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Freitag, 4. März 2016

Witz des Tages: Rathaus Reutlingen...


Frage: Warum hat man vom Rathaus Reutlingen aus den schönsten Blick auf den Marktplatz?
Antwort:
Weil es der einzige Platz ist, bei dem man beim Blick auf den Marktplatz das Rathaus nicht sieht...

Bildertanz-Foto: Martin Klaus
Erstveröffentlichung am 26. September 2009

Dienstag, 22. Juli 2014

Das Arbachbad: Es würde in diesem Jahr 160 Jahre alt



1854 entstand das Arbachbad, das zwischen Pfullingen und Reutlingen lag, am Echazufer gelegen. 101 Jahre war es in Betrieb. Es wurde mit Wasser aus dem Arbach, der hier in die Echaz mündet, gespeist. Zuvor hatte es hier unterirdische Sicker-Galerien gegeben, über die man Trinkwasser gewann. Doch dann wurden die Quellen des oberen Echaztales angezapft, so dass die Anlage in ein Freibad umgewandelt werden konnte. Bei Renovierungsarbeiten um 1938 entstand wohl dieses Foto, das eine große Seltenheit darstellt. Links zu sehen, ist der Maurer Otto Künstle aus Pfrondorf, die beiden rechts von ihm waren Kollen aus Pliezhausen. 1955 kam dann das Ende des Arbachbades. Oberbürgermeister Oskar Kalbfell eröffnete das neue, supermoderne Freibad am Markwasen. Im Hintergrund rechts sehen wir übrigens die Jugendherberge, die in diesem Jahr ihren 85. Geburtstag feiern würde - wenn sie nicht vor 15 Jahren, 1999, abgerissen worden wäre.

Bildertanz-Quelle: Sammlung Künstle-Pfrondorf

Rechts erkennt man recht deutlich die Jugendherberge
Bildertanz-Quelle; Sammlung Hermann Rieker

Freitag, 13. Dezember 2013

Achtung Abriss! Wohnkultur um 1900 an der Alteburgstraße 9, Reutlingen.



Zur Erinnerung des Gebäudes Alteburgstraße 9, das ab dem 16. Dezember 2013!! abgerissen wird, eine kleine Reutlinger Baugeschichte:

Um das Jahr 1900, wurde an der Alteburgstraße ein hübsches spätgründerzeitliches Gebäude gebaut. Bürgerlich, mit Erker, Turm und einer äußerst eleganten Innenausstattung, steht es erhaben am Hang, der damals weitgehend unbebaut war.
Bild links: Abriss-Kandidat, November 2013. Rechts das denkmalgeschützte Pomologiegebäude.

Das Gebäude verbindet zudem zwei Straßenfluchten auf gekonnte Art und Weise, indem es leicht vom 90 Grad Winkel im Grundriss abgewinkelt wurde. Vermutlich plante man damals noch viel weitere solcher "herrschaftlichen Gebäude", und die Bebauung hätte an der linken Seite, in Richtung Tübinger Tor, erweitert werden sollen. Aber es dauerte lange, bis in die 1930er 1940er Jahre hinein, bis das Gebäude einen Nachbar bekam, wie das GWG-Hauptgebäude. (Nicht im Bild).

Mit seinem Erker und Türmchen bildet es optisch und bauzeitlich eine Einheit mit dem benachbarten denkmalgeschützten Pomologie-Gebäude. Diese Einheit wird von vielen Fußgängern als schön wahrgenommen. Ein Kontrast zu der Betonarchitektur der 1970er Jahre am Nordsternhaus.
Leider muss das Gebäude jedoch 2014 dem Neubau von Büroflächen weichen: Der Entwurf für die untere Alteburgstraße sieht so aus.


Das hat die Stadt Reutlingen im Jahr 2008 so beschlossen. Das Gründerzeit-Gebäude war eines der letzten historistischen in der Süd- und Weststadt, das überhaupt noch Türme und Erker besitzt. Die "Türmchen-Bestände" scheinen stark abzunehmen.

Bild oben: Wohnkultur um 1900 im 1. Obergeschoss. An der "Erkerseite" zur Alteburgstraße hin. Holvertäfelungen unter den Fenstern, profilierte Holzzargen an den Fenstern, Stuck. Verunstaltende Heizkörper und Tapeten aus den 1990ern.

