Donnerstag, 11. Dezember 2014
Dezember 2014: RadiKahlschlag rund um die Nikolaikirche (und ein nicht ganz fairer Vergleich mit 2011)
Zugegeben: Im Winter wirken alle Plätze tagsüber trostlos. Aber der Kahlschlag ist schon radikal.
Im Vergleich dazu Bilder aus dem Sommer 2011. So schön wird es auch 2015 hier nicht werden. Mussten diese Bäume wirklich sterben?
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
1983: "Anschlag gegen die IBM Reutlingen"...
... lautet ein Pamphlet, mit der die linke Web-Seite www.freilassung.de gegen den einstmals größten Computerhersteller der Welt polemisierte. Es gab im März 1983 einen Anschlag auf die Niederlassung der IBM Deutschland in Reutlingen. Der Spiegel schrieb: "In Reutlingen verwüstete die Bombe
einer 'kämpfenden Einheit Gudrun Ensslin' die Fensterfront des
Regionalen Rechenzentrums". Im Hintergrund stand also auch die RAF. Anlass war dabei wohl auch ein Besuch von US-Präsident Ronald Reagan in Deutschland. In dem Pamphlet wird besonders die AOK erwähnt. Unter der Überschrift "Früchte des Zorns" wird da behauptet: "Die AOK Baden-Württemberg zum Beispiel, ausgestattet mit
einem IBM- Rechnerverbund, verfügt über die Daten von
7 Millionen Personen und führt für 86.000 Unternehmen
die Konten. Über dieses Datensystem ist der Zugriff auf die
Krankheitsstatistik aller Arbeiter für die Unternehmer gesichert." Big Data stand also schon damals im Blickpunkt der Kritik.
Mittwoch, 10. Dezember 2014
Rund um den Federnseeplatz...
... gibt es in unserem Archiv kaum historische Bilder, aber wohl jede Menge Geschichten zu erzählen. Jedenfalls wird dies demnächst für uns eine ältere Dame tun, die hier aufgewachsen ist und uns als Zeitzeugin zur Verfügung stehen will. Wir freuen uns schon riesig darauf. Denn hier war dereinst das Olympiatheater, das in der unmittelbaren Nachkriegszeit das Kulturzentrum Reutlingens darstellte. Berühmte Schauspieler traten hier auf. Aber das wird uns unsere Zeitzeugin bestimmt alles nich ganz genau darstellen. Momentan ist sie dabei, noch eine Freundin zu "aktivieren". Und vielleicht haben wir dann auch historische Aufnahmen von diesem Platz. der seltsamerweise immer vergessen wird. Bei unserer Bildertanz-Ausstellung 2012 haben wir übrigens nicht sehr erfolgreich um Schaufenster geworben. Vielleicht wird es beim nächsten Mal besser. Raimund Vollmer
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
Dienstag, 9. Dezember 2014
Montag, 8. Dezember 2014
Heute und morgen in der Stadthalle: Kostenloses Parken in der Tiefgarage
Das bietet uns die Stadt Reutlingen. Sie spürt wohl, dass sie endlich einmal etwas unternehmen muss. Wir empfehlen natürlich allen Autofahrern in der 2. Etage der Tiefgarage zu parken. Da kann man nämlich gleichzeitig Reutlingens beste Tiefgaragenausstellung besichtigen. Na die, vom Bildertanz.
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
Sonntag, 7. Dezember 2014
1998: Abriss auf dem Bruderhausgelände
Erinerungen an ein Stück Reutlinger Industrie- und Wirtschaftsgeschichte
Bildertanz-Quelle:Wolf-Rüdiger Gassmann
Samstag, 6. Dezember 2014
Eine etwas andere Nilkolausfahrt
Der Nikolaus hat heute etwas verschlafen. Darum ist er erst bei Nacht los gekommen. Die Kinder werden sich trotzdem über seine Päckchen freuen.
Bitte zum Anschauen vergrößern!
