Sonntag, 13. November 2011

Klaus Rothenhöfer: Neue Bilder von der Straßenbahn...


Untere Wilhelmstraße




Werner Früh hat die Fotos von Klaus Rothenhöfer aus Wiesloch schon lange vor uns entdeckt. Nun hatten wir bei dem Straßenbahn-Fotograf angefragt, ob wir seine Bilder auch hier im Blog und als Plakate für die Ausstellung "Wilhelmstraße" im kommenden Jahr benutzen dürfen.
Klaus Rothenhöfer hat seine Einwilligung gegeben. Mehr noch: Er meinte, dass er noch ein paar Bilder besäße, die bislang noch nicht veröffentlich worden seien. Er will sie uns zur Verfügung stellen. Wir freuen uns jetzt schon.
Bildertanz-Quelle: Klaus Rothenhöfer

1912: Das Ende der Büschelesbahn...


... war der Beginn der Straßenbahn. So war es denn auch kein Wunder, dass der GEA an die Vorzeit der Grünen erinnerte, als es am 19. Oktober 1974 darum ging, sich von der Straßenbahn zu verabschieden. Im kommenden Jahr werden wir das wohl irgendwie "feiern" müsse.

Samstag, 12. November 2011

Gestern in Lichtenstein: Sebastian Blau...


... alias Josef Eberle alias Peter Nagel aus Rottenburg. Es war ein wunderschöner Abend mit Peter Nagel, der auf Einladung des Geschichts- und Heimatvereins "Ebbes Schwäbisches im November" präsentierte. Der Meister der Kleinkunst hatte die Gedichte von Josef Eberle während seiner täglichen Fahrten von daheim in Rottenburg nach Stuttgart ins Büro auswendig gelernt - und zwar so gut und ausdruckstark, dass er sie auch mal vor Publikum vortrug. Der Erfolg war überwältigend. Er ist ein gefragter Mann. Am Freitagabend trat er in Stellvertretung für Sebastian Blau in Lichtenstein auf. Das Publikum war schlichtweg begeistert.
(Psst: Im kommenden Jahr wollen wir ihn mal in den Nordraum locken, nach Altenburg)

Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer

Charleys Glosse: Das Hotz-Komplott

"Charley", sagt der Vollmer zu mir. "Was ist da los im Rathaus?" Ich schaue meinen Chef an und weiß erst nicht, was er meint. Dann fällt's mir ein. "Ach, du meinst die Geschichte mit der Ersten Bürgermeisterin, oder?" - "Es ist doch unglaublich, was man da hört und liest", meint der Vollmer. "Meinst du, dass das alles stimmt?"
Ich ahne: Der Boss will tratschen. Kann er haben, aber volle Kanne. Ich werde ihm eine Geschichte erzählen, dass ihm die Spucke wegbleibt.
"Also", sage ich zu ihm. "Das ist doch alles Wahlkampf!" Jetzt ist der Bildermeister perplex. "Wie bitte? Wahlkampf? Wie kommst du denn da drauf?" Er setzt sich. Das ist für mich das Zeichen, dass er eine längere Erklärung erwartet.
"Also", fange ich noch einmal an. "Im Februar war doch bei uns in Reutlingen OB-Wahl." - "Richtig." - "Gewählt wurde unsere Barbara und zwar ohne einen ernstzunehmenden Gegenkandidat." - "Richtig." - "Wer wäre denn ein ernstzunehmender Gegenkandidat gewesen?" -
Mein Meister (er nennt sich bloß Mister, meint aber Meister) stutzt einen Augenblick: "Meinst Du etwa Frau Ulrike Hotz?" - "Genau." - "Aber die CDU hat doch auf einen Gegenkandidaten verzichtet." - "Eben!" - "Was meinst Du damit?"
"Also", versuche ich es erneut. "Die CDU hat keinen Gegenkandidat aufgestellt, weil sie ihn nicht verheizen wollte. Denn gegen unsere Barbara hat keiner eine Chance." - "Richtig", bestätigt der Bildermeistermister. "Aber übernächstes Jahr...", will ich weitermachen. "... wird die Stadthalle eingeweiht", fällt mir mein Chef ins Wort. "Falsch, das heißt richtig, aber das meine ich nicht", reagiere ich ein wenig unwirsch. "Was dann? Was ist denn 2013?" - "Nun", erwidere ich, und ich muss zugeben, dass ich nun jeden Augenblick genieße, so gespannt schaut mich mein Boss an. "Nun, 2013 sind OB-Wahlen." - "Quatsch", schüttelt der Vollmer den Kopf, "OB-Wahlen sind bei uns erst wieder 2019." - "Wenn Du dich da mal nicht irrst", sage ich zu ihm. "2013 sind auf jeden Fall OB-Wahlen. In Stuttgart." - "Richtig", nickt der Vollmer, "aber was hat das mit uns zu tun?" - "Na, dann wird sich die Präsidentin des baden-württembergischen Städtetages der Wahl stellen."
Der Vollmer schüttelt seinen Kopf. "Du meinst unsere Barbara Bosch wird in Stuttgart antreten?" - "Richtig! Aber zuerst wird sie noch die Stadthalle einweihen." - "Und dann?" - "Ja, und dann wird sie in Stuttgart gewählt." - "Wirklich?" - "Natürlich, sie plakatiert doch jetzt schon dort." - "Ehrlich?" - "Warum ist sie wohl ganz markant auf allen Plakaten zum Thema Stuttgart 21 - und zwar in Stuttgart?" Dem Vollmer fallen die Augen aus. Deshalb zeige ich ihm ein Foto, das ich kürzlich in Obertürkheim, einem Ortsteil von Stuttgart, gemacht habe. "Das ist mein Beweisstück Nummer 1. Und Beweisstück Nummer 2 ist ihr Kostüm. Nur wer ganz besonders auffallen will, trägt so knallige Farben."

Nun habe ich den Vollmer so weit. Wie jeder Journalist, der kritisch tut, aber am Ende jeden Mist glaubt, ist er von meiner Spekulation völlig gefangen. Und so setze ich nach: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Stuttgarter uns unsere OB wegschnappen. Und was machen wir dann?"
"Wir haben dann auch Wahlen", strahlt mich mit überragender Fachkenntnis mein Vollmer an. Und da mir das Schulmeistern meines Meistermisters jetzt so richtig gefällt, setzte ich nach: "Und wer wäre der probate Kandidat?" - "Die Erste Bürgermeisterin, Ulrike Hotz."
Na also. Endlich hat er es kapiert. Die Beamte & Bediensteten im Bauamt und in den anderen Behörden haben das schon lange begriffen, erkläre ich meinem Boss. "Die wollen aber die Hotz nicht, weil die Hotz zu viel motzt und klotzt", kann ich mir ein kleines, billiges Sprachspiel nicht verkneifen. "Die wollen die Hotz fertigmachen..."
"Charley, Charley", sagt der Vollmer. "Wenn das stimmt, dann stimmt aber in Reutlingen eine ganze Menge nicht."
Ich grinse ihn an. "Weißt du, mit Stuttgart 21 kann jeder fertig werden, der schon einmal eine Stadthalle gebaut hat. Aber mit Beamten, die gegen dich sind, bist du verloren..."

Freitag, 11. November 2011

Blaue Stunde - Reutlingen am 11. 11. 11

kh/Foto: kh

Ein bißchen Spaß muss sein...


Gefunden bei YouTube

Wilhelmstraße 102


Hier hatte übrigens im 19. Jahrhundert die Volksbank Reutlingen ihren Sitz.
Bildertanz-Quelle: Sammlung Volksbank Reutlingen

Heute ist Martinstag...