Bilder oben: Obergeschoss 1, das "Luxus-Wohngeschoss. 3 Meter lichte Deckenhöhe. Gründerzeit- Türen. Im Bild rechts unter den Fenstern Holzverkleidungen, die eigentlich dem Wärmeschutz gedient haben. Sie waren auch dekorative Zierde an hochwertigen Räumen und heißen auch "Lambrien".

Bilder oben: Rechts: Kastenschloss um 1900 aus Messing und echtem Horn.

Bild oben links: Obergeschoss 1, Treppenhaus
Bild oben rechts: Wandverkleidung mit Handlauf ins Souterrain, Art Deco.

Und hier der Blick ins Dach, nach oben geschaut: Die Konstruktion des "Türmchens".
Im "Top-Zustand" -übrigens.

Es gab außer dem GWG-Neubau am Pfenning-Areal keinen Grund, das Gebäude wegen mangelhafter Standfestigkeit abzureißen, die älteren Gebäuden gerne unterstellt wird, damit der Abbruch schneller gerechtfertigt werden kann.

Das Gebäude befand sich selbst im November 2013 - kurz vor dem Abriss - in einem guten optischen und baukonstruktiven Zustand und hat sogar den Hagelsturm vom Juli 2013 mängelfrei überstanden.
Einzig eine Glasscheibe im Türmchen brach. Wir möchten unseren Bürgervertretern stark ans Herz legen, solche Stadtbildprägenden Gebäude beim nächsten Mal zu erhalten.

Bildertanz-Quelle: (c) Foto M. Kurz

Samstag, 7. Dezember 2013

Alteburgstraße 5: Abbruch der Moderne

Eine kleine Reutlinger Baugeschichte zur Erinnerung an das Gebäude Riehle und Kleinecke an der Alteburgstraße 5, das bald abgerissen wird:

In den 1930er Jahren wurde in Reutlingen an der Alteburgstraße ein modernes Wohn- und Geschäftsgebäude gebaut. Es wurde lange Zeit von der Firma Riehle und Kleinecke betrieben, die unter anderem Gartenzubehör verkauft haben. In den letzten Jahren stand es leer, es wurde von Vandalen im Innenbereich stark zerstört. Damals, zur Bauzeit, war es hochwertig eingerichtet. Es besaß  bereits eine Zentralheizung mit Heizkörpernischen und hochwertige Heizkörperverkleidungen aus Holz, ein "Damen-Büro"... und und.
Sie kennen es sicherlich:
Das Vorbild für dieses Gebäude war unter anderen die "moderne Architektur" der damaligen Zeit: Zum Beispiel die Gebäude von Erich Mendelsohn, einem damaligen "Star-Architekten", der sehr schwungvolle Fassaden mit Rundverglasungen gebaut hatte, wie 1928 das Kaufhaus Petersdorff in Breslau.

Das Gebäude an der Alteburgstraße hatte zwar ein "konservatives" Satteldach. Mit der Rundverglasung am Eingang jedoch war es für Reutlingen in Anbetracht der Tatsache, dass etwa 100 m weiter das Fachwerk-"Klein-Venedig" stand, ultra-modern. Wenn man sich das Gebäude dazu noch mit Flachdach vorstellen mag, bemerkt man, dass es weit und breit eine gestalterische Ausnahmeerscheinung war:

Bild oben: Rundverglasung am Eingangsbereich.

Bild oben: Moderne Fassade mit viel Glas, und ein moderner Schriftzug...

Bild oben: Eingangstor, mit streng geometrischer Gestaltung.... und...die Bezüge zur damaligen Kunst und heutigen Kunstgeschichte: Bild oben rechts: Gemälde von Piet Mondrian, Komposition, 1937-1942.

Bild oben: Schwungvoller Handlauf am Treppenaufgang.

Bilder der Innenräume:
 Bild oben: Ein bisschen künstlerisch: Treppenaufgang vom Obergeschoss ins Dachgeschoss.

 Bild oben: Wir nennen es einfach "Damenbüro".

 Bild oben: Eingang mit Marmorverkleidung.

 Bild oben: Einbau-Küchenschrank.


Bild oben:

Dieses Gebäude hätte man - aufgrund seiner Top-Lage in der Nähe der Stadthalle - gut für einen außergewöhnlichen Laden oder ein Café umnutzen können.

