Sonntag, 23. Oktober 2011

50er Jahre: Vor dem Reutlinger Hauptbahnhof


Bildertanz-Quelle: Martin Neuscheler, Rommelsbach

1934: Luftschutzlehrgang


Hat es tatsächlich bereits 1934 - ein gutes Jahr nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten - Luftschutzübungen gegeben? Und sehen wir da im Hintergrund das Technikum?
Bildertanz-Quelle: Friedrich Fingerle, Lehrer zwischen 1926 und 1950 in Altenburg

1906: Der Gasthof zum Goldenen Bär...


... in der Wilhelmstraße...

Samstag, 22. Oktober 2011

In der Wilhelmstraße 1974


Unser Projekt "Wilhelmstraße" geht weiter. Schauen Sie doch mal wieder rein in unser Schaufenster und bewerten Sie unsere Schaustücke: WILHELMSTRASSE
Bildertanz-Quelle: Friedel Bernhard, Sammlung Geschichts- und Heimatverein Lichtenstein

Vor 60 Jahren: Hooverspeisung in Reutlingen

Dieser Blogeintrag erschien erstmals am 12. Februar 2009.
Da wir dieser Tage dazu einen Leserbrief erhielten, veröffentlichen wir diesen Beutrag heute nochmals:

Der frühere amerikanische Präsident Herbert Hoover, der während des Crash von 1929 regiert, reiste nach dem Zweiten Weltkrieg in das zerstörte Deutschland und organisierte die nach ihm benannte, "Hoover-Speisung", durch die möglichst jeder Schüler in der amerikanischen Zone in der Schule eine Mahlzeit bekam. Das Dokument links, unterschrieben vom damaligen Oberbürgermeister Oskar Kalbfell, ging an die Eltern mit dem Ziel, diese über die Hoover-Speisung in 1949 zu informieren. Übrigens war 1949 auch das Jahr, in dem Hoover Ehrenbürger der Stadt Reutlingen wurde,
Hoover war von 1929 bis 1933 der 31. Präsident der Vereinigten Staaten.
(Durch Anklicken erhalten Sie eine vergrößerte Version)


WER KANN SICH NOCH AN DIE HOOVER-SPEISUNG ERINNERN?

Bitte in der Kommentarzeile melden oder anrufen: 07121-67511 (Raimund Vollmer)

Brief aus der Nachbarschaft zum Thema Hoover-Speisung

Guten Tag,  da ich keine Reutlinger Bürgerin bin, habe ich keinen Kommentar zum  Blog-Eintrag
über die Hoover-Speisung abgegeben. Aber vielleicht interessiert Sie auch
ein Beitrag von jemand, der nicht in Reutlingen wohnt.
Ich wurde 1941 geboren. Wir bekamen in der Volksschule (Leutenbach bei Winnenden)
täglich ein warmes Essen von der Hoover Speisung. Man brachte einen Napf mit,
das war eine Aluminiumtasse, weiß mit blauem Rand, so wie man sie heute noch
auf Wochenmärkten kaufen kann. Dazu noch einen Löffel. Es gab viel Bohnen,
manchmal auch Fleisch, wobei das Pferdefleisch das schlimmste Essen für mich war.
Einmal in der Woche gab es etwas Süßes, oft Vanillepudding, auch Brandt
Zwieback oder Haferflockenbrei gab es. Ich habe das nie vergessen,
wie gut das heiße Essen geschmeckt hat. In meiner Klasse waren 44 Kinder
und ein Lehrer, der vom Kriegsdienst zurückgestellt war, weil er nur einen
Arm hatte. Glücklicherweise bekam jedes Kind etwas zu essen,
obwohl die meisten Bauern als Eltern hatten.
Wenn ich in der vorletzten Zeit dann die Klagen lese einer jungen Frau,
deren Eltern Hartz-4 bezogen und sie oft Brandt Zwieback oder Hafenflocken
essen musste, während sich andere Schleckereien leisten konnten,
dann wundere ich mich, dass so viele Leser schreiben, dass dies wirklich
ein schreckliches Schicksal sei. Doch auch damals gab es Leute,
denen es nach dem Krieg immer noch oder sehr schnell wieder gut ging,
sie brachten mit Butter bestrichene Brote in die Schule und erzählten
davon, dass es Sonntags immer ein Huhn gäbe. Wir aßen Brennnesselsalat,
brachten Buckeckern zur Ölmühle um Öl zu bekommen, sammelten vom
Lastwagen herabgefallene Brikettstücke auf, Brotaufstrich gab es keinen,
Vergeudung wurde streng bestraft, man trug Schuhe und Kleidung vom
Roten Kreuz, egal ob das passte oder nicht. Manchmal teilte jemand
ein Stück Hershey Schokolade aus einem CARE Paket,
sofern der betreffende einen Verwandten hatte in den USA,
und diese freundlicherweise ein CARE Paket auf den Wege brachten.
Heute hat man anscheinend die Not und den Hunger der letzten Kriegs- und
vor allen Dingen der Nachkriegsjahre völlig vergessen, denn sonst würde
man doch ein paar Meinungen lesen können, dass sich auch früher manche
Menschen eben nicht alles leisten konnten.
Psychologische Betreuung für Kinder, die im Luftschutzkeller
Bombenangriffe miterlebten, gab es auch nicht, die Traumata blieb
der Generation zum Selbst-Aufarbeiten.
Ihre Site habe ich ganz durchgelesen. Interessant, und gleichzeitig
macht sie mich traurig.
Mit freundlichen Grüßen Ute Mader

