Freitag, 30. September 2016

Bildertanz sucht Häuslebauer und Eisenbahner...

BILDTEXT: Einsatzleiter Wolf-Rüdiger Gassmann geutachtet schon mal den Untergrund der Eisenbahnplatte. "Da waren Könner am Werk", bewundert er die sorgfältige Kabelverlegung der Eisenbahnanlage bei der Firma Akermann in der Wilhelmstraße



... damit Weihnachten wieder die Eisenbahn
in der Wilhelmstraße fährt

Gestern waren wir im Keller der Firma Akermann in der Wilhelmstraße: Werner Früh, Wolf-Rüdiger Gassmann und Raimund Vollmer. Wir haben die Eisenbahnanlage inspiziert, die wahrscheinlich in den achtziger Jahren entstanden ist und nun auf Weihnachten wartet. Dann soll sie wieder im Verkaufsraum des Unternehmens stehen und nicht nur Kinderherzen erfreuen. Die Anlage sei in einem erstklassigen Zustand, meint Wolf-Rüdiger. Eigentlich sind nur wenige Renovierungsarbeiten notwendig. So müssen die Gleise gereinigt werden, und die Anlage muss mal ordentlich durchgepustet werden. Ein paar Häuser und Modelllandschaftsdetails müssen aufgebessert werden.
WER HILFT UNS DABEI? EMAIL AN: bildertanz@aol.com
Vor allem aber brauchen wir ein paar kräftige Männer, wenn wir in der Woche vor dem 1. Advent die wiederhergestellte Anlage aus dem Keller ins Erdgeschoss transportieren. Sie ist nicht wirklich schwer, aber sie will behutsam und heil "um die Ecken" gebracht werden. Da braucht sie schützende Hände. Auch hier: BITEE MELDEN. Wir vereinbaren dann mit Euch die Termine.

Anschrift: Bildertanz@aol.com
Gesprächspartner ist Raimund Vollmer



 In der Nordkurve sind die Schienen festgefügt - und der Strom fließt auch durch die Schienen. Nur müssen die Gleise noch von einer zarten Rost- und Staubschicht befreit werden, damit die Lok genügend "Saft" bekommt.
 Raimund drehte schließlich den Hahn auf, nachdem es gelungfen war, die Eisenbahn mit dem Stromnetz zu verbinden.
 Chris war begeistert davon, dass ihm Wolf-Rüdiger einen Märklin-Katalog überreichte, auf dem der Name seines Schwiegervaters prangte: seine Märklin-Sachen hatte nämlich Wolf-Rüdiger bis in die achtziger Jahre bei der Firma Akermann in der Wilhelmstraße gekauft, die nicht nur "Hören und Sehen" (Brillen und Hörgeräte) im Programm hatte, sondern auch ein Fotogeschäft war und ein Spielzeuggeschäft - vor allem Eisenbahn.
 Experten unter sich: "Feines Schmiergelpapier" - und einmal mit einem kräftigen Föhn über die Anlage, das war der Tipp, den uns Wolf-Rüdiger gab. Selbstverständlich wird er dabei sein - beim Großreinemachen der Bahn.
 Nur wenige Gebäude bedürfen der Sanierung durch ein paar Modellbauer. Wer hilft?
Bildertanz-Quelle:Werner Früh

Donnerstag, 29. September 2016

DAS VERSTEHT NUN KEINER! Google will, dass wir unsere Arbeit noch einmal machen (2)

Also, nachdem bei einigen Blogs die Blogliste immer noch da war, in anderen aber gänzlich verschwunden war, habe ich die Blog-Listen auf unserer Hauptseite noch einmal grob ganz neu aufgebaut.  Nun ist plötzlich wieder alles da - in rudimentärer Form. Also, das macht keinen Spaß. Jetzt sitze ich den ganzen Vormittag an Reparaturarbeiten an dem, was gar nicht kaputt war. Mein Eindruck, dass die IT-Branche verrückt spielt, verdichtet sich mehr und mehr. Und diesen Typen wollen wir unsere Zukunft anvertrauen? Langsam wird's eng...
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer

SO DUMM IST GOOGLE? Linkliste mehr zu anderen Bildertanz-Orten verschwunden (1)

Wer heute eine Verbindung zu unseren anderen Aktivitäten anclicken wollte, schaute fassungslos ins Leere. Es gibt sie nicht mehr. Ein vorübergehender Fehler? Vielleicht. Jedenfalls bietet sich jetzt nur noch eine Linkliste an, die traurig und schäbig auf unsere anderen Stationen hinweist. Es wird wohl Zeit, dass wir nach einer anderen Lösung suchen. Angekündigt worden war übrigens irgendetwas in den letzten Tagen, aber es war in der Google-eigenen, unklaren Sprache verfasst, dass ich sie nicht weiter beachtet habe. Wenn dies das  Ergebnis ist, dann verspielt Google in den n#chsten Tagen alle Sympathie.
Raimund Vollmer

Postkartenidylle Klein-Venedig

Bildertanz-Quelle:

Mittwoch, 28. September 2016

Reutlingen: Der Urkonflikt oder die Stadt des Patts



Eine kleine Polemik gegen die Anmaßung von Wissen


Rathausstraße: Das dicke Ende kommt erst noch. Gehen Sie mal diese Straße hinunter Richtung Ledergraben!
Da baut sich was zusammen...

