Freitag, 9. August 2013

Reutlinger Marktplatz ist jetzt ein Hotspot


Der städtische Mobilauftritt für unterwegs „Uns war wichtig, die Innenstadt für die Besucher noch attraktiver zu machen und Handel und Gastronomie zu stärken“, begründet der städtische Wirtschaftsförderer Dr. Christoph-Michael Pfefferle diesen Schritt. Reutlingen ist eine der ersten Großstädte in Baden-Württemberg, die mit diesem Angebot aufwarten kann.

Viele Besucher können zwar heute schon über das mobile Datennetz mit ihrem Smartphone ins Internet, doch in vielen Fällen ist die Geschwindigkeit und das Datenvolumen begrenzt. Rund um den Reutlinger Marktplatz ist damit jetzt Schluss. Das Netz betreibt die österreichische Firma „Free-Key“ aus Innsbruck. Wer das Angebot nutzen möchte, muss lediglich eine E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer angeben und erhält so einen vierstelligen PIN-Code, mit dem man surfen kann. „Nach drei Stunden erfolgt eine Zwangstrennung, nach der man allerdings wieder einen neuen PIN anfordern kann“, erklärt Steffen Baum von „Free-Key“. Finanziert wird das freie WLAN über Werbung, die jedoch nur nach dem Einloggen auf der Startseite angezeigt wird.

Mit weiteren Antennen im Innen- und Außenbereich, vor allem in Gaststätten und Tagescafés, ist das Angebot beliebig erweiterbar."Es ist also durchaus möglich, dass irgendwann in der gesamten Altstadt kostenloses WLAN zur Verfügung steht", freut sich Pfefferle. Voraussetzung dafür ist, dass der Service bei möglichst vielen Benutzern gut ankommt, und dass sich weitere Partner finden, die einen Antennenstandort bereit stellen.

Durch den Einsatz eines Content-Filters blockiert Free-Key jugendgefährdende Inhalte und bekannte Tauschbörsen. Weder die Stadt noch die Inhaber weiterer Standorte haften für einen eventuellen Missbrauch. Die Verantwortung hierfür liegt allein bei „Free-Key“. Vor einiger Zeit haben Teile des Reutlinger Gemeinderats das Thema eines "Free-WLAN" angesprochen. Allerdings sind diese Anfragen bislang immer an der Haftungsfrage gescheitert. Die Haftung trägt die Betreiberfirma Free-Key.

Kommentare:

Michael Lamertz hat gesagt…

Tut mir leid, wenn ich hier den Noergler mache, aber bei dem Projekt gibt es eine ganze Menge Probleme die schon aus der Ankuendigung ersichtlich sind.

Provider aus Oesterreich = unterschiedliche Gesetzeslagen. Was das bedeutet, konnte man ja in juengster Vergangenheit mit Prism und Tempora sehen, die in den Providerlaendern (vermutlich) rechtens sind.

Filter fuer jugendgefaehrdende Inhalte = Content-Filtering = Zensurinfrastruktur. Diese Filter haben eine unangenehme Historie von false-positives. Von Seiten mit Informationen zu Brustkrebs ueber Selbsthilfegruppen bis hin zu politisch kritischen Blogs. Die Regeln nach denen diese Filter befuellt werden, sind normalerweise weder beschrieben noch nachvollziehbar, Einsprueche von Betroffenen fast immer wirkungslos.

Registrierung per Email und Mobilnummer impliziert normalerweise, dass man Newslettern, Werbeanrufen und dergleichen in Fussnote 42 auf Seite 37 der AGBs zugestimmt hat. Bei einem Anbieter der nicht deutschen Datenschutzrecht unterworfen ist.

Ich bin sehr fuer eine oeffentliche Internet-Infrastruktur, aber dann bitte unter Akzeptanz der Netzneutralitaet, in Oeffentlicher Hand ohne privatwirtschaftliche Interessen dahinter, ohne Infrastruktur die sonst nur bei totalitaeren Staaten zum Einsatz kommt, und mit klarer Rechtssicherheit was meine Daten betrifft.

Das hier hat ein g'schmaeckle...

Raimund Vollmer hat gesagt…

Danke für diesen Kommentar. Ich sehe da keine Nörgelei, sondern reine Aufklärungsarbeit. Ich habe mich auch gefragt, ob ich es nutzen würde - und bin zu der Überzeugung gekommen, dass ich dann lieber beim Stadtlauf mitmache... ;-)