Freitag, 21. Oktober 2011

11. November: Sebastian Blau kommt nach Lichtenstein...


Mundartdichter: Sebastian Blau (alias Josef Eberle) und am 30. November alias Peter Nagel

Manchmal lohnt es sich doch, ins Krankenhaus zu gehen. Jedenfalls ging es mir so, als ich im vergangenen Dezember zu einer kleineren Operation in die Uniklinik nach Tübingen durfte. Und es kam so, dass ich dort einen äußerst sympathischen Bettnachbar hatte, ein paar Jahre älter als ich, mit irgendwie auch ähnlicher Leidensgeschichte. Jedenfalls war uns beiden nach wenigen Stunden klar, dass die Siezerei keine Zukunft haben würde. Wir erzählten voneinander. Und so erfuhr ich, dass mein Bettnachbar im wirklichen Leben die Reinkarnation von Sebastian Blau sei, der Nummer 1 unter allen Mundartdichtern des Landes, wie ich später beim Googeln im Internet herausfand. Auf jeden Fall vertrieb Peter Nagel, so der Name meines Mitpatienten in der profanen Welt, mir die Zeit damit, Gedichte und andere Schmankerl zu erzählen.
Lachen ist gesund. Und so verließen wir beide quietschfidel das Krankenhaus.
Als ich dann meinem Freund Werner Vöhringer von meinem neuen Freund Peter Nagel alias Sebastian Blau erzählte, meinte er, dass ich ihn doch einmal fragen sollte, ob er nicht Lust hätte in Lichtenstein aufzutreten. Wener ist der Chef vom dortigen Geschichts- und Heimatverein, der alljährlich "Ebbes Schwäbisches em November" aufführt.
Nun wollte es der Zufall, dass 2011 auch der 110. Geburtstag von Sebastian Blau gefeiert wird - und mein Freund Peter Nagel, gefeiert in der Region, war ziemlich ausgebucht. Doch man fand einen gemeinsamen Termin: am 11. November kommt Sebastian Blau nach Lichtenstein in den 3v. Gemeindesaal in Unterhausen. Kosten: 8 Euro.
Hörproben gibt's übrigens hier.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

DIE LETZTEN FAHRTEN DER STRASSENBAHN


Bildertanz-Quelle: Wolf-Rüdiger Gassmann
AKTUELL: Die letzte inoffizielle Fahrt mit eigener (Strom)kraft fand erst am 10. März 1975 statt, eine improvisierte "Probefahrt" mit dem restaurierten BW 2 und TW 27 von Eningen bis Weberei, weiter ging es nicht mehr, denn die Schwellenschrauben für Gleise waren bereits zur Demontage aufgeschraubt. Am nächsten Tag war der Strom durch das E-Werk endgültig abgeschaltet. Anschließend konnte auch in Eningen nicht mehr mit eigener Kraft rangiert werden, denn der letzte Strom-Speisepunkt befand sich bekanntlich am Südbahnhof.

