzt gezeigt, der eigens zur Untersuchung auf
Bedürftigkeit nach Wannweil kam. Die Lehrer mussten bei der Ausgabe der Speisen helfen, sie waren aber nicht sehr glücklich darüber: In der großen Pause
mussten sie statt sich zu erholen Essen ausgeben.
Lehrer B. klagte darüber, dass seine Frau mindestens
jede Woche einmal einen bekleckerten Arbeitsmantel
waschen müsse.

Schokolade in der Schule

Der Einfachheit halber wurden später sogenannte Fertigwaren verteilt: es gab Schokolade, Keks,
Blockmalz, Studentenfutter und auch mal eine Schneckennudel. Zu Weihnachten gab es immer eine
leckere Sonderration. Noch 1952, vier Jahre vor dem Bau der Uhlandschule, wurde von April bis zu den großen Sommerferien 254 kg Keks, 70 kg Schokolade
und 63 kg Blockmalz ausgegeben. Endgültig gestoppt
wurde die Ausgabe dieser „Stärkungsmittel” an Kinder,
bei denen die normale körperliche Entwicklung gestört war, im März 1953. Von da an gab es nur noch einen Zuschuss in Form von Geld: 25 Pfennig pro Tag.
(Aus der Festschrift von A. Schmid, 1986, Seite 25)

Wally hat gesagt…

Ich bin Jahrgang 1936, wohnhaft nach dem Krieg in Göppingen. An die Hoover-Speisung erinnere ich mich sehr gut. Jeden Morgen gegen 10 wurden auf unserem Gymnasium zwei Schüler abkommandiert, um den Behälter abzuholen und ins Klassenzimmer zu tragen. Die Speise bestand aus einer Art Schrot-Suppe. Geschmeckt hat sie mir immer gut. Seit mehr als 50 Jahren leben ich nun selber in den USA und oft erzähle ich einen Bekannten diese Geschichte. Viel wird im Zusammenhang mit dem berüchtigten Morgenthau-Plan über die unmittelbar nach dem Krieg herrschende Hungersnot in Deutschland geschrieben. Gehungert hat meine Familie eigentlich nie. Das mag daran liegen, dass es im Umkreis Göppingens viel Landwirtschaft gibt und wir Kinder damals bei der Getreideernte auf dem Feld mithalfen und meine Eltern mit den Bauern Tauschgeschäfte machten, also Lebensmittel gegen andere Gegenstände. So haben wir meines Vater's Akkordeon, meine Spur-00 Märklin-Eisenbahn und weiß der Teufel noch alles an Bauern verschachert. Das waren Zeiten!

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