Donnerstag, 6. Juli 2017

In welcher Stadt wollen wir leben? Eine Erwiderung von Katrin Korth



Dr. Katrin Korth war bis Ende 2016 stellvertretende Leiterin des Tiefbauamtes in Reutlingen. Unsere Stadt liegt ihr immer noch am Herzen, auch wenn sie nicht mehr hier tätig ist. Ein Essay von Raimund Vollmer hier im BILDERTANZ-BLOG hat inklusive der Kommentare auf Facebook "Unbehagen" bei ihr erzeugt. Und so  hat sie sich hingesetzt, um diesem Unbehagen Ausdruck zu geben. Aus diesem Unbehagen wird  - für uns - ein Lesevergnügen. Die Bilder, mit denen wir Korths Beitrag schmücken, sind aus dem Bildertanz-Album von Fritz Haux. Ob Frau Doktor sie auch ausgewählt hätte...  (RV)
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Wieder ein klugkritischer Bericht im Bildertanz über das Unbehagen mit moderner Architektur und Stadtplanung, über wahnwitzige Ideen von Architekten, über Tradition und Moderne, das Verhältnis von Architektur und Macht, über die Rückkehr des Hochhauses in die Stadt und die Vielfalt des Lebens. Wunderbar. Nach wie vor ist der Bildertanz in Reutlingen einer der wenigen Orte und damit viel mehr als nur ein soziales Medium, an dem der Diskurs über Stadtentwicklung in Reutlingen versucht wird. Das macht ihn so unersetzbar.
Gleichzeitig erzeugen die Beiträge und Diskussionen mitunter ein Unbehagen bei mir. Viel pauschales „Alles schlecht heute“ und „böse Stadtplaner und Bürgermeister, die alles Schöne abreißen“. Auch im aktuellen Beitrag fand sich dieser Unterton, dass den Bürgerinnen und Bürgern schreckliche moderne Architektur und Stadtplanung übergestülpt würde und sie dem hilflos ausgesetzt wären. 

Wird Architektur und Stadtplanung den Menschen übergestülpt? Charlie Bildertanz richtete den Blick auf die letzten 50 Jahre mit schönen Beispielen und Zitaten wie dem, dass der Krieg eigentlich viel zu wenige Häuser zerstört habe, welches Oskar Kalbfell zugeschrieben wird - und dass ich auch von mehreren anderen, zum Teil namhaften Stadtplanern, Politikern und Bürgermeistern aus dieser Zeit kenne. Dem von (vermeintlich) gesichtsloser Stadtplanung geplagten Reutlinger spricht das aber sicher aus der Seele: seht, bei uns ist es schon immer am Schlimmsten. Ist es nicht, besuchen Sie mal Darmstadt, danach wird Ihnen Reutlingen wie ein Kleinod vorkommen.