Immerhin wurden nach meinen Notizen zwischen dem 22.10.1974 und dem 10.3.75 noch über 670 km mit Straßenbahntriebwagen gefahren, hauptsächlich natürlich mit dem Werkstattwagen TW 27.

Bend Madel

Heute ist Straßenbahngedenktag


Endstation Sehnsucht: Untere Wilhelmstraße

Als es noch Ankele & Weckler in der Wilhelmstraße gab:
Unter Wilhelmstraße im Sommer 1973.


Wolf-Rüdiger Gassmann, der Mann, der der Grünen mit seinem Buch ein ewig währendes Denkmal setzte, hat in seinem Archiv gestöbert und schickte uns diese Fotos zum "Straßenbahngedenktag". Am 19. Oktober 1974 fuhr die Grüne offiziell zum letzten Mal. Aber es war nicht die wirklich allerletzte Fahrt, denn die Straßenbahn musste noch helfen die Strecke abzubauen. Oberster Straßenbahn-Papst ist Bernd Madel (vielleicht bekommen wir ja noch heute den Kommentar von ihm). Er kann wunderbar erzählen von inoffiziellen und wohl auch nicht mehr erlaubten Fahrten nach dem 19. Oktober. Natürlich werden wir auch in unserem Blog "Wilhelmstraße" Plakate zum Straßenbahngedenktag zeigen.
Bildertanz-Quelle: Wolf-Rüdiger Gassmann
Weitere Bilder in unseren Blogs:
Altenburg
Betzingen
Oferdingen
Pfullingen
Reutlingen
Rommelsbach
Eningen
Orschel-Hagen
Projekt Wilhelmstraße

Dienstag, 18. Oktober 2011

Nazizeit: Hitlergruß am 21. Juli 1935 in Tübingen ...





... so lautet jedenfalls meine Mutmaßung, nachdem ich diese Fotos in den Alben von Friedrich Fingerle entdeckte. Damals ahnten nur wenige, in welches Unheil die Nazis Deutschland und die Welt stürzen würden. Noch war die Begeisterung groß...


Ob die Einweihung des "Glockenturms" auf diesem Gebäude der Grund war für die Feier am 21. Juli 1935?
Bildertanz-Quelle: Friedrich Fingerle

Montag, 17. Oktober 2011

Vor 100 Jahren: Am Baggersee im Neckartal...


... zwischen Altenburg und Oferdingen.
Bildertanz-Quelle: Charley weiß es gerade nicht...

Drei Freunde im Herbst 1925


Lehrer Friedrich Fingerle ist in Altenburg eine Weltberühmtheit. Zischen 1925 und 1950 war er in der Neckargemeinde der Chef aller Schüler. Er hat zeitlebens gerne und viel fotografiert. Dieses Foto entstand vor seiner Altenburger Zeit. Heute werden wir in die Musterkollektion unseres Projektes "Wilhelmstraße" einige Fotos von Friedrich Fingerle veröffentlichen.

Bildertanz-Quelle: Friedrich Fingerle

Samstag, 15. Oktober 2011

Karlstraße: Der Merkurpark


Blick vom Listplatz auf Parkhotel und Merkur (Horten)
1975: »Im Jahr 1952 eröffnete das Kaufhaus Merkur ein Geschäft und vergrößerte es acht Jahre später. Das früher abseits gelegene Stadtviertel wurde, nicht zuletzt infolge dieser Gründung, aber auch mit dem Bau des Parkhotel (1954) und des Omnibusbahnhofes (1955) nebst den umliegenden Geschäftshäusern, darunter auch einem Hochhaus, zu einem weiteren Kerngebiet der Stadt Reutlingen.«
Karl Keim in "Alt-Reutlingen"
Bildertanz-Foto: Michael Thiel

