Sonntag, 7. Mai 2017

Reise durch Reutlingen: Der Schlachthof




Eigentlich hätte die Überschrift ja heißen müssen: Kalbfell im Schlachthof, aber das hätte man auch falsch verstehen können.
Bildertanz-Quelle: Sammlung Wilhelm Hammer

»Der Schlachthof ist eine uralte Einrichtung der Stadt. Das Gewerbe der Metzger gehört zu den ältesten in der alten Freien Reichsstadt Reutlingen. Bereits in Urkunden aus dem 14. Jahrhundert sind sogenannte "Fleischbänke" erwähnt. Bis zur Inbetriebnahme des neuen städtischen Schlachthofs beim Südbahnhof wurde das Reutlinger Schlachthaus von der Metzgergenosenschaft betrieben und befand sich im Gebäude Lederstraße 94. Dieses Gebäude hat die Metzgergenossenschaft von der Gustav-Werner-Stiftung zum Bruderhaus erworben und in den Jahren 1869-1871 zum Schlachthaus ausgebaut. Die Errichtung eines neuen Schlachthauses wurde aber bereits vor dem Ersten Weltkrieg geplant. Die Stadt hatte sich damals auch zur Erstellung bereit erklärt. Diese Baupläne sind durch den Krieg und die Verhältnisse in der Nachkriegszeit verhindert worden. Im Jahre 1928 erteilte dann die damalige Ministerialabteilung für Bezirks- und Körperschaftsverwaltung dem Gemeinderat die Auflage, bis 1932 einen neuen Schlachthof zu errichten. Durch den Ausbruch der Weltwirtschaftskrise konnte jedoch auch dieser Auflage nicht entsprochen werden. In den folgenden Jahren war es wenigstens möglich, die für den Neubau erforderlichen Grundstücke beim Südbahnhof zu erwerben. Im Jahre 1939 sollte der Neubau abermals in Angriff genommen werden. Er kam jedoch wegen Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wiederum nicht zur Ausführung. Nach Kriegsende mussten zuerst die Kriegsfolgen beseitigt werden, bevor an den Neubau eines Schlachthofes gedacht werden konnte.«

Aus: Reutlingen 1965 - Zwanzig Jahre nach Kriegsende
Am 8. August 1959, wurde dann schließlich mit dem Bau des Schlachthofes begonnen.Oberbürgermeister Oskar Kalbfell war natürlich stolz auf diese Einrichtung. Der Preis des guten Stückes: 4,8 Millionen DM.

Erstveröffentlichung am 23.11.2009

Kommentare:

Blogger hat gesagt…

Hallo guten Tag,
Ich war damals fünf Jahre alt, und bei der Eröffnung dabei.
Mein Vater war der erste Pächter in der Kantine des Schlachthofes.
Für mich als Kind war das, das größte Erlebnis überhaupt.
Wenn man bedenkt, dass das Vieh von den Metzgern rings um Reutlingen herum, und auch von außerhalb, an den Schlachttagen heran gekarrt wurde.
Die Metzger standen mit ihren Viehanhängern auf dem ganzen Hof verteil.
Es war nicht erlaubt sich in der Nähe der Schlacht und Zerlege halle, sich aufzuhalten.
Aber als Kind war ich viel zu neugierig. Die Tiere wurden damals per Hand mit einem Bolzen Schuss gerät getötet.
Mfg Thomas Canz.

Ursula Rein hat gesagt…

Wir haben im Jahr 1960 meine Konfirmation im Gasthof Schlachthaus gefeiert