... und irgendwie stimmt uns dieses Foto aus Rommelsbach traurig. Auch wenn man nicht Vegetarier ist...
Bildertanz-Quelle: RV

Heute beginnt die fünfte Jahreszeit...


Aus dem Album des Elmar Heymann. Ein wunderbares Faschingsfoto finden Sie auch im BILDERTANZ-Kalender, den Sie bei allen Filialen der Volksbank Reutlingen bekommen können - solange Vorrat reicht. Bestimmt gibt es ihn jetzt auch in Betzingen, lieber Werner!

Donnerstag, 10. November 2011

Schon mehr als 250 Bilder für "Wilhelmstraße"...


... ausgesucht. Und damit verbunden die Bitte an Sie: Helfen Sie uns mit Ihrem Urteil dabei die besten Fotos für die Ausstellung im März 2012 zu finden.
Clicken Sie sich wieder einmal ein in unsere "WILHELMSTRASSE"!

Weitblick


Aus der Multimedia-Show "Bildertanz".
Bildertanz-Quelle: Manfred Leippert

Mittwoch, 9. November 2011

Der BILDERTANZ-Kalender ist da!


Gehen Sie doch einmal zu Ihrer Volksbank-Filiale,
und fragen Sie nach dem BILDERTANZ-Kalender!

(Solange Vorrat reicht...)

Heute grüßen wir einmal aus Glems


So sah Glems vor etwa 100 Jahren aus.
Bildertanz-Quelle: Sammlung Immanuel Lude

Dienstag, 8. November 2011

Montag, 7. November 2011

Die Baby-Boomers: Als es von uns noch jede Menge gab...


Dieses Foto gehörte im Februar 2011 zur Multimedia-Show des Bildertanzes "150 Jahre Volksbank Reutlingen". Wer - wie Ihr Mister Bildertanz - zu den geburtenstarken Jahrgängen gehört, weiß, wie schön das war, als es von uns Kindern noch jede Menge gab. Wir waren nicht so wichtig, keiner musste uns von einem Termin zum anderen chauffieren. Auf der Straße fanden wir immer jede Menge Spielkameraden. Lederfußbälle waren Raritäten, Plastikbälle taten es auch. Jedes Garagentor war ideal, vor allem dann, wenn jeder Treffer laut durch die Straße schallte. Und die Erwachsenen - naja, die lebten irgendwie in einer anderen Welt, die mit der unsrigen absolut nichts zu tun hatte.
Aber wahrscheinliuch sieht jeder seine Kindheit romantischer, als sie tatsächlich war...

Sonntag, 6. November 2011

Als die Nikolaikirche noch katholisch war...


... und es das Nikolaihaus (heute New Yorker) noch nicht gab, ebenso wenig die Straßenbahn.
Zwischen 1823 und 1910, als die katholische Gemeinde wuchs, war sie Katholiken überlassen worden. Dieses "Untermietverhältnis" wurde mit dem Bau der 1910 eingeweihten Sankt Wolfgangskirche beendet.

Samstag, 5. November 2011

Am Anfang war das Echaztal


... wichtig war aber auch die Ost-West-Verbindung.
Bildertanz-Quelle: Rudolf Thumm

Dass es Reutlingen gibt (und mit deren Gründung auch deren umliegenden Orte), hat die Stadt vor allem ihrer verkehrsgünstigen Lage zu verdanken. Durch das Echaztal strebten schon die Römer.
Zwischen Nord-Süd und Ost-West

