Freitag, 17. April 2015

Obere Wilhelmstraße: Vor 25 Jahren und heute


(Kommentar) In den achtziger Jahren entstand die obige Aufnahme der oberen Wilhelmstraße. Dem Café Sommer gehörte das Straßenensemble allein. Es gab noch kein Vis-A-Vis. Bis zur Mitte konnte sich das Straßencafé noch ausdehnen. Die Häuser sahen ziemlich trist aus - alles in allem, hat zumindest die obere Wilhelmstraße in den vergangenen Jahren sehr gewonnen. Vielleicht auch neue Kunden. Dennoch bleibt die Frage: Reicht das aus, um mit Einkaufsmetropolen wie Metzingen oder Stuttgart mitzuhalten? Tübingen hat seine Kleinteiligkeit ebenfalls sehr viel besser umgesetzt als Reutlingen, das seine Hoffnung auf große Investoren zu setzen scheint. So ist es halt, wenn man unbedingt Großstadt sein will. Dabei wollen wir Bürger mehr: Reutlingen soll eine großartige Stadt, eine große Stadt werden, keine Großstadt. Aber nach der übrigens vom großen Sohn der Stadt, Friedrich List, induzierten Niederlegung der Stadtbefestigung ist den Reutlingern nie der wirkliche große Wurf gelungen. Reutlingen ist in den kleinen Dingen ganz groß - und in den großen Dingen ganz klein. Aber das genügt den Stadtvätern und Stadtväterinnen nicht. Dazu sind sie zu eitel, dazu sind sie zu neidisch - dazu sind sie zu provinziell.
Natürlich ist es einfach, Kritik zu üben. Und im Vergleich zu  vielen anderen Städten ist Reutlingen eine gelungene Stadt. Aber um eine große Stadt zu sein, muss man auch unvergleichlich sein. Vielleicht wäre das einmal ein Ansatz, mit Stadtgestaltung umzugehen. Wahrscheinlich würde das noch nicht einmal viel kosten. Raimund Vollmer

Bildertanz-Quelle:Eugen Keppler (oben), Raimund Vollmer (unten)

1 Kommentar:

Axel hat gesagt…

Eitel und provinziell - besser könnte man den typisch Reutlinger Spirit nicht beschreiben...