Von Raimund Vollmer
Die Verödung der Innenstädte und Vororte durch Betonwüsten - niemand konnte sie und wollte sie aufhalten. Was in den sechziger und siebziger Jahre mit der Brachial-Gewalt der Stadtparlamente als zukunftsweisend errichtet wurde, hat mehr zur Stadtflucht beigetragen als alles andere. Das Leben verschwand aus den Innenstädten und wurde eingefroren in der durchgeplanten Wohnotonie der Reihen-Bauten in den Vororten. Die Stadt avancierte zum rein funktionalen Verwaltungsraum, überwacht von einer Bürokratie, die in der Gleichförmigkeit das bequemste Mittel ihrer Herrschaft und deren totaler Absicherung sah.
Aber dort, wo Menschen wohnen, lässt sich das Leben auf Dauer nicht unterkriegen. Die monotonen Reihenhäuser wurden individualisiert, bekamen Erker und Gauben, gaben durchaus dem Kleinbürgerlichen den Freiraum zurück. Die durchgerasterten Gärten verwandelten sich nach und nach in Kleinode.  Selbstverständlich vollzog sich die Rückeroberung des verwalteten Raumes stets im Rahmen des baupolizeilich Erlaubten. Hier, in den zur totalen Unselbständigkeit eingemeindeten Dörfern, lebte es sich - trotz allem. In der Innenstadt shoppte und jobbte es sich.
Auf klammheimliche Art und Weise hatten sich die Bürger an ihren Stadträten und den ihnen einflüsternden Stadtverwaltungen gerächt. Die Vororte sind bis heute die Plätze eines still geführten, verborgenen Machtkampfes. Dabei geht es letztlich um die Frage: Wer hat die Hoheit über die Stadt? Ist es das Planen, oder ist es das Leben? Es ist bis heute der Urkonflikt zwischen der Verwaltung und ihrer Organe auf der einen Seite und den Bürgern und deren individuellen Initiativen auf der anderen Seite. Gewinner gibt es keine - zum Glück, möchte man fast sagen. Denn sonst wäre alles viel, viel schlimmer. Wir hätten in Reutlingen längst die Banlieues, die sich jeglicher Kontrolle entziehen. Wir hätten längst die Favelas, in denen sich die Menschen vollends allein überlassen sind. Alles wäre außer Kontrolle - nicht nur das Ungeplante. die Favelas, sondern auch (und ganz besonders) das Geplante, die Banlieues.
Reutlingen ist eine Stadt des Patts. Bürger und Verwaltung, zu deren exekutiven Macht auch das Stadtparlament gehört, stehen sich selbstbewusst gegenüber. Das hat bislang das Schlimmste verhindert. Das Rathaus, das vor 50 Jahren eingeweiht wurde, war von Anfang an für eine Großstadt geplant, die mehr als 100.000 Einwohner zählen würde. Oberbürgermeister Oskar Kalbfell schien zu ahnen, vieleicht sogar schon zu wissen, dass eine Gebiets- und Verwaltungsreform auf die Städte zurollen würde. So errichtete er der Zukunft eine Hochburg aus Beton und Asbest. Heute steht die Zukunft von damals unter Denkmalschutz. Und das ist in gewisser Weise ganz gut so. Denn dieses Rathaus erinnert die Bürger allein durch seine Präsenz daran, was sie nicht wollen - nicht diese Art von altlastigem Zentralismus und von ungebremster Planung. Unser Rathaus ist nicht das Weiße Haus der Großstadt Reutlingen, kein verehrungswürdiger Ort der durch die Bürger legitimierten Macht, sondern eher ein steifer Ort der Gegenmacht zum Bürgerwillen.
Als sogar der Kultur ein Supermarkt der medialen Kommerzialisierung errichtet werden sollte, schritten die Bürger ein und verhinderten das Kultur- und Kongresszentrum, das KuK. Eine Strategie war gescheitert. Der Oberbürgermeister wurde abgewählt. Er hatte seine Macht überschätzt und die der Bürger unterschätzt.