»Verkehrsgeographisch gesehen, liegt die Stadt an der denkbar günstigsten Stelle des Echaztales. Hier schneiden sich zwei alte, für das obere Neckargebiet wichtige Verbindungswege. Die Echaztalstraße, schon von den Römern ausgebaut, bildet das Teilstück einer Parallelstraße zur Hauptverkehrsachse des Landes. Als "Rheinstraße" faßte sie den vom Bodensee-Raum in mehreren Zügen über Donau und mittlere Alb gehenden Süd-Nord-Verkehr zusammen und führte ihn über den Neckar durch den Schönbuch über Pforzheim zum Mittelrhein. Diese im Hochmittelalter bedeutsame Nord-Süd-Verbindung wurde in unmittelbarer Nähe der Stadt von einer Ost-West-Verbindung geschnitten, die vom Neckarknie bei Plochingen über Rottenburg-Horb zum Kniebis-Paß führte. Da im Zuge dieses Ost-West-Verkehrs das Neckartal zwischen Erms- und Steinlach-Mündung als verkehrsungünstig ausschied, ging fast dieser gesamte Verkehr durch den Raum der späteren Stadt und folgte hier im großen und ganzen dem Dietweg, einem schon in vorrömischer Zeit begangenen Weg zwischen Betzingen und Sondelfingen
Herbert Kopp, 1975: Die Anfänge der Stadt Reutlingen

Montag, 31. Oktober 2011

Altenburger Gespräche: Auftritt der Sorgenbande


Maria Sorge im Gespräch mit Karin Berghaus, Altenburgs Pfarrerin

Klaus Sorge und seine Jacke mit dem Emblem "Schwerter zu Pflugscharen"

Beim Einblick in die Stasi-Akten

Es war ein Experiment: die Altenburger Gespräche. Erstmals gestern, veranstaltet vom Altenburger Geschichts- und Heimatverein in Zusammenarbeit mit der evangelischen Nikolaus-Gemeinde. Die Gäste: das Ehepaar Maria und Klaus Sorge, Pfarrer in der DDR. Rund dreißig Zuhörer kamen. Und die meisten von ihnen bekamen wohl zum ersten Mal unmittelbaren Einblick in eine Stasi-Akte. Denn Maria und Klaus Sorge hatten die Papiere, soweit sie vor dem Reißwolf haben gerettet werden können, mitgebracht.(Weitere Fotos hier)

Da konnte man dann lesen, dass Klaus Sorge, Pfarrer in Spremberg in der Lausitz zwischen 1979 und 1999, als "Kopf der Untergrundbewegung" gesehen wurde. Und zwar deshalb, weil es ihm gelang, immer wieder viele, viele Konfirmanden für seine Kirche zu gewinnen. Natürlich versuchte die Stasi herauszufinden, was da in den Treffen besprochen wurde. Aber die Jugendlichen hielten dicht. Das seien "Bibelgespräche", so haben sie - wie mit ihrem Pfarrer verabredet - lakonisch geantwortet, und wenn man mehr wissen wolle, dann solle man sich an den Pfarrer wenden.

Aber die Sorges erzählten nicht nur aus dem Alltag, der von der Stasi streng überwacht wurde, wobei da wohl auch viel Unsinn vermerkt wurde. "Ich habe schallend gelacht", erzählte Klaus Sorge, als er nach der Wende seine Akte in der Birthler-Behörde las. Und war prompt ermahnt worden, doch bitte Ruhe walten zu lassen. Maria Sorge hingegen ging es anders. Sie ist immer wieder erschüttert, wenn sie in den Unterlagen liest - und dabei ahnt, wer das ausgeplaudert haben könnte. Dass das Telefon überwacht wurde, war ihnen klar. Und dass die Steckdosen verwanzt waren, darüber waren sie sich auch sicher. (Später gaben sie Rainer Eppelmann, selbst Pfarrer und während der Wende Minister für Abrüstung und Verteidigung, den Hinweis, doch ebenfalls mal die Steckdosen bei sich zuhause untersuchen zu lassen. Was dabei gefunden wurde, hatten sie als Fotokopie mitgebracht.)