Der Blick auf die letzten 50 Jahre reicht für die berechtigte Kritik an der Moderne nicht. Architektur und Stadtplanung der Nachkriegszeit und ebenso die schrecklichen Auswüchse heute sind nicht zu verstehen ohne das 19. Jahrhundert und das gigantische Wachstum der Städte, die Enge und den Schmutz, die furchtbaren sozialen und hygienischen Zustände ohne sauberes Trinkwasser mit verschlammten Straßen und schmutzigen Fabriken, welche Abgase und Abwasser ungereinigt über die Menschen ergossen. Die aktuellen Feinstaubbelastungen sind dagegen ein Fliegenschiss. Architektur und Stadtplanung der Nachkriegszeit sind auch nicht zu verstehen ohne Berücksichtigung der sozialen Bewegungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, wie Gartenstadt- und Volksparkbewegung und das Neue Bauen, vor allem aber nicht ohne die Charta von Athen aus dem Jahr 1933. In ihr wurde die funktionsräumliche Trennung von Arbeiten, Wohnen, Erholen und Bewegen als städtebauliches Leitbild festgeschrieben, die im Grunde genommen bis heute praktiziert wird. Ziel war die Beseitigung sozialer Missstände, Nebeneffekt war eine gigantische Zerschneidung von Stadträumen mit riesigen Verkehrsmagistralen, weiten Wegstrecken zwischen Arbeit und Wohnen - und infolge dessen immer leistungsfähigere technische Fortbewegungsmittel (S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn). Auch das Auto wäre ohne die funktionsgetrennte Stadt nicht denkbar – enge Altstadtgassen brauchen kein Auto, die funktionsgetrennte Stadt mit ihren weiten Wegen schon. Die funktionsgetrennte Stadt hat den Niedergang der Innenstädte und Städte beschleunigt, die Großsiedlungen mit öden Blocks und Hochhäusern sind sichtbare Zeichen dieser Zeit. Nicht zuletzt deshalb setzte in den späten 1960er Jahren eine breite gesellschaftliche Debatte über den Niedergang der Städte ein (neben Bürgerinitiativen, Architekten, Stadtplaner und selbst der Deutsche Städtetag). In der Folge wurden Landesdankmalschutzgesetze verabschiedet und erste städtebauliche Erneuerungsprogramme zur Vitalisierung der historischen Stadtkerne aufgelegt. Dass sich aktuell in einigen Städten (und auch in Reutlingen) die Wiederkehr des Hochhauses gefeiert wird, ist eine unglückselige Fußnote der jüngeren Geschichte, wider besseren Wissens, was qualitätsvolle Stadtplanung bedeutet. Hochhäuser zu errichten, um die Rückkehr der Menschen in die Stadt und das Wachstum der Städte zu bewältigen, ist das Dümmste, was man tun kann, denn Dichte und Urbanität lässt sich damit nicht erzeugen. Für die Stadt sind Hochhäuser eine Katastrophe, sie sind lebensfeindlich, zumindest wenn man eine lebendige Stadt im Sinne des Leitbildes der europäischen, urbanen Stadt will. Auch fürs Stadtklima sind Hochhäuser schlecht. Und wie man sich als Mensch zwischen den verschatteten Beton- und Glasfassadenschluchten fühlt, kann man in Frankfurt erleben. Nur aus der Entfernung hat das Hochhaus einen gewissen Charme. Doch die Skyline ist eben nur ein Abbild der Stadt und nicht die Stadt selbst.