(c) Bilder: M. Kurz

Sonntag, 1. Dezember 2013

2033: Ideen für den Platz vor dem Tübinger Tor

-Bild entfernt - (MK)

Kommentar:

Wie der Vorplatz gestern aussah, sehen Sie
HIER: VORPLATZ TÜBINGER TOR 2013 

Dazu bekamen wir von I3 0 folgenden Kommentar, der ebenfalls zu einer Diskussion einlädt. 
»Prima "Vorschlag": Stadthalle abreissen, Busbahnhof abkoppeln und die mittelalterliche Altstadt hinter einem Wall neugebauter Altbauten verschanzen. Aber die Konrad-Adenauer-Strasse soll dabei bitte vierspurig bleiben. Das ist billiger Architekturpopulismus, in seiner Alternativität ebenso extrem wie das moderne flachgewienerte Schachbrett, dass wir heute in der Realität dort bewundern dürfen. Dabei finde ich das Tübinger Tor als markanten Eingang in die Stadt durchaus erhaltenswert, weil das eben auch seine historische Funktion ist. Insofern ist es imho auch in Ordnung, das Tübinger Tor als Demarkationslinie zwischen moderner und ggf. avantgardistischer Bebauung und mittelalterlichem Bestand zu begreifen. Das Problem des Platzes davor ist daher auch nicht seine Modernität, sondern diese extreme Huldigung des rechten Winkels. Die Stadthalle kann in diesem Zusammenhang momentan nur übermächtig wirken, sie steht geradezu als Monolith auf dem übertrieben eingeebneten Platz. Man müsste sich das in der Tat im Jahr 2033 noch mal ansehen, aber ich glaube kaum, dass der Baumbestand dann den Eindruck großartig ändern wird.
Was aber die soziale Belebung des Platzes angeht, kommt ein ganz anderes Problem hinzu, dem man sich mittelfristig stellen werden muss: Die gesamte Fläche um die Stadthalle ist eine verkehrsumtoste Insel zwischen dem extrem hässlichen und für Reutlingen geradezu gigantischen Busbahnhof und der extrem stark befahrenen Achse Eberhardstr/Konrad-Adenauer Str. Wer auch immer auf diesen Platz will, muss Strassen überqueren, auf denen er oder sie als Fußgänger keine Priorität hat. Da es auf dieser Verkehrsinsel zudem außer der Stadthalle kein dezidiertes Ziel anzusteuern gibt, wird der Platz auf Dauer eine reine Durchgangszone bleiben: unattraktiv, langweilig und bestenfalls Aufenthaltsort für Strassenkünstler. Die Frage sollte also nicht sein, wie wir die heißgeliebte Altstadt möglichst von diesem Platzungetüm abkoppeln können, sondern wie wir den Flair der Altstadt vielleicht in moderner Form auf den Platz erweitern können. Dazu fallen mir zwei Ad-Hoc Maßnahmen ein, mit denen man den Platz attraktiver gestalten könnte: 1. versuchen, den Platz selbst attraktiver zu machen indem man Nischen schafft, an denen die Geradlinigkeit und Ebenerdigkeit gebrochen wird - dadurch schafft man den Eindruck einer größeren Räumlichkeit und schafft es mit Geschick die totale Einsichtigkeit durch gezielt angelegte Sichtachsen zu ersetzen. An den betreffenden Stellen können Sitzmöglichkeiten eingerichtet werden, dazu vielleicht sogar ein Wasserspiel für Kinder und überhitzte Reutlinger im Hochsommer. Irgendwas um den Park als Park freundlicher zu gestalten und diesen Eindruck eines Exerzierplatzes zu relativieren.
2. Die Schaffung gastronomischer Flächen. Das könnte mit ein wenig Verhandlungsgeschick auch ohne den Neubau von Gebäuden funktionieren. Einige Gastronomen scheinen bereits kleine Flächen des Parks am Rand nutzen zu dürfen, das könnte man auch in der Mitte des Parks realisieren. Ich denke da an charmante Parkgastronomien wie im Rosengarten in der Pomologie. Im Zweifelsfall könnte man auch kleine Pavillions für den Verkauf von Crepes und Espresso o.ä. errichten. Schließlich aber wird längerfristig eine weitsichtige und weiträumige Stadtplanung gebraucht um die extreme Verkehrsbelastung in der Gegend zu reduzieren. Für eine urbane Verbindung zwischen Weststadt und Innenstadt wäre es ein Idealziel, den Vekehr auf Ledergraben und K.A.Strasse soweit wie möglich zu reduzieren. Möglicherweise wird hier der neue Tunnel Entlastung bringen, allerdings wird man sich auch dann Gedanken um eine Umstruktierung des Ledergrabens machen müssen. Ich frage mich außerdem, ob es nicht sinnvoll wäre, den Busbahnhof wieder eher in Richtung Hauptbahnhof zu verlegen. Der Listplatz in seiner aktuellen Form ist m.E. nicht sonderlich attraktiv und auch das Bahnhofsgebäude ist für eine Stadt mit 100 000 Einwohnern geradezu peinlich. Da geht noch einiges...«
VIELEN DANK!!! 