Karlstraße: Freie Bahn für Großbauten


1975: »Nachdem Oberbürgermeister Kalbfell die zertrümmerte Karlstraße - wie die meisten meinten, viel zu breit und zu aufwendig - neu plante und ausführen ließ, konnte der Wiederaufbau des Trümmergeländes nun unter ganz neuen Gesichtspunkten geschehen: Der bisher von Passanten nur mäßig belebt gewesenen Karlstraße wurde die Funktion einer Hauptverkehrsstraße vermittelt, deren Eingang durch Großbauten zu akzentuieren war.«
Karl Keim in "Alt-Reutlingen"
Bildertanz-Foto: Martin Klaus

Freitag, 14. Oktober 2011

Der Karlsplatz im 19. Jahrhundert


Mit dem Verschwinden der Stadtmauern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem Bau des Bahnhofs und der Eisenbahnstrecke formte sich der Karlsplatz "mit repräsentativen Bauten und mit kleinen aneinander gereihten Häusern zu einem geschlossenen Raum", schreibt der Heimat- und Geschichtsforscher Karl Keim in seinem 1975 erschienenen Buch "Alt-Reutlingen". "Ganz großen Aufmärschen und Festen diente er besser als die durchweg kleineren Plätze im Stadtinnern. Geschäftlich blieb er lange von zweitrangiger Bedeutung mit mäßiger Belebung von dem Fußgänger- und Fuhrwerksverkehr zum Bahnhof und zur Post. Nur zu den Anfangs- und Endzeiten der Fabriken füllte er sich stoßweise mit Passanten, waren die letzten Pendler verschwunden, zeigte er sich wieder menschenleer."

Nachkriegszeit in Reutlingen (2): Die Arbeit


Blick in die Montagehalle der Firma Wafios
»Die Zahl der Beschäftigten belief sich in der Wirtschaft von Stadt und Kreis Reutlingen vor dem Krieg auf rund 29.000 Personen. In den ersten Monaten nach Kriegsende betrug die Beschäftigtenzahl rund 7000, Ende 1946 waren es 16.000, im April 1948 rund 18.000 und ein Vierteljahr nach der Währungsreform über 20.000.«

Oskar Kalbfell: 1965 - 20 Jahre später

Nachkriegszeit in Reutlingen (1): Die Wirtschaft


»Die Industrieproduktion erreichte Ende 1945 einen Monatswert von zwei bis drei Millionen Reichsmark (etwa zehn Prozent des Vorkriegsstandes). Im Jahr 1946 konnte die Produktion auf sechs Millionen Reichsmark gtesteigert werden. Im April 1948 betrug sie elf Millionen Reichsmark. Im Sepetmber 1948, also ein Vierteljahr nach der Währungsreform, hatte sie schon 18 Millionen Reichsmark erreicht.«
Oskar Kalbfell: 1965 - 20 Jahre später

Donnerstag, 13. Oktober 2011

1912: Als die Straßenbahn nach Reutlingen kam...


Wolf-Rüdiger Gassmann haben wir es zu verdanken, dass unsere Straßenbahn für immer und ewig in unserem kollektiven Gedächtnis einen prominenten Platz behält. In seinem Buch über die Grüne hat er ausfühlich die Geschichte und Entwicklung der Straßenbahn zusammengetragen. Natürlich enthält das Werk eine Fülle von Bildern wie dieses, das die Wilhelmstraße vor nun bald 100 Jahren zeigt. Im nächsten Jahr wird die Straßenbahn hundert Jahre alt. Es ist Zeit, einmal darüber nachzudenken, was wir hier im Bildertanz zu diesem historischen Ereignis tun werden.
Vorerst aber gilt es ein anderes Projekt zu verwirklichen: Unser Projekt "Wilhelmstraße". Wir haben eine Fülle weiterer Bilder dazu getan, Bilder, die darauf warten, dass sie von Ihnen bewertet werden. Clicken Sie doch einmal kurz rüber in die WILHELMSTRASSE.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Untere Wilhelmstraße: Ohne Ladenketten...


... kam auch nach der Verlegung der Kanalisation
die Untere Wilhelmstraße aus. Das war vor mehr als 100 Jahren.
Wie sich die Einkaufsmeile wohl in den nächsten 100 Jahren verändern wird?