Der Krieg hat beim Niedergang der Stadt eine eher geringe Rolle gespielt - die Zeit der großen Stadtzerstörung war die Nachkriegszeit. Einen gewichtigen Teil am Niedergang der Stadt hatte und hat die autogerechte Stadt, das lässt sich in Reutlingen bis heute gut ablesen. Sechsspurige und achtspurige Straßen sind kein Lebensraum, sie sind Platzverschwendung. Für diese Straßen wurde viel Stadtraum zerstört und keine noch so gut gelungene moderne Bebauung kann das wieder gut machen. Möglicherweise fragt man sich an dieser Stelle, wie denn die vielen Menschen in die Stadt kommen sollen ohne Auto. Ich kenne nicht wenige Menschen in Reutlingen, deren Arbeitsweg weniger als 5 km lang ist (und bei diesen Wegen ist das Fahrrad eindeutig im Vorteil) und die dennoch jeden Tag das Auto nutzen, manchmal mit der Begründung eines schlechten ÖPNV, oft aber aus reiner Bequemlichkeit. Übrigens (auch das ist eine Fußnote der Geschichte, allerdings mit besserem Ausgang) sollte auch die Tübinger Altstadt nach dem Krieg abgerissen werden, nur Rathaus, Schloss und Kirche sollten stehen bleiben, auf dass die Stadt autogerecht werde. Welch ein Glück, dass dies nicht passiert ist, der erwartete Verkehrskollaps ist auch ausgeblieben, auch wenn das manch einer immer noch anders sieht. Dafür entstand eine Stadt mit hoher Lebensqualität.
Aus dem fachlichen Blickwinkel heraus ist es allerdings problematisch, dass sich Stadtplanung und Architektur mitunter schwer tun mit dem Bestand und viel lieber neu bauen. Das war früher so und ist heute immer noch nicht viel besser. Einer der wenigen, dem beispielsweise in Reutlingen ein guter Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz gelungen ist, war Prof. Engels, der frühere Baubürgermeister. Die funktionsgerechte Stadt war damit für Politiker, die offensichtlich am liebsten Einweihungen feiern, sondern auch für viele Stadtplaner ein Segen, so konnten sie sich im Neubau austoben. Gleichwohl hat die funktionsgetrennte Stadt auch Gutes hervorgebracht , die Wohnqualität ist deutlich gestiegen, es gibt in den Stadtvierteln ausreichend Grün- und Freizeitflächen, Abwasserentsorgung funktioniert, schließlich wurden schmutzige Industrien aus den Innenstädten und Wohnquartieren verbannt.
Nun kann man noch beklagen, dass die Stadtplanung in der Vergangenheit und auch der Nachkriegszeit nicht demokratisch sondern von oben verordnet war. Und trotz formeller Beteiligungsinstrumente scheint sie auch heute noch vielfach undemokratisch zu sein. Gleichzeitig ist das mit der Demokratie so eine Sache, denn manches lässt sich nur schwerlich demokratisch entscheiden. Fahre ich mit dem Auto zur Arbeit, wird mein Interesse in gut ausgebauten Straßen und grünen Wellen liegen. Laufe ich zu Fuß oder lebe an einer vielbefahrenen Straße, leide ich wahrscheinlich unter dem Gestank der Abgase und wünsche mir die Autos (vor meiner Haustüre) weg. Betrachte ich mein Ladengeschäft in der Innenstadt, dann möchte ich viele Parkplätze direkt vor der Tür. Betrachte ich die gesamte Altstadt, dann sind Parkplätze für die Erlebbarkeit der Stadt höchst abträglich. Es braucht also eine Abwägung, fachlich und politisch.