Bildertanz-Quelle: Hans-Martin Hebsaker, München
Bildertanz-Quelle: Hans-Martin Hebsaker, München
Die Kalender des Steffen Burgemeister: Eisenbahn und Straßenbahn
Bildertanz-Quelle:Steffen Burgemeister
Machen wir heute mal ein wenig Werbung für einen lieben Freund, der uns mit seinen Fotos immer unterstützt hat. Steffen hat zwei Kalender herausgebracht. Fehlt nur noch der Preis und die Bezugsadresse. Mehr erfährt man auf jeden Fall hier:
FOTOFACHGESCHÄFT
Burgemeister
Burgemeister
Marktstraße 33
72793 Pfullingen
Tel.+Fax.: 07121 71165
info@fotoburgemeister.de
www.fotoburgemeister.de
72793 Pfullingen
Tel.+Fax.: 07121 71165
info@fotoburgemeister.de
www.fotoburgemeister.de
Straßenbahn Magazin 1975: Das Ende der Grünen als Titelgeschichte
»Seit 19. Oktober 1974 gegen Mitternacht hat Reutlingen keine Straßenbahn mehr. Eine erschreckende Nachricht, da der Wagenpark noch längere Zeit einen zufriedenstellenden Betrieb aufrechterhalten hätte können. Die Stadtwerke wollten dem Wechsel zuerst ganz nüchtern vollziehen, doch dank des Musikvereinns Eningen konnte ein wenig Leben in die letzte Fahrt gebracht werden.« JÜRGEN LUTZBildertanz-Quelle:Straßenbahn-Magazin/Sammlung Peter Finkbeiner
Freitag, 5. Dezember 2014
Unser Eventskalender: 5. Dezember 2014
Nikolausabend - Schau mir in die Augen, Kleines!
Hintergrund:
Dort, wo ich in den 50er Jahren aufgewachsen ist, im Münsterland, kam am Nikolausabend, also am 5. Dezember, der Heilige Mann mit seinem Knecht Ruprecht in jedes Haus. Da es eine sehr katholische Gegend war, sah der Nikolaus auch aus wie ein Bischof und nicht wie ein Weihnachtsmann. Er hatte auch mit Coca-Cola keinen Werbevertrag. Er besuchte jedes Kind - und manchmal machte er den jungen Frauen auch schöne Augen. Wie auf unserem Eventskalenderbild im Bildertanz-Blog. Die Frau war aber nicht meine Mutter, auch nicht meine große Schwester. Sie half unserer Mutter im Haushalt - und von uns Kindern (wir waren 5) ward sie heiß und innig geliebt. Der Nikolaus konnte übrigens nicht bei ihr landen.
Bildertanz-Quelle:Sammlung Raimund Vollmer
Hintergrund:
Dort, wo ich in den 50er Jahren aufgewachsen ist, im Münsterland, kam am Nikolausabend, also am 5. Dezember, der Heilige Mann mit seinem Knecht Ruprecht in jedes Haus. Da es eine sehr katholische Gegend war, sah der Nikolaus auch aus wie ein Bischof und nicht wie ein Weihnachtsmann. Er hatte auch mit Coca-Cola keinen Werbevertrag. Er besuchte jedes Kind - und manchmal machte er den jungen Frauen auch schöne Augen. Wie auf unserem Eventskalenderbild im Bildertanz-Blog. Die Frau war aber nicht meine Mutter, auch nicht meine große Schwester. Sie half unserer Mutter im Haushalt - und von uns Kindern (wir waren 5) ward sie heiß und innig geliebt. Der Nikolaus konnte übrigens nicht bei ihr landen.
Bildertanz-Quelle:Sammlung Raimund Vollmer
Donnerstag, 4. Dezember 2014
Reutlinger Geschichte: Die Stadtbäche und anderer Unrat (4)
In der Wilhelmstraße 1888
Der große Karl Keim schrieb über die Stadtbäche: "Noch lange wusch man verschmutzte Berufskleider, vor allem 'Manchesterhosen' am Stadtbad. Handwerker und Weingärtner reinigten ihre Geräte darin, Ferber und Gerber kolorierten und aromatisierten den Lauf, Hausfrauen schütteten Spül- und andere Wässer in den Bach, was manche Bäcker, besonders in der Zwiebelplatzzeit nicht daran hinderte, den zum Ausputzen des Backofens benützten Wischer einzutunken.
