Samstag, 3. Mai 2014

Bei dem Wetter! Wir fahren Straßenbahn

Der Mai sieht heute aus wie der April. Deswegen fahren wir erst einmal mit der Straßenbahn in die Stadt. Da gibt's ja einiges zu gucken. Auch das, was uns nicht so gefällt.
Die Linie 1 kommt aus Eningen unter Achalm? Nein, aus Pfullingen bemerken unser Bildertanz-Experten. (Siehe Kommentar) Das ist in der Marktstraße von Pfullingen!!!
Bildertanz-Quelle: Hans-Martin Hebsaker
Die Linie fährt uns von Orschel-Hagen nach Reutlingen und wieder zurück. Bis Mitternacht.

Die Linie 3 nimmt ihren Anfang in Altenburg und fährt uns in gefühlten, kurzweiligen 45 Minuten aus dem Neckartal über Oferdingen und Rommelsbach nach Reutlingen. Es sei die schönste Strecke, meint nicht nur der Fotograf Eberhard Hohloch.

Hier kommt die Linie 1 aus Betzingen (Fragezeichen), während die Linie 3 eine Kurzstrecke Richtung Unter den Linden hinlegt. Nicht nur das Lieblingsfoto von Ihrem Mister Bildertanz. Es zeigt Reutlingen mit einer Urbanität und Vitalität, die sie bis heute - da RT längst Großstadt ist - nie wieder erreicht hat, oder? Martin Klaus hat dieses geniale Foto als Schüler in den sechziger Jahren gemacht.
Ein Foto aus der Burgemeister-Produktion, nehmen wir mal an. Womit wir irrten, wie uns Bernhard aufklärt. (Siehe Kommentar) Auf jeden Fall zeigt es die Linie 2 an der Endhaltestelle am Laiblinsplatz in Pfullingen: Bitte einsteigen!!!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke für die Straßenbahnen - auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen ein paar Ergänzungen -

Zum Bild von Hans-Martin:
Es ist auf Linie 2 aufgenommen, wieso? Der Zug fährt vom Laiblinsplatz durch die Pfullinger Marktstraße bis nach Reutlingen in die untere Wilhelmstraße. Von dort wird er als Linie 1 nach Eningen fahren. Damit die Fahrgäste beim Eintreffen in Rt gleich wissen, wohin der Zug anschließend fährt, war es üblich schon ab Pfu die 1 zu schildern.

Zum Bild von Martin Klaus:
Superfoto von 1965; zum Fragezeichen: Zwei Wagen der Linie 3, der zweite (TW 55) nur bis Reithaus. In den Stoßzeiten (wie hier so 17/18 Uhr) fuhren immer mehrere Züge der gleichen Linie hintereinander. Ein Betzinger Wagen hatte 1965 an dieser Stelle nichts verloren.

- Das Bild an der Endstation der Linie 2 verdanken wir Alfred Spühr - vgl. Bild 69 im "Gassmann".

B.M.

Anonym hat gesagt…

Zum Superphoto von 1965:

B.M. hat wie üblich recht. 1965 konnte keine Straßenbahn von Unter den Linden kommend Richtung Eningen/Pfullingen direkt (auch nicht theoretisch) und umgekehrt fahren. Es gab zwar auf dem Karlsplatz ein entspechend verlegtes Gleis, bei dem aber aus mir nicht bekannten Gründen eine Schiene für ca. 1,0 - 1,5 m unterbrochen war. Vielleicht kann B.M. hier weiterhelfen.

H.R.

Raimund Vollmer hat gesagt…

Wie immer, lieber Bernhard, erste Sahne Dein Kommentar! Herzlichst Raimund

Raimund Vollmer hat gesagt…

Und jetzt erkenne ich es auch: Das Bild von Hans-Martin ist ja in der Marktstraße von Pfullingen - und ich (Blödmann) hatte immer auf Seestraße getippt. Mal sollte halt richtig gucken können... ;-)

Anonym hat gesagt…

Lieber H.R.,

vielen Dank für die Blumen!
Du erweist dich ja wirklich als Super-Beobachter – und das nach über 50 Jahren!!

Die genannte Tatsache ist mir als kleiner Bub auch immer aufgefallen. Ein Blick in die Unterlagen hilft heute weiter - deshalb wird jetzt auch mein Kommentar etwas länger …

Die genannte direkte Gleisverbindung Wilhelmsstraße – Straße Unter den Linden diente in Prinzip nur Dienstfahrten (z.B. dem Wagenwenden für Oferdinger Wagen zwecks gleichmäßiger Bandagenabnutzung) und war zum normalen Linienbetrieb nicht nötig.
Als das Herzstück der für diese Verbindung notwendigen Weiche Nr. 27 abgenutzt war, wurde es in schwäbischer Sparsamkeit im Mai 1962 ausgebaut und durch eine einfache Rillenschiene ersetzt. Damit fehlte – wie von uns beobachtet – ein Stück Gleis.

Im Zusammenhang mit der geplanten Führung der Linie 1 über den Nordring (statt über die Gutenbergstraße) nach Betzingen musste die Verbindung aber wieder hergestellt werden, dafür wurde im Dezember 1965 eine komplett neue Weiche 27 eingebaut. Fahrplanmäßige Züge verkehrten auf dieser Verbindung dann vom 2. April 1966 bis 17. Juli 1968.

Bis zum nächsten Mal

B.M.

M.W hat gesagt…

Leider hat die Karlstraße wirklich viel von ihrer Attraktivität eingebüßt, zur Zeit ist sie nicht mehr als eine "tote" Innenstadtautobahn. Durch die City Nord wollte man zwar einen schönen Boulevard schaffen - aber schlussendlich mangelte es ja schon am Geld, um den Brunnen am Listplatz zu renovieren. Solche Bilder machen da traurig.

Hans-Martin Hebsaker hat gesagt…

Es macht immer wieder Freude, die Bilder der alten Reutlinger Straßenbahn anzuschauen!

Anonym hat gesagt…

Ich kann dem nur Beipflichten: Es macht immer wieder Freude, die Bilder der guten, alten Straßenbahn zu betrachten. Man wird sich gewahr, was Reutlingen ganz aus dem damaligen Zeitgeist heraus, abgeschafft hat. Heute wäre dieses Verkehrsmittel die Attraktion der Reutlinger City. Und noch etwas, seit der Abschaffung der Straßenbahn wird an der Gestaltung des Karlsplatzes herumgedocktert - und hat sich dabei etwas Beständiges ergeben. Nein, der Karlsplatz hatte mit der Straßenbahn ein Gesicht, mehrmalige Umgestaltungen haben dies bis heute nicht schaffen können. Nebenbei: Einen Karlsplatz gab es amtlicherseits in Reutlingen nie.

H.R.