Unser Blick auf Architektur und Stadtplanung hat dennoch viel mit unserer persönlichen Wahrnehmung und unserer eigenen Haltung zu tun. Wir haben als Menschen alle – jeder auf seine oder ihre Art (ich nehme mich da nicht aus) – einen Beitrag geleistet, dass die Städte heute sind wie sie sind. Wir wollen das großzügige Einfamilienhaus im ruhigen Ortsteil mit Parkplatz direkt vor dem Haus anstatt beengt in der Innenstadt zu leben. Wir wollen möglichst verkehrsgünstig an den Schnellstraßen leben, doch abgeschieden genug, dass der Verkehrslärm nicht stört. „Alle“ lieben historische Altstädte, und dennoch wollten nicht wenige Besitzer (Alteingesessene übrigens überwiegend)lieber am ruhigen Stadtrand wohnen, haben ihre Immobilien lange Zeit sträflich vernachlässigt und häufig den maximalen Profit bei der Vermietung herausgezogen oder die Gebäude wenig sensibel verändert. Und wer will schon in Häusern mit steilen Treppenstiegen, dunklen Zimmern und Deckenhöhen von unter zwei Metern leben? Wir bestehen auf maximaler Individualität (z.B. freie Fahrt für freie Bürger, kostenlose Parkplätze für alle), auch wenn wir eigentlich wissen sollten, dass dies dann zu Lasten anderer Dinge geht, meistens derjenigen, die keine Lobby haben. Wir wünschen uns individuelle Architektur und wohnen selbst oft freiwillig in gesichtslosen Häusern, quadratisch, praktisch gut. Wir wollen eine durchgrünte, baumbestandene Stadt mit Staudenbeeten und Sommerflor, selbst fällen wir aber die großen Bäume auf unserem Grundstück, denn sie machen Arbeit (alternativ pflanzen wir erst gar keine), wir legen in unseren Vorgärten Schotterflächen an, die mit Beet so rein gar nichts mehr zu tun haben, weil das so praktisch ist und verzichten auf die Geranien auf dem Balkon, denn die machen auch nur Arbeit. Wir stören uns am Verkehrslärm und legen jeden noch so kurzen Weg mit dem Auto zurück.
Wir sind Teil des Systems. Und welche Architektur und Stadtplanung wünschen wir uns nun? Bei dieser Antwort blieb Charlie leider etwas schwammig: die Vielfalt des Lebens, nun ja. Ich nenne es lebenswerte Stadt (nach Jan Gehl, der dazu viel Kluges geschrieben und auch geplant und gebaut hat). Um herauszufinden, was lebenswerte Stadt sein kann, hilft der Blick auf die historische Stadt und gleichzeitig die Beobachtung der Menschen und ihrer Vorlieben und Bedürfnisse. Lebenswerte Stadt inszeniert die Übergänge zwischen Innen und Außen, schafft Nutzungsmischung und individuelle Wohnungsgrundrisse für eine vielfältige Bewohnerschaft. Der Schlüssel ist das Zusammenspiel von aktiver, sozial indizierter Wohnraum- und Freiraumentwicklung. Lebenswerte Stadt redet nicht nur von „Stadt der kurzen Wege“, sondern schafft Quartiere, in denen die Erdgeschosse öffentlich genutzt werden durch Cafés, Restaurants, Läden, Arztpraxen, Büros und Werkstätten. Lebenswerte Stadt braucht Parzellen und eine kleinteilige Architektur, den klaren Nutzen eines Bauvorhabens für das Quartier und nicht die ewig gleichen Gebäude und Gebäudefluchten in weiß/grau/schwarz. Lebenswerte Stadt plant und baut breite Fuß- und Radwege, hat einen guten ÖPNV (auch abends und nachts) der Stadtbaum ist wichtiger als eine überbreite Straßenkreuzung und es gibt Stadtplätze, die nicht nur Steinwüsten sind, sondern zum Aufenthalt einladen. So entsteht Vielfalt - bei den Häusern, im Stadtraum und bei den Menschen. Und so entsteht eine Stadt, in der die Menschen gern und freiwillig draußen sind und sich begegnen, denn das will Stadt letztlich sein: die Möglichkeit der Begegnung. All das fördert wiederum die Sicherheit, denn was nutzt es, dass beispielsweise Reutlingen eine der sichersten Großstädte Deutschlands ist, doch nach 19.00 Uhr die Straßen leer sind, was vor allem Angst erzeugt.  Aber vielleicht sollen ja die Menschen daheim bleiben?
Darüber braucht es eine Diskussion, und dafür braucht es stadtplanerische Instrumente, die es ja alle gibt, die man eben nur anwenden muss. Dann verträgt eine Stadt auch sehr gut Investoren, die meiner Auffassung jede Stadt braucht, die aber klare Vorgaben benötigen über das, was eine Stadt will (Mir hat übrigens mal ein Architekt gesagt, dass man sich in Reutlingen nicht anstrengen müsste, denn die Stadt genehmigt eh alles und dass die Investoren und Architekten ganz gut auch mit mehr Vorgaben leben könnten). Es braucht ein Leitbild für die Stadt, und hierbei geht es nicht um das Positionieren von Häusern im Stadtgrundriss oder die Anzahl der Kindergartenplätze, sondern um die gewünschte Qualität der Stadt- städtebaulich, ökologisch, sozial. Aber, auch das ist eine Bedingung für gute Stadtentwicklung, die lebenswerte Stadt braucht Vorbilder, die genau das vorleben.
In eigener Sache:
 Ich hätte diesen Text anonym schreiben können. Doch ich habe mich entschieden, ihn unter meinem Namen zu veröffentlichen, auch wenn möglicherweise der eine oder die andere empört denken wird: was will die denn noch? war nur kurz da, ist ohnehin keine Reutlingerin und jetzt sowieso nicht mehr da, „rübergemacht nach Tübingen“ und schließlich, was meckert sie jetzt herum, hätte es doch besser machen können. Doch das ist eine eigene und sehr spezielle Geschichte, die hier keine Rolle spielt. In den letzten Jahren habe ich versucht, einiges zu verändern, gemeinsam mit anderen Menschen. Manches ist gelungen, manches nicht. Eigentlich könnte ich Reutlingen vergessen. Doch aus vielerlei Gründen ist Reutlingen exemplarisch. Weil die Stadt überschaubar ist und Schönes und Schreckliches unmittelbar nebeneinander existieren, lässt sich an Entwicklung und aktuellem Zustand der Stadt viel Allgemeines ableiten. Stadtentwicklung und Stadtpolitik sind eben nicht nur schwarz-weiß. Und immer noch mag ich vieles an der Stadt: die Altstadt, die Parks (auch den Bürgerpark, der jetzt seinem Namen gerecht wird), die Feste und Märkte, die eine oder andere Kneipe und einige Menschen. Deshalb schreibe ich über Reutlingen, aber auch über andere Städte, über urbane Freiräume und Stadtentwicklung, hier und in meinem Blog platzmachen.com.