Dienstag, 11. Oktober 2011

»Bildertanz 1999« in der Wilhelmstraße...


... mit dieser Lichtershow feierte Reutlingen den Jahrtausendwechsel. Mit unserem Bildertanz 2012 wollen wir nicht die Fassaden verzaubern, sondern die Schaufenster. Helfen Sie auch weiterhin mit, die richtigen Motive aus unseren 80.000 Fotos zu finden.
Bildertanz-Quelle: Ursula Deutschle

50er Jahre: In der Nürtingerhofstraße


Bildertanz-Quelle: Ursula Deutschle

Sonntag, 9. Oktober 2011

20er Jahre: In der Oberamteistraße


Bildertanz-Quelle: Charley

Der Staatstrojaner und das Gewaltmonopol

Kommentar: Die Gewaltentrennung ist das Urprinzip des demokratischen Rechtsstaats - wichtiger noch als das Recht zu wählen. Nur deshalb ist der Bürger bereit, auf sein eigenes Gewaltmonopol zu verzichten und es auf den Staat zu vereinigen. "Alle Gewalt geht vom Volke aus", heißt es in jeder guten Verfassung. Das ist der Urvertrag: Der Staat bekommt das Gewaltmonopol unter der Bedingung, dass er die Gewalten anschließend trennt (wirklich trennt und nicht etwa nur teilt) in Legislative, Exekutive und Jurisdirektion. Ein Staat, der diese strikte Trennung verletzt, verliert seine Legitimation und seine Legalität. So haben wir es in der Schule gelernt (und lernen es hoffentlich auch noch immer so).
Doch seit vielen Jahren erleben wir eine schleichende Entwertung des Prinzips der Gewaltentrennung. Nicht nur in einem Parlament, das es immer wieder duldet, dass Fraktionszwang auf die Abgeordneten ausgeübt wird, um zum Beispiel Regierungswillen zu sanktionieren. Nicht nur in der Vorbereitung von Gesetzestexten, die zuvor von Beamten (Exekutive) formuliert wurden - schlimmer noch: Inzwischen werden Rechtsanwaltkanzleien mit dem Entwurf von Gesetzestexten beauftragt. Nicht nur, dass die Finanzbehörden auf Weisung des Bundesfinanzministeriums Urteile der obersten Gerichtsbarkeiten ignorieren. Nicht nur, dass die Parlamente ihre eigenen Gesetze mißachten. Nicht nur. Nicht nur... Denn die Zahl der Verstöße gegen die Prinzipien der Gewaltentrennung ließe sich beliebig forsetzen. Bis auf Landes-, Kreis- und Kommunalebene.
Was aber heute Aufmacher auf Seite 1 der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist und im Feuilleton ausführlich dargestellt wird, hat eine ganz neue Qualität, die wirklich die Grundfesten unserer Demokratie zerstört. Unter willentlicher Mißachtung eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 27. Februar 2008 haben Ermittlungsbehörden des deutschen Staates unter Ausnutzung perfidester Täuschungsmanöver einen sogenannten "Staatstrojaner" eingesetzt, mit dem nicht nur Computer von Privatleuten gehackt und ausgehorcht werden können, sondern auch auf einfache Art und Weise manipuliert werden können - bis dahin, dass sogar falsche Beweismittel einem Verdächtigen elektronisch unterschoben werden können.
Aus der Privatwirtschaft kennen wir Fälle, in denen eines Tages die Kriminalpolizei im Büro zum Beispiel eines Journalisten erscheint mit einem Durchsuchungsbefehl in der Hand, der auch das Durchforsten von dessen Computer umfasst. Der Vorwurf: der Pressemann habe Kinderpornos im Netz heruntergeladen. Man wird tatsächlich fündig. Der Journalist ist fassungslos. Tags drauf wird ihm gekündigt. Der verdächtige Journalist, ein Angestellter, ist 57 Jahre alt. Er wehrt sich mit allen Mitteln - und bekommt schließlich recht. Offensichtlich hat ihn sein Arbeitgeber angezeigt und wohl auch die Beweismittel untergeschoben - mit dem Ziel, sich eines Risikos zu entledigen. Denn der Kollege war nun in einem Alter, in dem er zu einem Gesundheitsrisiko für den Verlag zu werden schien. Dafür außerdem zu teuer. Und so weiter.
Dass der Ruf dieses Kollegen geschäftlich und privat komplett ruiniert war, interessierte den Arbeitgeber nicht.
Was aber sollte der Mann tun, wenn der Staat selbst ihm solche Beweismittel unterschiebt - nur weil er vielleicht eine Meinung vertritt, die den Behörden nicht gefällt oder fragwürdiges Verhalten staatlicher Stellen aufdeckt? Man möchte gar nicht weiterdenken. Denn da tun sich uns unvorstellbare Abgründe auf, die alles mit sich reißen - vor allem den Rechtsstaat und den Glauben an ihn.
Dieser Übermacht der Exekutive, die keinerlei Rücksicht mehr auf die Gewaltentrennung nimmt, Gesetze und Urteile wissentlich und willentlich missachtet, kann niemand mehr mit rechtlichen Mitteln Einhalt gebieten. Es wäre das Ende der Demokratie.
Aufgedeckt hat den "Staatstrojaner" der Chaos Computer Club, eine Nicht-Regierungs-Organisation, unterstützt von den Medien. Ist das die Zukunft der Gewaltentrennung?
Raimund Vollmer