Freitag, 29. November 2013

Abriss: Der bedauerliche Abriss des GWG-Gebäudes, Alteburgstraße, Reutlingen:

Wenn Sie sowieso bald in Reutlingen sind, um einzukaufen, machen Sie doch einen Spaziergang zur Alteburgstraße: Sie sehen dort - nicht mehr lange - das "GWG-Gebäude", das zu den wenigen öffentlichen Gebäuden der Stadt Reutlingen gehört, das während der Hitlerzeit gebaut wurde.

Das Gebäude wird bald abgerissen. Obwohl es von der Denkmalpflege lange als Prüffall angesehen wurde. Erbaut wurde es in den 1940er Jahren von dem Architekt Krenn. Erst war es Elektrizitätswerk, dann Rathaus-Ersatz, dann GWG-Hauptgebäude bis 2013. 
Da die Architektur der Hitler-Zeit ein wenig aufgearbeitetes und "beleuchtetes" Thema ist, können Sie sich einen Eindruck über die Architektur und Innenarchitektur dieser Zeit verschaffen:

Das Überraschende und Erstaunliche an dem Gebäude ist, dass die originale Innenraumgestaltung der 1940er Jahre eine äußerste Eleganz zeigt, die man der Architektur der "Kriegszeit" nicht zugetraut hätte. Der Stadt Reutlingen, uns, und unseren Bürgervertretern wird also das letzte öffentliche Gebäude aus dieser Ära verlorengehen. Wir möchten unseren Bürgervertretern ganz stark ans Herz legen, stadtbildprägende Gebäude beim "nächsten Mal" zu erhalten.

Übersichtsbild oben: GWG-Hauptgebäude, ehemaliges Elektrizitätswerk, im Bild ganz links.

Bild oben: GWG-Gebäude, Haupttreppenhaus: Schwungvoller Treppenverlauf. Stufen aus Jurakalk.

Bild oben: GWG-Gebäude, Büroraum mit originalen Einbauschränken.

Bild oben: Ist das nicht elegant gelöst? Originale Einbauschränke mit Einbauwaschbecken.


Bild oben: GWG-Gebäude, Kellergeschoss: Ehemaliger Luftschutzbunkerraum, mit Stahltüren, übrigens hergestellt von der Reutlinger Firma Hess. Ein Fall für das Industriemagazin?!

(c) Bilder: M. Kurz

Dienstag, 29. November 2011

Kirchen in Reutlingen - Die 50er und 60er Jahre

Kirchen der Nachkriegszeit in Reutlingen: Ein modernes Thema. Aus heutiger Sicht erstaunlich ist es, dass während der 50er und 60er Jahre in Reutlingen viele Kirchen gebaut wurden. Nicht etwa als Ersatz für zerstörte Kriegsruinen; sondern als "Neue Kirchen" für die Gemeinden, die damals ein großes Bedürfnis nach einer Kirche und neuen Versammlungsräumen hatten. Anbei einige Beispiele für die architektonisch modernsten und radikalsten ( lat.: radix = Wurzel, Ursprung) Kirchen.

Bild 1: Die Erlöserkirche in der Kaiserstraße; ein Gebäude mit einem sehr filigranen offenen Glockenturm. 1950er Jahre. Auch ein Gebäude, das vor einigen Jahren sehr behutsam saniert wurde und den ursprünglichen Charakter bewahrt hat.

Bild 2: Die Heilig-Geist Kirche in der Alteburgstraße. Ein Gebäude der frühen 1960er Jahre im Kontrast zu einem Wohnhaus aus den 1920er Jahren.
Fotos: M.Kurz

Freitag, 25. November 2011

Was passiert eigentlich gerade... mit unserer Stadt?

Stellen Sie sich vor, Sie fahren durch Reutlingen und den "Ringelbach", ein Viertel, das ab etwa 1900 erbaut wurde. Sie fahren an einem schönen stattlichen Jugendstilbau vorüber, der 1928 fertigerstellt wurde; der in gutem Zustand da steht, und eines der schönsten Gebäude im Ringelbach ist. Und Sie erfahren plötzlich, dass dieses Gebäude abgerissen werden soll... Glauben Sie das?