Die neue Strategie, unendlich viel erfolgreicher, kam von seiner Nachfolgerin. Statt alle Karten offen auf den Tisch zu legen wie ihr Vorgänger, ging sie schrittweise vor. Sie pokerte die Bürger äußerst geschickt zu ihrem Ziel. Was vorher zentral an einem Punkt versammelt war, eben in diesem KuK, wurde nun auf mehrere Standorte verteilt - und zwar so, dass Bürger und Parlament immer das Gefühl haben konnten, sie hätten das letzte Wort. Wir wurden - um in der Sprache der politischen Sozialpädagogik zu sprechen - immer mitgenommen. Plötzlich war das Patt aufgelöst. Und als die Bürger dann mit dem Ergebnis konfrontiert wurden. waren sie tief gespalten. Die einen waren entsetzt, die anderen begeistert. Die Stadthalle polarisierte.
Schon war das Patt wieder da. Diesmal aber zwischen der Bürgerschaft. So ließ sich gut regieren. Man musste nur die Bürgerschaft spalten. Der Stummelsteg über den Ledergraben ist ein weiteres Beispiel dafür. Mit dem Bau von Hochhäusern wird es weitergehen. Ebenso die Frage nach der Auskreisung Reutlingens. Wir Bürger sind schwer damit beschäftigt, das Für und Wider der städtischen Planungen abzuwägen - ohne darüber wirklich abzustimmen. Divide et impera! Teile und herrsche! So geht unsere Stadt ins 21. Jahrhundert.
Die Frage ist nun, welche Vorstellung vom 21. Jahrhundert haben denn unsere Stadtverwaltung und deren Stadträte? Manchmal könnte man meinen, dass sich die Herrschaften in eine Zeit zurückbeamen möchten, in der Reutlingen eine Freie Reichsstadt war. Unabhängig und stolz, störrisch und bockig, durch nichts und niemanden klein zu kriegen. Friedrich List ließ vor bald zwei Jahrhunderten die Stadtmauern mitsamt Türmen und Toren niederlegen, nun sind wir dabei, uns neue Stadttore und Stadtmauern zu errichten - durch Hochhäuser und andere Klotzbauen. Sie sollen uns nach außen von allem ländlich-württembergischen schützen. Endlich gehört die Achalm der Stadt, sie ist nicht mehr der Vorposten fremder Feudalherren.
Nach innen werden die glattpolierten Bauten der Moderne alles Museale und Verschnörkelte in unserer Stadt in den Schatten stellen. Schon können wir beim Gang durch die Rahausstraße ahnen, wie  massive Bauten uns und die Innenstadt einengen werden. Da kommt auf uns die neue GWG zu, die sich zusammen mit der Nordsternpyramide und der Stadthalle machtvoll Respekt verschaffen. Dieses Ensemble wirkt fast schon drohend. Ergänzt um ein zukünftiges Hochhaushotel wird dieses Ambiente das Tübinger Tor und seine Mauerhauszeile zu Postkartenkitsch degradieren. Ja, wir bekommen unsere Puppenstubenstadt. Fürs Gemüt. Und der Bürgerpark gewährt uns den notwendigen Auslauf. Alles ist geplant. Alles ist managebar. Alles steht stramm - wie das neue, das zukünftige "Stuttgarter Tor", das die Stadt nach Norden abgrenzt. Damit wir wissen, wie weit  sich die Kernstadt Reutlingen träumt, wird ein drittes Tor auf dem ehemaligen Gelände von Max-Moritz hochgezogen. Und der Rest? All die Vororte, die Reutlingen erst zahlenmäßig zu einer Großstadt gemacht haben? Werden sie entmündigt und zur Ausbeutung freigegeben?
Nein, so muss es nicht kommen. Man hat bloß den Eindruck, dass das, was uns nach und nach an Planung präsentiert wird, genau darauf hinausläuft - auf die Vision einer Stadt, die für ihre Verwaltung da ist - und nicht umgekehrt. "Anmaßung von Wissen" hat dies der Nobelpreisträger Friedrich von Hayek genannt. Das wäre eine sehr gefährliche Entwicklung, und man fragt sich, warum würde eine Verwaltung wohl genau diesen Weg einschlagen?
Eigentlich gibt es dafür nur einen Grund: die Angst vor dem Kontroll-Verlust, die Angst vor den Entwicklungen, die dieses zerrissene Jahrhundert nimmt und uns, die Bürger, so unberechenbar machen. Ja, es klingt paradox: trotz Big Data wussten die Regierungen auf allen Ebenen des politischen Geschehens noch nie wo wenig über uns wie jetzt. So baut sich Reutlingen eine Burg, aber ob wir uns darin als Bürger fühlen dürfen oder nur als Einwohner gezählt werden, hängt letzten Ende von uns selbst ab. Wir dürfen das Leben nicht den Planern überlassen.