Ist das die Listhalle?


Bildertanz-Quelle: Sammlung Bert Wagner

Samstag, 8. Oktober 2011

Am Karlsplatz vor wohl mehr als 100 Jahren...


... denn wir sehen keine Spur von Straßenbahn. Ob es die Büschelesbahn bereits gab, ist nicht wirklich zu erkennen. Allerdings scheinen da im Hintergrund des Bildes, dort wo rechts das weiße "Gasthaus am Bahnhof" aus der Gartenstraße herausragt, ein paar Schienen zu liegen.
Bildertanz-Quelle: Sammlung Volksbank Reutlingen

Freitag, 7. Oktober 2011

In welcher Gasse sind wir denn hier?


Beim Durchsehen der Bildersammlungen für das Projekt Wilhelmstraße stieß ich auf dieses Bild. Kann mir jemand da weiterhelfen?
Bildertanz-Quelle: Bert Wagner

Um 1900: Die Marienkirche


Bildertanz-Quelle: Sammlung Volksbank Reutlingen

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Übergangszeit


Der Spätsommer ist nun auch bald vorbei. Und damit auch die Zeit, in der man ohne Jacke hinaus gehen kann.
Bildertanz-Quelle: Charley

Fundsache: Der Aachener Dom in den 50er Jahren


In alten Negativen, die mir meine Mutter überlassen hat, fand ich diese Aufnahme vom Aachener Dom. Nur mal so zwischendurch.
Bildertanz-Quelle: Karlheinz Vollmer

Hat Friedrich List den Fall der Mauer bewirkt?.

Heute fiel mir ein FAZ-Artikel aus dem Jahr 1986 in die Hände. Titel: "Gegen Marx und Breithänder". Darin wird ein Buch des "Geheimdiplomaten" Hermann von Berg vorgestellt, der in den sechziger Jahren Berater des DDR-Politikers Willi Stoph (Vorsitzender des Ministerrats) gewesen ist. In der Unterzeile zu diesem Artikel heißt es:
»Ein ehemaliger Stoph-Berater hofft auf
Friedrich List zur Erlangung der deutschen Einheit«