Bild 1 (entfernt): Es handelt sich um dieses Gebäude: Hier ein Luftbild des Altbaus, Ringelbachstraße - Ecke Bellinostraße. Ein schönes stattliches Gebäude aus dem Jugendstil. 1926-1928 erbaut als eines der ersten Städtischen Altenheime. Damals noch mit Streuobstwiese und Weinberg in Richtung Georgenberg. Rechts daneben ein Neubau der 1970er Jahre, das Altenheim von dem Architekturbüro Behnisch, das unter Denkmalschutz steht. (!).

In der Begründung zum Bebauungsplan AH Ringelbach der Stadt Reutlingen,  vom 18.01.2011 steht:
Zitat: "Statt der Sanierung soll die weitere Dezentralisierung der stationären Pflege in sozialraumorientierten modernen Heimen angestrebt werden. Ein erster Ersatzbau wird derzeit bereits Unterm Georgenberg an der Werastraße realisiert. Der zweite Ersatzbau ist auf dem Areal des Pflegeheims Ringelbach anstelle des Altbaus vorgesehen (GR-DRS 07/031/07.1)." 

Wir gehen doch davon aus, dass die Stadt nicht den Abbruch dieses schönen Gebäudes meint. Doch in der Machbarkeitsstudie des Büros Riehle und Partner, Reutlingen, sieht man doch tatsächlich folgende Grafik:


Bild 2: Fotomontage aus der Machbarkeitsstudie von dem Büro Riehle und Partner, vom 23.03.2009. Rechts im Bild sehen Sie eine "Neubauzeile des neuen Altenheims"; der Altbau wurde einfach überplant, also abgerissen. Man fragt sich , warum der schöne Jugendstilbau als Eckgebäude nicht einfach stehen bleiben darf. Auch etwas irritierend: Im Bild oben wird der Altbau überplant mit einem Parkplatz! Was hat höhere Qualitäten: Ein Jugendstilbau oder ein Parkplatz?

Stattdessen:
Bild 3: Fotomontage aus der Machbarkeitsstudie von dem Büro Riehle und Partner, vom 23.03.2009. Ansicht Bellinostraße: Der Altbau den Sie in Bild 1 sehen, wurde schlicht einfach "wegretuschiert", als hätte es ihn niemals gegeben. Stattdessen wird ein 3-geschossiger Standardbau geplant, der städtebaulich keinen Bezug mehr zum Viertel hat. Warum wird nicht ein 4-geschossiger Bau geplant, der etwas kürzer ist, aber mehr Fläche in die Höhe hat, genauso wie der Jugendstilbau, und der neben dem Jugendstilaltbau steht und diesen ergänzt?

Der komplette schöne Altbau wurde abgerissen und überplant, anstatt sich Gedanken über einen alternativen Standort zu machen. Man hätte den Altbau auch einfach in die neue Planung mit integrieren können, und die neuen Gebäude einfach daneben planen können. Es gibt keinen Grund, diesen Altbau abzureißen.


Wenn Sie sich gegen den Abbruch des Gebäudes einsetzen wollen, rufe ich Sie dazu auf, dem Stadtplanungsamt in Reutlingen einen Einspruch zu schicken. Das kann ganz einfach über eine Email geschehen. stadtentwicklung.vermessung@reutlingen.de.


MK



Sonntag, 30. Oktober 2011

Was passiert eigentlich gerade in unserer Stadt?

Im März 2011 haben wir über ein vom Abbruch bedrohtes Gebäude geschrieben. Im September 2011 ist es nun geschehen: Das Gebäude an der oberen Gartenstraße, nähe der Planie, wurde abgebrochen. Das ehemalige Wohnhaus, etwa 1850 - 1860 erbaut, wurde systematisch vernachlässigt, bis dem Abbruch seitens der Stadt vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen nur zugestimmt werden konnte. Zur Erinnerung an eines der wenigen, zumindest bis 2011 erhaltenen spätklassizistischen Wohngebäude ein paar Fotos.

Es wird höchste Zeit für einen umfassenderen Schutz von historischen, nicht denkmalgeschützten Gebäuden in der Stadt Reutlingen!

Bild oben: Zustand des Gebäudes im März 2011. Im Bild rechts ist übrigens ein Anfang der 2000er Jahre topsaniertes Gebäude deselben Baujahres.

Bild oben: Abbruch. Zustand Ende Oktober 2011. Wie wird nun eine Baulücke gefüllt? Mit einer Bank oder mit einem Verwaltungsgebäude?

