Donnerstag, 22. Juni 2017

Die City Trees, die Reutlingen retten sollen...






Der Reutlinger General-Anzeiger titelte mit einiger Zurückhaltung: "Lederstraße: Pflanzenwände sollen die Luft reinigen". Es geht um zwei Stellwände auf der Mittelinsel der Lederstraße in der Nähe der Messstation des Landes, die den Umweltdreck aus der Luft herausfiltern sollen. In RT ist Stickstoffdioxid das Problem, nicht der Feinstaub, heißt es. Sie sollen sechs Monate lang hier stehen, also vor dem Winter werden sie wieder abgebaut und möglicherweise woanders stationiert. Auch in anderen Teststädten scheint es so zu sein, dass mit dem Winter die Stellwände wieder verschwinden. Aber gerade dann seien sie doch besonders wichtig, heißt es in Medienberichten außerhalb des Schwabenlandes. Mit 28.000 Euro plus 7.000 Euro Installationskosten pro Exemplar gehören die Quadratbäume im Vergleich zu dem, was andere Städte bezahlen, nicht zu den preiswertesten Angeboten. Ob die Stellwände, die sich in unsere Rechteck-Reutlingen wunderbar einpassen, sich vor dem alten Feuerwehrmagazin besonders wohlfühlen, ist fraglich- Auf jeden Fall versperren sie die Aussicht auf eines der historischen Gebäude, die nun wirklich auf behutsame Weise in eine neue Funktion überführt wurden.
Hier nun ein paar Zitate, aus anderen Städten. 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in NRW, Standort Schuir, steht den Mooswänden kritisch gegenüber. „Es gibt bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass die Pflanzen und Moose Feinstaub und Stickstoffdioxid filtern können“, wird dort dues Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia zitiert. Sie sagt, dass die Forschungen von Green City Solutions nur auf Labortests berufen. (WAZ)
Das Regierungspräsidium Tübingen hat im Februar die Wirksamkeit eines „City Trees“ als „leicht positiv“ beschrieben, sagt das Schwäbisches Tagblatt, das über die Installation der Wunderbäume in unserer Nachbarstadt berichtet. "Das Umweltbundesamt hat zu verstehen gegeben, dass es nicht viel von der Methode hält. Skeptiker bezweifeln, dass es überhaupt einen messbaren Nutzen gibt." So kommentiert dies die Frankfurter Neue Presse.
Die Urteile sind also nicht ganz so positiv, wie man auf der Basis erster Meldungen meinen möchte. Unterschiedlich ist auch der Preis:
 25.000 Euro in Castrop-Rauxel (Ruhr-Nachrichten). in Essen (WAZ) und in Frankfurt, 10.000 Euro in Hannover (Hannoversche Allgemeine Zeitung), dafür 30.000 in Tübingen.









Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer

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