Das 'Indenbachfallen" gehörte zu den Kinderkrankheiten. 'Alldahiesige' charaketrisierten 'Reingeschmeckte' so, dass sie sagten, sie seien "nicht mit Stadtbachwasser getauft worden'. Gassenbuben drohten bei Händeln: 'Ich schlag dich in den Bach hinein' oder milder: ' Du hast - scheint's - heute noch kein Stadtbachwasser getrunken'."
In einem Album fanden wir folgende Notiz über die Stadtbäche: "Da hat man als junge Kerle seine Unterhaltung gehabt. In meiner Jugend ist man, sobald das Wetter mitgemacht hat, barfuß gelaufen. Da ist man dann in den Bach gesprungen. Wenn Sie glitschig waren, ist man ausgerutscht und lag dann drin. Auch hat man oben in der Wilhelmstraße, beim Soifasieder Walz (heutiges Zoohaus) nakhogt ond hat met Händ und Füß Wasser gestaut."
Bildertanz-Quelle: Sammlung Fritz Haux
Der große Karl Keim schrieb über die Stadtbäche: "Noch lange wusch man verschmutzte Berufskleider, vor allem 'Manchesterhosen' am Stadtbad. Handwerker und Weingärtner reinigten ihre Geräte darin, Ferber und Gerber kolorierten und aromatisierten den Lauf, Hausfrauen schütteten Spül- und andere Wässer in den Bach, was manche Bäcker, besonders in der Zwiebelplatzzeit nicht daran hinderte, den zum Ausputzen des Backofens benützten Wischer einzutunken.
Das 'Indenbachfallen" gehörte zu den Kinderkrankheiten. 'Alldahiesige' charaketrisierten 'Reingeschmeckte' so, dass sie sagten, sie seien "nicht mit Stadtbachwasser getauft worden'. Gassenbuben drohten bei Händeln: 'Ich schlag dich in den Bach hinein' oder milder: ' Du hast - scheint's - heute noch kein Stadtbachwasser getrunken'."
In einem Album fanden wir folgende Notiz über die Stadtbäche: "Da hat man als junge Kerle seine Unterhaltung gehabt. In meiner Jugend ist man, sobald das Wetter mitgemacht hat, barfuß gelaufen. Da ist man dann in den Bach gesprungen. Wenn Sie glitschig waren, ist man ausgerutscht und lag dann drin. Auch hat man oben in der Wilhelmstraße, beim Soifasieder Walz (heutiges Zoohaus) nakhogt ond hat met Händ und Füß Wasser gestaut."
Bildertanz-Quelle: Sammlung Fritz Haux
Mittwoch, 3. Dezember 2014
Schaufenster eines Spielwarenladens
Adventszeit ist auch Schaufensterzeit. Viele Läden schmücken ihre Schaufenster entsprechend aus. Die Passanten bleiben dann interessiert stehen und finden möglicherweise etwas Schönes, was sie ihren Lieben (oder auch sich selbst) zu Weihnachten schenken können.
In meiner Kindheit in den 1950er/1960er-Jahren waren es die Spielwarenläden, die in der Zeit vor Weihnachten mit fantasiereichen Modelleisenbahnanlagen in den Schaufenstern die Herzen aller Jungen (und Väter?) höher schlagen ließen.
In Reutlingen gab es damals noch viele Läden, die entweder spezielle Spielwaren-Läden waren (z.B. J.J.Fehl) oder Modelleisenbahnen neben dem eigentlichen Geschäft "nebenbei" anboten (Akermann, Knapp, Reebmann, ...). Besonders in Erinnerung ist mir jedoch der Schuler, der sich in einer Querstraße zur unteren Wilhelmstraße befand (Bärenstraße?). Er hatte zur Vorweihnachtszeit immer tolle Modelleisenbahnanlagen im Schaufenster stehen, zu denen uns unser Vater in der Adventszeit gelegentlich hinführte und wir Kinder dann immer ganz glänzende Augen bekamen. Mein Vater hatte dann nur stets das Pech, dass er uns von dem Schaufenster nicht mehr weg bekam.
Leider gibt's den Schuler und alle anderen genannten Modellbahn-Geschäfte oder Modellbahn-Abteilungen nicht mehr. Nur Schweikhardt in der unteren Metzgerstraße (ein Modellbahngeschäft der "jüngeren Generation") "hält noch die Stange" (oder gibt's sonst noch ein Modellbahngeschäft in Reutlingen?).