Sonntag, 13. März 2011

Was passiert eigentlich zur Zeit . . . mit unserer Stadt? Abbruch von Gebäuden.

Einerseits erleben wir den Neubau der Stadthalle, andererseits können wir in der Stadt immer wieder Gebäude erkennen, die abgebrochen werden sollen: Gebäude, die wie das im Folgenden beschriebene Gebäude seit über 150 Jahren das Bild der Stadt Reutlingen prägen: 


Im Bild oben ein abbruchgefährdetes Gebäude an der oberen Gartenstraße, wenige Meter vom Kino Planie entfernt. Das Gebäude wurde vermutlich erbaut zwischen 1850-1860. Es ist eines der letzten klassizistischen Gebäude in der Gartenstraße und soll abgerissen werden. Die meisten Gebäude dieser Baujahre haben den Krieg nicht überstanden, oder wurden in den 1970er und 1980er Jahren abgerissen.

Für die Reutlinger Oststadt, zu der die Gartenstraße gehört, gibt es einen von der Stadtverwaltung veröffentlichten Rahmenplan, mit dem "stadtbildprägende Gebäude" erhalten werden sollen. Dennoch gibt es für das Gebäude derzeit ein Abbruchgesuch.



Bild oben: Übersichtsplan der Gartenstraße. Links im Bild Kaufhof, rechts im Bild das Kino Planie.
Rot markiert ist die Lage des abbruchgefährdeten Gebäudes.

Die Gartenstraße wurde im 19. Jahrhundert als großzügige Straße geplant, auf der hochwertige Wohngebäude gebaut wurden. Um die Häuser bestanden große Gärten, die sich teilweise bis zu der später erbauten Kaiserstraße in den Norden zogen. Durch die Gartenstraße zog der König und an der Gartenstraße bauten sich einige Fabrikbesitzer ihre Stadtvillen. Jedes historische Gebäude, das abgerissen wird, löscht das Vermächtnis dieser Straße.

Wie stehen Sie zum Abbruch solcher Gebäude?
Über eine Antwort freut sich das Bildertanz-Team.

Fotos/Grafik: M. Kurz

Dienstag, 2. November 2010

Auf dem Marktplatz


... und rechts sehen Sie noch ein Stückchen von "Kaiser's Kaffee". Mit dieser Ladenkette aus dem niederrheinischen Viersen begann das Übel mit dem sächsischen Genitiv (Apostroph s), den es im Deutschen gar nicht gibt. Aber jede Werbeagentur in Stadt & Land benutzt ihn hemmungslos.
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle

Donnerstag, 30. September 2010

Das Bauwerk in der Landschaft...

... ist ein Artikel im Schwäbischen Heimatbuch von 1935 betitelt, in dem das heute als repräsentatives Beispiel des Bauhausstils wieder gefeierte "Haus auf der Alb" als "sperriger Eindringling in unserer Landschaft" beschrieben wird, das mit der "Häßlichkeit der platten Pappdächer (hier) deutlich in Erscheinung tritt".
Was meinen Sie?



Bildertanz-Quelle: Schwäbisches Heimatbuch 1935. Herausgegeben vom Bund für Heimatschutz in Württemberg und Hohenzollern, S, 67 ff.

Mittwoch, 29. September 2010

Reutlinger Geschichte schrieb auch...




...Matthäus Alber geb 4.12.1495 in Reutlingen-gest.2.12.1570 in Blaubeuren.
Alber war deutscher Reformator, er galt als "Luther Schwabens" und gab
Anstoß zur Reformation in Reutlingen.Er verließ 1548 die Stadt und ging nach
Pfullingen - auf württembergisches Gebiet. Alber wurde Stiftsprediger in Stuttgart und
der erste evang. Abt in Blaubeuren. Alber nannte sich zeitweise auch Aulber - wie die
Straße in Reutlingen, die von der Marienkirche zum Landratsamt führt. Das Matthäus-Alber-Haus
ist weit über die Stadtgrenzen bekannt -hier spielten schon Musiker aus der
Partnerstadt Roanne. (Der Bildertanz war hier auch schon) Zahlreiche Vorträge - Film-und Diaabende - wurden hier durchgeführt.
Das Alber-Haus wurde saniert und renoviert - auf dem Dach wurden Solarzellen
aufgebracht. Ein echtes Schmuckstück in der Lederstraße...


BILDERTANZ FOTO DOKU 6/2010 : WERNER RATHAI