Klaus Sorge kümmerte sich in seiner Zeit als Pfarrer in Spremberg vor allem um Ausreisewillige. Viele von ihnen hatten gehört, dass sie nur im Gefängnis landen mussten, um dann von Westdeutschland freigekauft zu werden. Und deshalb waren sie durchaus bereit, irgendwelche kriminellen Handlungen zu begehen, damit sie eingebuchtet würden. Der Pfarrer wirkte jedoch auf diese Mitbürger ein und zeigte ihnen andere Wege aus der DDR.

Da ja in Ostdeutschland die D-Mark das Objekt der Begierde war, musste Klaus Sorge seine Kontakte spielen lassen, um das Geld einzuschleusen. "Das war so etwas wie Geldwäsche", schmunzelte er. Er half aber auch, Geld vom Osten in den Westen zu transferieren - Geld, mit dem "Republikflüchtlingen" der Start in der Bundesrepublik erleichtert werden sollte. Rund 20.000 Ostmark hat er so über die Kirche in den West transferiert.

Eindrucksvoll schilderte Maria Sorge, die nur als Putzhilfe in der Schule ihrer vier Kinder arbeiten durfte, wie sie wutentbrannt einen der Lehrer bis auf die Herrentoilette verfolgte, um ihm die Meinung zu sagen, nachdem er zuvor eines ihrer Kinder schikaniert hatte. Immer wieder springt sie auf, um den Zuschauern durch Gestik zu zeigen, wie sie und ihre Familie drangsaliert wurden. So reihte sich eine Anekdote an die andere, Anekdoten, die Einblick gaben in ein Leben ohne Rechte.

Aber unerschrocken nimmt die Familie die Herausforderungen an. Und das Ehepaar Sorge ist vor allem stolz auf den Zusammenhalt innerhalb der Familie. Und den Mut, sich gegenüber der Obrigkeit zu behaupten.

Weil Vater Sorge die Ausreisewilligen unterstützte, wurde er einmal zusammen mit dem Superintendenten vor den Rat des Kreises befohlen - und dort wegen seiner Kontakte massiv bedroht und beschuldigt. Während sein Superintendent sich am liebsten verkrochen hätte, erklärte Klaus: "Und ich dachte, dass ich hier einen Blumenstrauß dafür bekomme, weil ich die Ausreisewilligen daran gehindert habe, kriminell zu werden." Dieses Argument konnte die Obrigkeit nicht entkräften und entließ ihn. Außer ein paar Ermahnungen hatte dies keine Konsequenzen.

Während man den Sorges zuhörte, wird wohl so mancher gedacht haben: Was muss dies ein schwacher Staat sein, der so seine Bürger überwacht - und sogar vor den eigenen Symbolen Angst hat. So besaß der älteste Sohn, Michael, eine Jacke, auf deren Ärmel das berühmte Emblem "Schwerter zu Pflugscharen" aufgenäht war. Ein Teilzitat aus der Bibel. Die Sowjetunion selbst hatte es sich zu eigen gemacht, indem sie 1959 eine Skulptur der UNO in New York schenkte, die genau dieses Bibelzitat referenzierte.

Vater Sorge hatte seine eigene Jacke, die ebenfalls mit diesem Emblem geschmückt war, mitgebracht. "Mich haben sie in Ruhe gelassen", aber seinen Sohn Michael wollte die Polizei dazu zwingen, den Aufnäher zu entfernen. Weil er dazu nicht bereit war, wurde der Junge - zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt - verhaftet und abgeführt. Da nun die Sorges auch ihre Nachrichtenkanäle hatten, erfuhren sie von der Verhaftung.

Mit heiligem Zorn stürmte allen voran Maria Sorge die Behörde, sieht ihren Sohn umzingelt von zwei Volkspolizisten, schubst alles, was im Wege stand, an die Seite und fordert ihren Sohn - inklusive Jacke. Diese hatte man ihm ausgezogen und den Aufnäher herausgeschnitten.

Wahrscheinlich waren die Wachleute so verdutzt, dass sie sich der kleinen Frau wortlos ergaben. Die Sorges konnten ihren Sohn wieder mitnehmen. Aber bei ihm war nun endgültig der Freiheitswille entfacht.

