Freitag, 22. Juli 2016

Gönningen: Vielleicht das schönste Dorf in der Großstadt Reutlingen

Gönningen um 1952 Bildertanz-Sammlung: Foto Jakob Becker

Nicht Hochhäuser machen aus einer Stadt eine Großstadt. Das ist der fortgesetzte Irrtum unserer Stadtplaner und ihrer Würdenträger. Es sind die Dörfer. Sie machten erst in den siebziger Jahren Reutlingen so groß, dass es 1989 bei der Einwohnerzahl die 100.000er Grenze nehmen konnte. Aber wie sollen dies zum Beispiel die Bürgermeister unserer Stadt wissen, die damals ganz woanders als in Reutlingen lebten. Reutlingen für sich war bis 1971, dem Zeitpunkt, als die ersten Dörfer im Rahmen der kommunalen Gebiets- und Verwaltungsreform dazukamen, eine echte Metropole. Hier kaufte man ein. Hier genoß man das Stadtgefühl. Wie selbstverständlich. Alles ruhte in sich. Die Stadt. Die umliegenden Dörfer. Und die Menschen von der Alb strebten ebenfalls Reutlingen zu. Hier waren die Arbeitsplätze. Hier war kulturelles Leben. Und die Dörfer konnten Dörfer bleiben. Gönningen gehörte zu jenen Gemeinden, die sich von vornherein zu Reutlingen bekannten und unter die Fittiche der großen Stadt schlüpften. Es ist aber auch der Ort, der seltsamerweise seine eigene Welt wohl am stärksten erhalten konnte. Gönningen ist immer noch Gönningen, während das sich gegen die Eingemeindung heftig wehrende Rommelsbach, das auch seinen eigenen Charakter zu beahren suchte, heute wirklich wie ein Stadtteil wirkt und nicht mehr wie ein Dorf. Man mag das bedauern. Und wir werden bei den nächsten Wahlen zu entscheiden haben, ob wir diese Entwicklung gutheißen oder ablehnen. Definiert sich Reutlingen durch seine Hochhäuser oder durch seine Dörfer? Das könnte die Schicksalsfrage der nächsten Jahre werden... (Raimund Vollmer)
Gönningen um 1952 Bildertanz-Sammlung: Foto Jakob Becker 
 Bildertanz-Sammlung: Foto Eugen Kepler
  Bildertanz-Sammlung: Foto Eugen Kepler
  Bildertanz-Sammlung: Foto Immanuel Lude
   Bildertanz-Sammlung: Foto Immanuel Lude
 Mitten im Krieg wollte Gönningen seine ersten 850 Jahre feiern. Doch das ganz große Fest stieg erst zehn Jahre später.
   Bildertanz-Sammlung: Foto Eugen Keppler
  Bildertanz-Sammlung: Foto Eugen Keppler
  Bildertanz-Sammlung: Foto Eugen Keppler
  Bildertanz-Sammlung: Foto Eugen Keppler
   Bildertanz-Sammlung:Familie Lengwin
1952: Damals feierte Gönningen 860 Jahre 
  Bildertanz-Sammlung: Wolfgang Ziegler

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…


Lieber Herr Vollmer,

nach Rückkehr aus Trier erfreuen mich die Bilder von Gönningen ganz besonders. Auch Ihre Ausführungen, ob Hochhäuser eine Grossstadt definieren oder nicht, finde ich sehr interessant. Ja die Hochhäuser, das älteste in der Karlstraße war mal was ganz feines, und heute: ich erspare mir jeden Kommentar, ich fürchte, so kann es auch mit dem geplanten Hochhaus auf dem Gelände der Kohlenhandlung Hecht enden. Da ist dann nichts mehr mit upgraden, ob mit linker sozioökonomischer Soße aus einschlägigen Seminaren an der Uni Tübingen garniert oder auch nicht.

H.R.

yanmaneee hat gesagt…

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