Mit dem beigefügten Video habe ich einmal versucht, die Stimmung vor einem solchen Schaufenster nachzuempfinden, auch wenn die Umgebung nicht authentisch ist und die Namen fiktiv sind.
Viel Spaß beim Anschauen (bitte gegebenenfalls vergrößern)!
Bildertanz-Quelle: Hans-Martin Hebsaker, München
Das als Video aufgenommene Motiv entstand mit einem Modellbahn-Programm, mit dem 3-dimensionale virtuelle Modellbahnanlagen erstellt und betrieben werden können. Die verwendeten Modelle für dieses Programm wurden von vielen gleichgesinnten Hobby-Kollegen bereitgestellt.
In meiner Kindheit in den 1950er/1960er-Jahren waren es die Spielwarenläden, die in der Zeit vor Weihnachten mit fantasiereichen Modelleisenbahnanlagen in den Schaufenstern die Herzen aller Jungen (und Väter?) höher schlagen ließen.
In Reutlingen gab es damals noch viele Läden, die entweder spezielle Spielwaren-Läden waren (z.B. J.J.Fehl) oder Modelleisenbahnen neben dem eigentlichen Geschäft "nebenbei" anboten (Akermann, Knapp, Reebmann, ...). Besonders in Erinnerung ist mir jedoch der Schuler, der sich in einer Querstraße zur unteren Wilhelmstraße befand (Bärenstraße?). Er hatte zur Vorweihnachtszeit immer tolle Modelleisenbahnanlagen im Schaufenster stehen, zu denen uns unser Vater in der Adventszeit gelegentlich hinführte und wir Kinder dann immer ganz glänzende Augen bekamen. Mein Vater hatte dann nur stets das Pech, dass er uns von dem Schaufenster nicht mehr weg bekam.
Leider gibt's den Schuler und alle anderen genannten Modellbahn-Geschäfte oder Modellbahn-Abteilungen nicht mehr. Nur Schweikhardt in der unteren Metzgerstraße (ein Modellbahngeschäft der "jüngeren Generation") "hält noch die Stange" (oder gibt's sonst noch ein Modellbahngeschäft in Reutlingen?).
Mit dem beigefügten Video habe ich einmal versucht, die Stimmung vor einem solchen Schaufenster nachzuempfinden, auch wenn die Umgebung nicht authentisch ist und die Namen fiktiv sind.
Bildertanz-Quelle: Hans-Martin Hebsaker, München
Das als Video aufgenommene Motiv entstand mit einem Modellbahn-Programm, mit dem 3-dimensionale virtuelle Modellbahnanlagen erstellt und betrieben werden können. Die verwendeten Modelle für dieses Programm wurden von vielen gleichgesinnten Hobby-Kollegen bereitgestellt.
Dimitris Weihnachtsmarkt und andere Gedanken
Bildertanz-Quelle:Dimitri Drofitsch
Am Rande des Geschehens
Optisch gibt der Weihnachtsmarkt ja abends schon eine ganze Menge her - vor allem für unsere "Stadtfotografen". Aber von immer mehr Besuchern hört man: "Außer Fressalien und Getränken gibt es hier nur Kruscht." Die Kritik kommt aus derart unterschiedlichen Quellen, dass man sich schon seine Gedanken machen muss. Entweder braucht es wirklich kein besseres Angebot und die Reutlinger sind damit zufrieden, lehnen alles andere ab, oder aber die Betreiber müssen ernsthaft über die Zukunft und das Konzept dieses Weihnachtsmarktes nachdenken. (Die Kritik kommt übrigens nicht nur von Besuchern, sondern auch von Mitarbeitern an den Ständen) Ich bin am Montagmorgen über den Weibermarkt gegangen - und wollte dann für ein paar stille Minuten in die Marienkirche. Die ersten Stände auf dem Markt hatten gerade geöffnet, die Kirche aber war geschlossen. Erst nachmittags sei sie geöffnet. Kommerz siegt über Kirche. Irgendwie stimmt das traurig... (Raimund Vollmer)
Reutlinger Geschichte: Die Stadtbäche und anderer Unrat (3)
Hermann Kurz, der Reutlinger Dichter, hat uns folgende Geschichte überliefert. Ein fremder Reitersmann war dereinst als Gast in der Reichsstadt gewesen. Und ein Torwächter, der wusste, was sich gehörte, begleitete den Reiterauf seinem Weg durch die Straßen der Stadt. Dem hohen Herrn missfiel es nun, dass der Stadtbach praktisch die gesamte Mitte der Straße für sich in Anspruch nahm und sein Pferd somit durch Wasser waten musste. Der Torwächter selbst, der zu Fuß war, hüpfte gleichsam von einem Pfosten zum anderen. Pfosten, die den Straßenrand säumten und aus dem Wasser und wahrscheinlich auch Dreck herausragten. Über diese "Fußgängerzone" mokierte sich nun der Reiter. Der Torwächter aber antwortete: "Unsere Alten haben es so angelegt, und wir wollens nicht anders haben."Was will man da entgegnen? Heute haben wir eine Stadt, die eher alles anders haben möchte...