Das Buch des Wissenschaftlers, der Mitte der achtziger Jahre die DDR verlassen durfte, rechnet ab mit dem "Marxismus-Leninismus" und mit dem "Elend der halb deutschen, halb russischen Ideologie". So weit, so gut, so weit nichts Neues. "Berg begnügt sich aber nicht nur mit Kritik, sondern macht Vorschläge, wie die beiden deutschen Staaten schließlich doch zusammenfinden könnten. Zu Recht verweist er auf die Bedeutung von Friedrich List, und er regt an, an allen deutschen Hochschulen auf überparteilicher Grundlage Friedrich-List-Komitees zu gründen.; aus ihnen soll eine "Volksbewegung für Frieden, Einheit und Freiheit" erwachsen. Der Zollverein im 19. Jahrhundert, von List inspiriert, habe, so Berg, funktioniert, selbst bei kriegerischen Konflikten. Warum solle solche Entwicklung nicht auch heute zwischen den beiden deutschen Staaten funktionieren. Fünfzig Jahre hätten die Siegermächte Zeit gehabt, eine demokratische und friedliche Lösung zu finden...
Berg schlägt vor, 1990 eine streng geheime Volksabstimmung in Deutschland zu organisieren. Ziel ist ein Friedensvertrag im Jahre 1995. In einer fünfjährigen Übergangsregelung von 1990 an soll eine Zoll-, Wirtschafts-, Währungs-, Paß- und politische Union vorbereitet werden. Ein friedlich vereinigtes Deutschland würde alle Grenzen garantieren, auf Angriffswaffen verzichten...«
Irgendwie ist es dann ja zu der Wiedervereinigung gekommen, friedlich, aber nicht geplant, sondern sehr spontan...

1910: Katharinenstraße und Tübinger Tor


Auch hier sieht man noch die tiefen Abfluss-Rinnen. Das Fachwerk des Tübinger Tors ist bereits freigelegt. Das Tor war vor dem Abriss gerettet worden.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Wie das Dorf Reutlingen zu seinem Namen kam...

... und das Dorf Eningen gleich mit.
Wilhelmstraße mit Stadtbach statt Straßenbahnschienen. Ob es uns wohl gelingen wird, im Januar 2012 die Wilhelmstraße und Umgebung mit einer Ausstellung, zusammengestellt aus den besten, beliebtesten und emotionalsten Bildern des BILDERTANZes, zu verzaubern. Einen Blick in das Bilderangebot finden Sie HIER. Und wenn Sie uns helfen wollen, dann geben Sie Ihr Urteil über die Bilder ab.
1893: »Daß die Gründung zunächst des Dorfes Reutlingen von den Herren der Achalm ausging, beweist die Thatsache, daß die jeweiligen Inhaber der Burg die Rechte der niederen Gerichtsbarkeit, des Schultheißénamts mit seiner Jurisdiktion über Frevel, Zoll, Umgeld und Mühlrecht in Reutlingen bis zu deren völliger Ablösung im Jahre 1500 innehatten. Diese Rechte zeigen aber, daß das Dorf auf Grund und Boden , der den Herren von Achalm gehörte, entstand, wie wir vermuten, gleichzeitig mit dem Dorfe Eningen und zwar zur Zeit der achalmischen Grafen Egino und Rudolf ca. 1330. Hat Eningen, wie nicht zu bestreiten, seinen Namen von Egino, so hat Reutlingen dementsprechend seinen Namen von der Koseform des Namen Rudolf, Rutilo. Gesetzt aber man wollte den Ursprung Reutlingen weiter zurückverlegen in die Zeiten eines alemanischen Ahnherr Rutilo, der in grauer Vorzeit mit seinen Geschlechtsgenossen an den Ufern der Echaz sich niedergelassen, um der Tradition und Volksetymologie nach den die Ganze Gegegnd bedeckenden Urwald zu 'reuten', so müßte jedenfalls auch so angenommen werden, daß diese ursprünglich freie Bauernschaft allmählich in das Verhältnis der Hörigkeit zu den großen Grundherrn der Gegend herabgesunken war, als welche die Herren von Achalm erscheinen. Sulger in den Annalen von Zwiefalten weiß zu berichten, daß ein Drittel des Dorfes Reutzlingen den nGrafen gehört habe, was wenigstens glaubwürdiger ist, als seine Angabe, daß damals schon 600 Häuser hier gestanden seien. Wenn Sulger ferner behauptet, daß Graf Egino und Rudolf die beiden an der nordwestlichen Ecke der späteren Marienkirche sich gegenüber liegenden steinernen Häuser bewohnt haben, die noch Crusius gesehen haben will, so scheint auch diese Angabe verdächtig, da von einem Wohnsitz jener Grafen im Dorfe Reutlingen uns nichts bekannt ist. Es werden wohl ritterliche Vasallen (milites) der Grafen von Achalm dort gehaust haben. Als einen dieser milites betrachten wir den Roudolfus de Rutelingen, einen der Zeugen des Bempflinger Vertrages.«
Carl Friderich,
Geschichte der Entwicklung der reichsstädtischen Verfassung Reutlingens, in: Reutlinger Geschichtsblätter 4


Montag, 3. Oktober 2011

Kennen Sie das nuwe Thor?