Im September 1989 durchschwamm er gemeinsam mit dem Freund seiner Schwester in einer dramatischen Aktion die Donau, und beide entkamen so der DDR - wenige Monate, bevor sie dann zusammenbrach.

Es gäbe noch vieles zu berichten von dem, was gestern Abend in Altenburg erzählt wurde. Geschichten aus dem Leben der "Sorgenbande". So wurden nämlich Maria und Klaus mit ihren vier Kindern in Schremberg genannt.

Schade, dass Sie gestern nicht dabei waren.

1907: Die Marienkirche aus Richtung Gartenstraße


Heute ist Reformationstag. Da steht natürlich Reutlingens imposanteste Kirche, die Marienkirche, im Mittelpunkt.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Die Achalm im Abendlicht

Bildertanz-Foto: Jürgen Reich

Heute abend in Altenburg: Unter den Augen der Stasi...

... unter dieser Überschrift berichten Maria und Klaus Sorge, ein Pfarrersehepaar aus Berlin, über ihr Leben in der DDR. Beginn 19.00 Uhr im Gemeindesaal der ev. Kirche in Altenburg. Initiator ist der Geschichts- und Heimatverein Altenburg, Partner des Bildertanzes. Eintritt frei. Maria und Klaus werden ihre Stasi-Akten, soweit sie haben gerettet werden können, mitbringen. Mit ihren vier Kindern, von denen übrigens eines noch wenige Wochen vor dem Fall der Mauer durch die Donau schwamm, um in den Westen zu flüchten, führten sie ein vom DDR-Staat geächtetes Leben in der Lausitz. Maria durfte nur als Putzfrau in der Schule arbeiten, was allerdings keine schlechte Position war, um ihre Kinder vor Schikanen durch die Lehrer zu schützen.
Es wird ein ebenso spannender wie amüsanter Abend. Denn beide haben eine Menge Humor.
Vielleicht sehen wir uns heute abend...

Was passiert eigentlich gerade in unserer Stadt?

Im März 2011 haben wir über ein vom Abbruch bedrohtes Gebäude geschrieben. Im September 2011 ist es nun geschehen: Das Gebäude an der oberen Gartenstraße, nähe der Planie, wurde abgebrochen. Das ehemalige Wohnhaus, etwa 1850 - 1860 erbaut, wurde systematisch vernachlässigt, bis dem Abbruch seitens der Stadt vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen nur zugestimmt werden konnte. Zur Erinnerung an eines der wenigen, zumindest bis 2011 erhaltenen spätklassizistischen Wohngebäude ein paar Fotos.

Es wird höchste Zeit für einen umfassenderen Schutz von historischen, nicht denkmalgeschützten Gebäuden in der Stadt Reutlingen!

Bild oben: Zustand des Gebäudes im März 2011. Im Bild rechts ist übrigens ein Anfang der 2000er Jahre topsaniertes Gebäude deselben Baujahres.

Bild oben: Abbruch. Zustand Ende Oktober 2011. Wie wird nun eine Baulücke gefüllt? Mit einer Bank oder mit einem Verwaltungsgebäude?

Freitag, 28. Oktober 2011

Beim Recherchieren entdeckt: Turner & Freiwillige Feuerwehr


Betzinger Turnplatz an der Jettenburger Straße
Da dies manchen in der Bildertanz-Gemeinde interessieren könnte, sei hier auf einen Artikel hingewiesen, den ich beim Recherchieren für eine Multimediashow zum Thema 150 Jahre Turngau Achalm gefunden habe. Da wird beschrieben, dass Turner (auch in Reutlingen) Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr gewesen waren. HIER DER LINK