Bildertanz-Quelle: Sammlung Bildertanz
Unser Eventskalender: 3. Dezember 2014
Vor 40 Jahren versank Klein-Venedig
In der Zeit zwischen 1972 und 1974 herrschte hier die Abrissbirne. Wo der Bombenkrieg nur ein paar Löcher gerissen hatte, da mussten nun die Gebäude vor dem Autoverkehr kapitulieren. Die Häuser in der Lederstraße 46 bis 74 verschwanden komplett zugunsten unserer "Stadtautobahn". Und das war dann das Ende jenes malerischen Gebietes, dem das "Stadtmarketing" vor 100 Jahren den Namen Klein-Venedig gegeben hatte. Seine Ursprünge gehen sogar zurück bis in die Zeit vor dem Großen Stadtbrand von 1726, der in der Geschichte unserer Stadt eine echte Zäsur darstellt. Damals gab es hier nur einstöckige Werkstätten. Erst im 19- Jahrhundert wurde daraus das, was noch heute als "Klein-Venedig" im kollektiven Gedächtnis gegenwärtig ist. Vor allem die Gründerzeit, also die Epoche um 1870, wirkte hier stilbildend. Nur Gerber- und Färber wohnten hier. Sie brauchen den Fluss, die Echaz, für ihre Arbeit. Deshalb gab es an den Gebäuden Wasserausbauten, die auf Pfählen im Wasser standen. Von zwei Ausnahmen wird berichtet. Da war einmal die "Hahn'sche Mühle" und einen "Manchester-Fabrikanten", also wohl dem Stammhaus der Familie Haux. Doch ab 1890 zeigten sich die ersten Auflösungserscheinungen. 1890 "verdrängte" ein Schuhmacher den ersten Gerber. Ihm folgte ein Schmied, der einen Färber ablöste. Und als dann der erste Weltkrieg vorbei war, war damit auch die Zeit der Färber und Gerber zu Ende. Raimund Vollmer
Bildertanz-Quelle:Gärtnerei Hespeler
Dienstag, 2. Dezember 2014
Reutlinger Geschichte: Die Stadtbäche und anderer Unrat (2)
Die Pfullinger gruben dereinst den Reutlingern das Wasser ab. Das Bild ist aus einer Ausstellung, die wir momentan für das Seniorenheim Haus Ursula in Pfullingen aufbereiten. Da fragt man sich, warum ist in Reutlingen noch niemand auf diese Idee gekommen? Psychologen haben uns erklärt, dass es für alte Menschen ungemein belebend sein kann, wenn durch unsere Bilder das Langzeitgedächtnis der Menschen angesprochen wird und diese Bilder dann wieder im Kurzzeitgedächtnis präsent werden.
Aus dem Jahre 1805 sagt uns ein Bericht des Dr. F.A. Memminger, dass nur die Wilhelmstraße und die Katharinenstraße dereinst gepflastert waren. Beidseitig waren durch diese Straßen Stadtbäche geflossen, Ableitungen der Echaz. Durch sie lief aber nicht nur das Wasser, sondern auch jede Menge Dreck. Sie waren dazu da, "allen Unrat aus den Häusern aufzunehmen. In allen anderen Straßen und Gassen fließen die aus der Echaz gespeisten Bäche in der Straßenmitte; sie könnten im Sommer eine angenehme Kühlung verschaffen, wenn nicht die Pfullinger gerade um diese Zeit das Wasser zur Wässerung ihrer Wiesen ausnützten und die Bäche fast vertrockneten."