Bildertanz-Fotos: Raimund Vollmer

Sonntag, 25. September 2016

Es steht in der Wochenzeitung DIE ZEIT: Reutlingen - Porträt einer Stadt

CLICKTÜRE: SO SIEHT UNS "DIE ZEIT"
 Fotos sind Schnellschüsse aus dieser Woche: Hochhaus-Schlucht
 Abgeschirmt!
 Die Weite des Asphalts
 Gestelzt
 Fahrstuhl-Barriere
Zwischen den Kästen

Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer

Samstag, 24. September 2016

Die Eninger Frieshaber: Vor bald 60 Jahren schuf Gipsermeister Kurt Walz den Wandfries von HAP Grieshaber






 DIE GESCHICHTE


Gipsermeister  Kurt Walz - 2011 bei den Feiern zu 150 Jahre Volksbank in seiner Halle, die er 1958 mit einem Fries von Grieshaber schmücken durfte
So sah es 1959 aus, als in der HAP-Grieshaber-Halle in Eningen eine Ausstellung von Reinhold Rall, dem Archivar Eningens und mitbegründer des dortigen Geschichtsvereins, eröffnet wurde. 
Bildertanz-Quelle:Kurt Walz, Reinhold Rall, Raimund Vollmer

Donnerstag, 22. September 2016

Reutlingen: Der Brunnen vor dem Tor



Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer, 21. September 2016

Akermann: Damit die Eisenbahn zur Weihnachtszeit wieder fährt...

... werden wir, Werner Früh, Wolf-Rüdiger Gassmann und Raimund Vollmer, sie im Laufe der nächsten Woche mal etwas genauer inspizieren. Denn zur Adventszeit soll sie im Geschäft der Firma Akermann in der Wilhelmstraße - nach vielen Jahren - wieder fahren. Noch ist steht sie senkrecht, die Platte, auf der das Kindervergnügen fährt. Drückt die Daumen, dass wir sie wieder in Betrieb bekommen.

Im Keller ruht der Schatz (ganz links)
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer

Mittwoch, 21. September 2016

Reutlinger Nachkriegsindustrie

 Das Wendler-Areal
 Wafios
Danzer
Bildertanz-Quelle:Bildertanz-Sammlung Schwabenland

Dienstag, 20. September 2016

In dieser Stadt möchte ich gerne wohnen...

... natürlich mit dem Komfort von heute, mit der Hygiene, mit den Rechten (und Pflichten), mit meiner Familie, mit meinen Freunden - mit allem, was mich leben lässt.
... natürlich möchte ich, dass die anderen Menschen fröhlich gekleidet sind, obwohl als Zeitreisender ich genau solche Bilder liebe, weil sie so altmodisch sind. Dass die Arbeit eine ganz andere ist als heute, muss ich auch akzeptieren...
... dafür gibt es in der Wilhelmstraße noch Pflastersteine und Schienen. Aber die Frauen trugen ja keine Stöckelschuhe
Wer ich von diesen Menschen wohl wäre? Und wollte ich schon wissen, dass noch zwei Weltkriege vor mir liegen?
Aber mit den Fassaden haben sich die Stadtmenschen schon mehr Mühe gegeben. Es war nicht alles so glatt wie heute. Dafür stolpern wir heute über ganz andere Sachen. Ist unsere Welt so viel besser als die von gestern?

Euer Raimund Vollmer

Bildertanz-Quelle: Familie Lamparter (Altenburg)

Montag, 19. September 2016

Busbahnhof 1954: "Leben blüht aus den Ruinen"..

 Bildertanz-Quelle: Familie Baermann
 Bildertanz-Quelle: Sammlung Helmut Akermann
  Bildertanz-Quelle: Sammlung Helmut Akermann
 Bildertanz-Quelle: Wolfgang Geisel
Heute vor allem der Busbahnhof der Fernstrecken. Seit der Liberalisierung geht es von hier aus in alle Welt. Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer (2014)

Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer (2016)
 Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer (2016)
Bildertanz-Quelle: Sammlung Fritz Haux (1955),
Als die Busse noch mit Anhänger fuhren, verband der Busbahnhof die Menschen aus der Region vor allem mit den Arbeitsplätzen und den Schulen

.
... hieß der Slogan, unter dem am 19. Oktober 1954 der Reutlinger Busbahnhof in Betrieb genommen wurde. 60.000 Einwohner zählte damals die Stadt. Viele Menschen kamen jedoch täglich aus der Umgebung, um hier zu arbeiten oder zu lernen. Reutlingen war das Zentrum ihrer Welt. 45 Buslinien steuerten täglich den Busbahnhof an, 17 Busunternehmen waren hier engagiert.

 Raimund Vollmer (2014/2016)