Freitag, 1. März 2013

1912: Die Straßenbahn auf dem Weg nach Eningen...

... kommend aus Betzingen. Ist das nun noch Karlstraße oder schon Eberhardstraße? Ist das vielleicht bereits der Ledergraben, der sich hier breitmacht? Die Experten wissen es bestimmt ganz genau. Rechts müsste es ja zu "Unter den Linden" gehen, oder?
Bildertanz-Quelle: Sammlung Fritz Haux

Kommentare:

Werner Früh hat gesagt…

"Eberhardstraße beginnt an der Kreuzung Karlsstraße/Unter den Linden und mündet in die Konrad-Adenauer-Straße (Teil der B 312)"

Aus dem Reutlinger Adressbuch

Roland Sedelmaier hat gesagt…

Ja,das war der Beginn des sogenannte Ledergrabens.
Die Kastanienallee erstreckte sich vorbei am Tübinger Tor und dem Spritzenmagazin bis zur Jos-Weiß-Schule.
Das Gebäude rechts
war das Gewerkschaftshaus in dem auch die Gaststätte Deutsches Haus untergebracht war.

Roland Sedelmaier hat gesagt…

Nachtrag:
Die Strassenbahn ist auf dem Bild nicht auf dem Weg nach Eningen sondern vom Karlsplatz her auf der Strecke Richtung Betzingen.
Nach Eningen ging es über die Wilhelmstrasse.

Werner Früh hat gesagt…

Die Straßenbahn fährt in der Tat nach Eningen und nicht nach Betzingen. Das ist an der Stellung des Lyra-Stromabnehmers zu sehen. Die Bahn fährt von hier aus weiter über die "Betzinger Insel" auf dem Karlsplatz und anschließend die Wilhelmstraße hoch Richtung Eningen.

Raimund Vollmer hat gesagt…

Außerdem steht auf dem Schild "Eningen" - zu sehen auf dem Original.

Werner Früh hat gesagt…

Auf jeden Fall ein tolles Foto. Bei diesen Metz Fotos fragt man sich oft, von wo aus die aufgenommen wurden. Dieses Foto sieht aus, als ob es vom oberen Stock eines Hauses aufgenommen wurde - nur an dieser Stelle steht oder stand kein Haus.
Die Fa. Metz hatte für solche Zwecke eine eigene Drehleiter konstruiert und diese für solche Perspektiven genutzt. Dies erklärt auch die vielen alten Karlsplatzaufnahmen, die meist "von oben" her fotografiert sind, ohne dass hier entsprechende Bauwerke zur Verfügung gestanden hätten.
Interessant auch noch die Ladung Kohlen, die der Kohlenhändler vor das Deutsche Haus einfach auf den Gehweg gekippt hat. Von dort aus werden sie von den Käufern mit einer Schippe durch die Luke in den Kohlenkeller geschippt. War gängige Praxis bis in die 50er und 60er hinein.

Roland Sedelmaier hat gesagt…

Hallo, nachdem ich das Bild nochmals in Vergrösserung angesehen habe, gebe ich Werner und Raimund uneingeschränkt recht. Sorry,ich habe mich da getäuscht mit der Fahrtrichtung.Solche tolle Bilder zu sehen macht unheimlich Freude.Danke!
Gruß Roland

Anonym hat gesagt…

Auf was die Strassenbahnfreunde alles achten, ist immer wieder interessant.
Vielen Dank für die Informationen.
Ich kenne das Bild nur als Postkarte, aber das Original ist deutlich schöner.
FrAuEn

Anonym hat gesagt…

Das Bild zeigt übrigens den heutigen ZOB, um´s noch mal ganz deutlich zu sagen. In der Lücke hinter dem Deutschen Haus stehen auch heute noch die Mauern des Gerberstegs. Alles andere auf der rechten Seite musste den Bushaltestellen weichen. Am Horizont ist etwas vernebelt der Georgenberg zu sehen.
Dieses Bild (zumindest aus dieser Perspektive) wurde hier im BildeRTanz schon oft gezeigt. Auch als kolorierte Postkarte.

*Jergen Berg*

Werner Früh hat gesagt…

Stehen tut auf der rechten Seite allerdings noch das ehemalige Wohnhaus der Familie Reinhardt. Dieses als "Zigeunerhäusle" betitelte Gebäude wird heute als (Mini) Kneipe genutzt.

Anonym hat gesagt…

Sehr interessante Ausführungen zu dem Bild.
Danke!
pe.

Werner Früh hat gesagt…

Wobei das "Zigeuner-Häusle" heute zum Glück unter Denkmalschutz steht und somit der Nachwelt erhalten bleibt. Auch befindet sich jetzt dort eine Gedenktafel an die Familie Reinhardt, von der einige Familienmitglieder nach Auschwitz verschleppt wurden.

Michael Staiger hat gesagt…

Hallo zusammen,

ein wirklich schönes Bild. Könnte das vom ehem. Storchenturm oder schon vom Wandel-Gebäude aus aufgenommen sein?
Auf einem Stadtplan von 1943 ist das die Lederstrasse (beginnt an der Wilhelmstr und endet am Albtor-/Burgplatz), rechts ab geht die Gustav-Werner-Str., die Eberhartstr. ist da nur ein kleines Gässle das nach dem Bruderhaus links reingeht.

Gruß aus Lichtenstein
Michael