Bildertanz-Quelle: Unsere Sammlung
Aus dem Jahre 1805 sagt uns ein Bericht des Dr. F.A. Memminger, dass nur die Wilhelmstraße und die Katharinenstraße dereinst gepflastert waren. Beidseitig waren durch diese Straßen Stadtbäche geflossen, Ableitungen der Echaz. Durch sie lief aber nicht nur das Wasser, sondern auch jede Menge Dreck. Sie waren dazu da, "allen Unrat aus den Häusern aufzunehmen. In allen anderen Straßen und Gassen fließen die aus der Echaz gespeisten Bäche in der Straßenmitte; sie könnten im Sommer eine angenehme Kühlung verschaffen, wenn nicht die Pfullinger gerade um diese Zeit das Wasser zur Wässerung ihrer Wiesen ausnützten und die Bäche fast vertrockneten."
Bildertanz-Quelle: Unsere Sammlung
Montag, 1. Dezember 2014
Reutlinger Geschichte: Die Stadtbäche und anderer Unrat (1)
Da hatte sich 1495 Friedrich III. für einen Besuch in Reutlingen angemeldet. Mit großem Gefolge. Allein 400 Pferde sollte die Stadt aufnehmen. Und weil hier ja sparsame Schwaben regierten, überlegten sie, wie sie den Besuch des Kaisers irgendwie verhindern könnten. Kurzerhand machte sich eine Delegation auf den Weg Richtung Hechingen, um dem Hohen Herrn entgegenzureiten. Er freute sich kaiserlich über dieses "Entgegenkommen". Und als ihm die Delegierten erklärten, dass in Reutlingen die Straßen in einem fürchterlichen Zustand seien, sodass die Pferde bis zum Bauch im Dreck und Kot versinken würden. Doch der Kaiser ließ sich davon nicht abschrecken, war vielmehr gerührt von der Fürsorglichkeit seiner Bürger in der Freien Reichsstadt. Es hatte nicht genutzt. Der Kaiser kam - und hinterließ wohl ein dickes Loch im Stadtsäckel. Denn die Bewirtung der Hohen Herren ging voll auf Kosten der Stadt. (Raimund Vollmer)
Bildertanz-Quelle:Sammlung Wilhelm Hammer
Inhaltsverzeichnis: ZWISCHEN KRIEG UND UNFRIEDEN
Die bisher erschienenen Beiträge aus unserer Video-Reihe Was wir bisher veröffentlicht haben
1. Weimar, Nazizeit und Krieg
Adolf Haussmann // Günther Fauser // Walter Siemes (Betzingen) // Willi Raiser (Rommelsbach) // Richard Walker (Altenburg) (1) // Anneliese Siemes (Betzingen) (1) // Richard Blank // Ruth Mühleisen (Pfullingen) (1) // Marianne Münzinger (Pfullingen) (2) //
2. Die Bomben: Als Feuer vom Himmel fiel
Knut Hochleitner (1) // Ruth Haussmann (1) // Adolf Haussmann (1) // Inge Schäfer (Gönningen) // Ursula Deutschle //
3. Der Einmarsch: Die Franzosen kommen (Besatzungszeit)
Anneliese Siemes (Betzingen) (2) // Helmut Thumm (Rommelsbach) // Marianne Münzinger (Pfullingen) // Gerhard Fingerle (Altenburg) // Besatzungszeit in Altenburg Reiner Zeeb (1) // Besatzungszeit in Altenburg Reiner Zeeb (2)
Besatzungszeit in Altenburg Reiner Zeeb (3) // Ruth Mühleisen (Pfullingen, 2) // Anneliese Siemes (Betzingen) (4)
4. Nachkrieg, Flucht und Heimkehr
Lieselotte Fischer //Helmut Pauler (Altenburg) // Herbert Fuchs // Hans Weimar (1) // Hans Weimar (2) // Marianne Münzinger (Pfullingen) (3) // Karl Floten (1) // Karl Floten 2 //
5. Schule, Leben und Beruf
Anneliese Siemes (Betzingen) (3) // Knut Hochleitner (2) //
6. Währungsreform
Ruth Haussmann (2) //
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
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