Bildertanz-Quelle:Sammlung Fritz Haux/ RV

Die stolze Burg auf der Achalm...

... in der Phantasie eines Künstlers, der mit diesem Erscheinungsbild Schloss Lichtenstein auf jeden Fall Konkurrenz machen würde...
Bildertanz-Quelle:Sammlung Brigitte Gekeler

Mittwoch, 5. Juli 2017

Straßenbahn Linie 3: Vorbereitungen für die letzte Fahrt am 30. Mai 1970

Rechts sieht man, wie ein Mitarbeiter den Zettel mit "Letzte Fahrt" anheftet. Am mittleren Seitenfenster steht es bereits. Und als Ziel hat der geschmückte Zug das Wort "Friedhof" eingeblendet. Fast schon makaber...
Bildertanz-Quelle: Norbert Speck

Samstag, 1. Juli 2017

Unsere Straßenbahn

Bildertanz-Quelle:Alfred Betz

Das Quartier Altenburg

Können wir uns vorstellen, dass man in zehn oder zwanzig Jahren nicht mehr von einem Dorf redet, sondern von einem Quartier? Beim Blick auf dieses Dorf , das am Rande der Großstadt Reutlingen liegt und zu deren Stadtplan gehört, fällt einem dies doch schwer. Diese Aufnahme ist nicht etwa historisch, sondern stammt von gestern abend. Sie täuscht allerdings über eine mächtige innere Verletzung dieses Dorfes hinweg: Altenburg ist zerrissen in zwei Hälften, geteilt durch eine vielbefahrene Kreisstraße. Sie soll nun im Rahmen von Sanierungsarbeiten verkehrsberuhigt werden und durch eine neue Ortsmitte umgewertet werden. Ob dann daraus mehr Dorf oder mehr Quartier wird, entscheiden letzten Endes die Bürger. Je mehr sie das Dorfleben pflegen, nicht nur bei Dorffesten, sondern auch im wöchentlichen Alltag, desto mehr kann es das geben, was sich die Menschen stets am meisten wünschen und suchen. Geborgenheit. Diese Ansicht von Altenburg hat schon etwas heimeliges an sich.
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer

Freitag, 30. Juni 2017

Hotel Harmonie: Die Luxusherberge in der Oberen Wilhelmstraße...


... sah im Jahre 1904 noch so aus. Und ein anderes Foto (HIER) zeigt es in den dreißiger, vierziger Jahren. Doch um ein Bild vom Inneren zu ergattern, müssen wir 50 Jahre und zwei Weltkriege später in eine Meisterfeier des SSV Reutlingen schauen. Das Hotel gibt es schon lange nicht mehr. (Wir haben HIER noch ein Bilddokument aus dem Jahr 1974) Unsere Experten werden wissen, wann es abgerissen wurde. Die Speisekarte  des Hotels soll - so wird erzählt - zu den besten in Reutlingen gehört haben.



Bildertanz-Quelle: Wundertüte Helmut Akermann (50er Jahre Fotos) und Sammlung Fritz Haux
Erstveröffentlichung: 29.6.2013

Sonntag, 25. Juni 2017

Gestern im Technologiepark Tübingen-Reutlingen: Wo 1600 Menschen an der Zukunft arbeiten...

 ... braucht man manchmal einen weiten Blick durch enge Gänge...
... oder in die weite Ferne 
 Hier entsteht Zukunft in 75 Firmen der unterschiedlichsten Größenordnung...
 Hier zeigt sich die Zukunft...
Hier erklärt sich die Zukunft...
Hier erfährt sich Zukunft...
Hier sieht man der Zukunft in Auge...
Hier sind die Fenster in die Zukunft...
Manchmal sind die Fenster auch geschlossen, damit die Zukunft sich ganz auf die Zukunft konzentriert...
 So wird man begrüßt (übrigens mit einem Schreibfehler "Herzlich Willkommen" ist falsch, es muss "Herzlich willkommen" heißen)
 Er sucht nach einem einzigen Tropfen im Bodensee, um daraus Zukunft zu gewinnen...
Sie waren gestern der Zukunft auf der Spur: die Gäste des Technologieparks
Am Ende geht es immer um Menschenleben im Technologiepark
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer

