Mittwoch, 10. Juli 2013

50er Jahre: Die Kinder der katholischen Schule...





Mehr wissen wir nicht: Das Internet lässt uns im Stich und sagt uns nicht, wo und wann diese Schule existierte. Das Internet kennt nur eine erst 1967 eröffnete Freie, katholische Schule in Reutlingen, die zu Sankt Wolfgang gehört. Was wir noch wissen, ist, dass die Familie Akermann katholische Ursprünge hat.
Bildertanz-Quelle: Wundertüte Helmut Akermann
 Unser Experte Hermann schreibt:
"Ich habe da so meine Zweifel, ob dieses Aufnahmen von Schülern der kath. Volksschule sind. Ich vermute, dass die Aufnahmen im kath. Kindergarten in der Krämerstraße (23) entstanden sind. Dafür gibt es m. E. folgenden Grund. In (Süd-)Württemberg - Hohenzollern gab es im Volksschulwesen Bekenntnisschulen und Christl. Gemeinschaftsschulen. In Reutlingen war die Kath. Volksschule in der Metzgerstr. 38, heute vom Listgymnasium genutzt, untergebracht. Die Ev. Volksschule war in der Gartentorschule untergebracht. Die Diskussion über den Sinn und Zweck der Bekenntnisschulen, die es im dann gebildeten Bundesland Baden-Württemberg nur noch im Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern gab, nahm Mitte der 60er Jahre breiten Raum ein, die Kath. Kirche versuchte, unter Berufung auf das Reichskonkordat diese Schulen zu retten und zu verteidigen. Karl Filbinger verzichtete 1966 handstreichartig auf die Bekenntnisschulen um eine kleine Koalition aus SPD/FDP zu verhindern und opferte die Bekenntnisschule auf dem Altar einer Großen Koalition aus CDU/SPD. Als Trostpflaster konnten die Kirchen Privatschulen gründen, die üppig vom Staat gefördert (Übernahme der Personalkosten) wurden. So gibt es heute in Reutlingen eine private Kath. und ev. Schule."
Wenn man sich die Kinder anschaut, möchte man unserem Hermann zustimmen: Das sind Kindergartenkinder...

Auf Facebook schreibt Rolf Ihle:

Es ist der Kindergarten Skt.Rita in der Krämerstrasse mit Schwester Josefina und dem Jahrgang 1944 - 50

Kommentare:

Hermann hat gesagt…

Ich habe da so meine Zweifel, ob dieses Aufnahmen von Schülern der kath. Volksschule sind. Ich vermute, dass die Aufnahmen im kath. Kindergarten in der Krämerstraße (23) entstanden sind. Dafür gibt es m. E. folgenden Grund. In (Süd-)Württemberg - Hohenzollern gab es im Volksschulwesen Bekenntnisschulen und Christl. Gemeinschaftsschulen. In Reutlingen war die Kath. Volksschule in der Metzgerstr. 38, heute vom Listgymnasium genutzt, untergebracht. Die Ev. Volksschule war in der Gartentorschule untergebracht. Die Diskussion über den Sinn und Zweck der Bekenntnisschulen, die es im dann gebildeten Bundesland Baden-Württemberg nur noch im Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern gab, nahm Mitte der 60er Jahre breiten Raum ein, die Kath. Kirche versuchte, unter Berufung auf das Reichskonkordat diese Schulen zu retten und zu verteidigen. Karl Filbinger verzichtete 1966 handstreichartig auf die Bekenntnisschulen um eine kleine Koalition aus SPD/FDP zu verhindern und opferte die Bekenntnisschule auf dem Altar einer Großen Koalition aus CDU/SPD. Als Trostpflaster konnten die Kirchen Privatschulen gründen, die üppig vom Staat gefördert (Übernahme der Personalkosten) wurden. So gibt es heute in Reutlingen eine private Kath. und ev. Schule.

Werner Früh hat gesagt…

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Eltern 1948 abstimmen konnten, ob die Schule ihrer Kinder eine Christliche Gemeinschaftsschule oder eine kath.Bekenntnisschule / ev. Bekenntnisschule werden sollte. Ob heutige Eltern über die künftige Form der Schule ihrer Kinder befinden dürfen, ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen.

Bei dieser Wahl am 12. Dezember 1948 sprachen sich z.B. im Stadtbezirk Betzingen die Mehrheit der Eltern für die Christliche Gemeinschaftsschule aus, während in Ohmenhausen die Mehrheit der Eltern für eine Evangelische Bekenntnisschule war.

Hermann hat gesagt…

In manchen Dingen sind die Verfassungen das Länder (vor Gründung der Bundesrepublik) ungeheuter interessant. In Württemberg-Hohenzollern galt:Die öffentlichen Volksschulden sind christliche Schulen. Maßgebend für die Gestaltung der Schulform ist der Wille der Erziehungsberechtigten. Ihm wird Rechnung getragen, wenn die Zahl der Schüler es erlaubt. Und genau auf den Elternwillen bezogen sich die Bistümer Freiburg und Rottenburg unter Berufung auf das Reichskonkordat um die Bekenntnisschulen zu retten. Aber wie das Beispiel Filbinger lehrt, sind diese Dinge, wenn es um Machterhalt geht, im Erstfall keinen Pfifferling wert.

Anonym hat gesagt…

Das ist das Kinderhaus Santa Rita...Krämerstrasse...
Die Sicht zur Dtrasse hat sich kaum verändert

Lambert Utz hat gesagt…

Das ist eindeutig "mein Kindergarten" St. Rita, Krämerstr. 23 mit Schwester Rita vom Orden der Vinzentinerinnen (damals noch mit Flügelhaube). Ich kann noch heute jedes einzelne Bilder zuordnen.

Die Katholische Bekenntnisschule mit den Klassen 1 - 8 war in der Metzgerstr. 38 im Spitalhof, Rektor war Herr Barth, Hausmeister war Herr Zieger, in den Hofpausen gab's bei ihm Kakao (wenn man ihn für diesen Monat bestellt hatte) und auf den Hof kam die Bäckerin mit einem rechteckigen, geflochtenen Korb mit Backwaren, die Brezel kostete 6, später 8 Pfennig. In der großen Pause wurde das eiserne Hoftor zur Metzgerstraße hin abgesperrt und in Richtung Marktplatz wurde eine Schranke aufgestellt.