Die heutige Altstadt war vor 700 Jahren die neue Stadt
1893: »Kaiser Friedrich II. war es bekanntlich, der die Stadt mit Mauern umgab. Während das alte Dorf R. sich da ausbreitete, wo jetzt Kirchhof und untere Vorstadt stehen, und darum seinen natürlichen Mittelpunkt in der St. Peterskirche in den Weiden fand, war die Stadt zu jener Zeit bereits südöstlich vorgerückt und nahm den Raum ein, den heute noch die Altstatdt einnimmt, allerdings nicht in der ganzen Ausdehnung, wie im späteren Mittelalter. Denn noch 1370 wird urkundlich das östliche Viertel der Stadt die neue Stadt genannt, daher auch dort das nuwe Thor (Gartenthor) erst 1392 erscheint.«
Franz Vottelter, Oberamtsbeschreibung Reutlingen von 1893
Bildertanz-Foto: Sammlung Bert Wagner

RÜCK-CLICK Weihnachten 2014

Schöne Grüße aus Reutlingen...


... zusammengefasst in einer Collage, die wir für einen Teil der Bildertanz-Multimediashow verwendet haben.
Bildertanz-Quelle: RV

Vormerken: Einen Blick in eine Stasi-Akte...

... werfen, können am Sonntagabend, 30. Oktober 2011, die Besucher einer Veranstaltung, die derzeit von der evangelischen Kirchengemeinde in Altenburg und dem Altenburger Geschichts- und Heimatverein (AGHV) vorbereitet wird. Zu den "Altenburger Gesprächen" eingeladen wurden auf Empfehlung des AGHV das Pfarrersehepaar Maria und Klaus Sorge. Sie berichten von dem Leben in der DDR, das nicht nur für das Ehepaar alles andere als einfach war, sondern auch für die vier Kinder.
Klaus Sorge war zwischen 1979 und 1999 Pfarrer in
Spremberg, Lausitz. Er war während des Mauerfalls und der Zeit danach Präses der Kreissynode. In dieser Funktion musste er auch den Wiederaufbau und die Renovierung der Kirchen und Kirchentürme überwachen. Zu DDR-Zeiten wurden er und seine Familie von der Stasi überwacht. Ein Teil der Akten konnte gerettet werden. Diese Akten wird er mitbringen. Er kann sehr anschaulich erzählen, ebenso seine Frau, die als Putzfrau in der Schule arbeiten durfte, in die ihre Kinder gingen.
Die Veranstaltung wird im Gemeindesaal der Nikolauskirche in Altenburg stattfinden. Genaue Uhrzeit werden wir noch bekanntgeben.

Samstag, 1. Oktober 2011

Hier trifft sich Stadt & Land: Cannstatter Wasen...


... waren natürlich auch in den 50er Jahren
bereits eine Attraktion. Hierher kamen
natürlich auch die Menschen aus unserer Region.
Bildertanz-Quelle: Karl Schaal

Heute in der "Wilhelmstraße": Die Mode der fünfziger Jahre


Heute zeigen wir einige Aufnahmen, die der Gönninger Friseurmeister Jakob Becker gemacht hat. An Regentagen, wenn Tochter Inge Schäfer (geb. Becker) und deren Freundinnen bei Beckers zu Besuch waren und sich zum Spaß kostümierten, zückte Jakob Becker seine Kamera und machte diese wunderbaren "Mode"-Fotos und Portraits. Das war in der Nachkriegszeit. In den frühen 50er Jahren. Sie wären eine wunderbare Kulisse für die Schaufenster von Modegeschäften oder Schönheitssalons. Mehr heute in der "WILHELMSTRASSE".