Freitag, 23. Juni 2017

1947: Erinnerungen an den Marshall-Plan

70 Jahre, nachdem der amerikanische Außenminister George C. Marshall den nach ihm benannten Marshall-Plan vorstellte, ist dies eine Gelegenheit, einmal darzustellen, was eigentlich damals die Umstände waren, die die Amerikaner dazu bewogen, nicht nur Deutschland, sondern auch ganz Europa zu helfen. Der Artikel hier entstand 2016, als ich versuchte, herauszufinden, wie die Welt aussah, bevor meine Generation, die Generation der Baby-Boomer, auf die Welt kam. Und natürlich wollte ich die Welt verstehen, in der viele jener Zeitzeugen aufwuchsen, die wir in den letzten Jahren mit der Kamera interviewt haben. "Ortsgeschichte trifft Zeitgeschichte" ist ja auch eines der Motive hinter dem Bildertanz.  (Raimund Vollmer)




Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer/Stadtarchiv

Donnerstag, 22. Juni 2017

Die City Trees, die Reutlingen retten sollen...






Der Reutlinger General-Anzeiger titelte mit einiger Zurückhaltung: "Lederstraße: Pflanzenwände sollen die Luft reinigen". Es geht um zwei Stellwände auf der Mittelinsel der Lederstraße in der Nähe der Messstation des Landes, die den Umweltdreck aus der Luft herausfiltern sollen. In RT ist Stickstoffdioxid das Problem, nicht der Feinstaub, heißt es. Sie sollen sechs Monate lang hier stehen, also vor dem Winter werden sie wieder abgebaut und möglicherweise woanders stationiert. Auch in anderen Teststädten scheint es so zu sein, dass mit dem Winter die Stellwände wieder verschwinden. Aber gerade dann seien sie doch besonders wichtig, heißt es in Medienberichten außerhalb des Schwabenlandes. Mit 28.000 Euro plus 7.000 Euro Installationskosten pro Exemplar gehören die Quadratbäume im Vergleich zu dem, was andere Städte bezahlen, nicht zu den preiswertesten Angeboten. Ob die Stellwände, die sich in unser Rechteck-Reutlingen wunderbar einpassen, sich vor dem alten Feuerwehrmagazin besonders wohlfühlen, ist fraglich- Auf jeden Fall versperren sie die Aussicht auf eines der historischen Gebäude, die nun wirklich auf behutsame Weise in eine neue Funktion überführt wurden.
Hier nun ein paar Zitate, aus anderen Städten. 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in NRW, Standort Schuir, steht den Mooswänden kritisch gegenüber. „Es gibt bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass die Pflanzen und Moose Feinstaub und Stickstoffdioxid filtern können“, wird dort die Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia zitiert. Sie sagt, dass sich die Forschungsergebnisse von Green City Solutions nur auf Labortests berufen. (WAZ)
Das Regierungspräsidium Tübingen hat im Februar die Wirksamkeit eines „City Trees“ als „leicht positiv“ beschrieben, sagt das Schwäbische Tagblatt, das über die Installation der Wunderbäume in unserer Nachbarstadt berichtet. "Das Umweltbundesamt hat zu verstehen gegeben, dass es nicht viel von der Methode hält. Skeptiker bezweifeln, dass es überhaupt einen messbaren Nutzen gibt." So kommentiert dies die Frankfurter Neue Presse.
Die Urteile sind also nicht ganz so positiv, wie man auf der Basis erster Meldungen meinen möchte. Unterschiedlich ist auch der Preis:
 25.000 Euro in Castrop-Rauxel (Ruhr-Nachrichten). in Essen (WAZ) und in Frankfurt, 10.000 Euro in Hannover (Hannoversche Allgemeine Zeitung), dafür 30.000 in Tübingen.








Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer

Mittwoch, 21. Juni 2017

Thomas, guck mal - Katharinenstraße...

 ... noch ganz die alte...
... ganz schön löchrig...
... ziemlich  platt
So bleibt's nicht...
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer (21. Juni 2017)

Sonntag, 18. Juni 2017

Der lange Steg 2011

Ein Jahr später hatte man ihn ein sattes Stück kürzer gemacht... Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer
Erstveröffentlichung am 8. März 2014