Im Kindergarten der Jahrhundertmitte


In Ohmenhausen.
Das wären nätürlich auch schöne Motive für unsere Bildertanz-Ausstellung "Wilhelmstraße". Die Begeisterung für dieses Projekt hat inzwischen nicht nur die Wilhelmstraße ergriffen. Dank Tanja Ulmer vom Stadtmarketing, die Werbung für unser Projekt machte. Und auch Janna Blum (Mode-Janna in der Wilhelmstraße und Chefin von "Obere Wilhelmstraße") spürt aus Gesprächen mit Kunden, dass hier großes Interesse vorliegt. (Vielleicht haben wir sogar einen neuen Bilder-Lieferanten gewonnen.) Aus den Kreisen der Einzelhändler ist mehr und mehr die Meinung zu hören, dass wir die Ausstellung in etwas wärmere Monate verlegen sollten - am liebsten in den März. Wahrscheinlich wird es so kommen.
Neue Bilder gibt's auch in unserer Musterstraße. Stimmen Sie doch wieder ab. Mit Ihrem Click in die "Wilhelmstraße".
Bildertanz-Quelle: Margarete Ankele

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Ist die Stadthalle nur ein "Klassiker"?

Warum setzt das städtische Kulturprogramm im ersten Veranstaltungs-Jahr der neuen Stadthalle, also 2013, so sehr auf Konzerte und klassische Musik? Nur E (Ernste Musik) und kein U (Unterhaltung)?
Eher so nebenbei und mehr mit Blick auf das Jahr 2014 werden Pop-Konzerte adressiert. Dabei locken diese doch das große Geld an, sind subventionsfrei und bezahlen somit die Saalmiete nicht aus Steuermitteln. Nein, "Klassik gibt den Ton an", titelt arglos der Reutlinger Generalanzeiger. Wer will schon etwas gegen Mozart sagen? Wer will etwas gegen Beethoven wagen? Und mit der Württembergischen Philharmonie haben wir ein Orchester, das internationales Ansehen genießt. Ja, es habe eine überdurchschnittliche Einspielquote, heißt es in Fachkreisen. (Die genaue Quote und ein entsprechendes Ranking ließ sich leider im Internet nicht recherchieren, vielleicht kann mir da jemand helfen!)
Auf jeden Fall ist die Qualität dieses Orchesters unbestritten. Und dessen Existenz war ja auch der Grund, warum viele Reutlinger der Planung einer Stadthalle (nicht aber auch deren Realisierung) in einer offiziellen Abstimmung zustimmten. Aber eine Stadthalle, die für alle da ist, lebt nicht von Subvention allein. Sie braucht Kassenschlager. Die kommen indes aus dem U-Sektor. Warum ist da so wenig auf dem städtischen Kulturprogramm? Gilt nur Klassik als Kultur?
Wer dieses Blog aufmerksam gelesen hat, weiß, dass wir hier wiederholt die Frage aufgestellt haben, ob die Akustik des Saales tatsächlich auch für elektronisch verstärkte Musik geeignet ist. Von Fachleuten haben wir gehört, dass die Akustik hervorragend ausgerichtet sein wird für Orchester. Ohne Verstärker. Aber bei Musik, die aus Lautsprechern kommt, sind die Experten sehr, sehr skeptisch. Und deshalb setzt das städtische Kulturprogramm wohl vor allem auf Klassik. Denn die will keiner von der CD hören, sondern life und unverstärkt.
Irgendwann wird die Wahrheit herauskommen - und vielleicht irren sich ja auch die Fachleute, und alles wird gut. Der GEA kommuniziert den Überschwang, mit dem die Stadträte das Programm gelobt haben. Wird da jetzt die Klassik gefeiert, weil man die U-Musik fürchtet? Wegen der Akustik. Eine Halle mit Hall?
Vielleicht hätte die Überschrift im GEA lauten müssen: "Die Akustik gibt den Ton an"

Marktplatz: Was der Krieg zerstört hat


Vor 100 Jahren

Und heute 2011: links sehen wir die Häuserfront.