Dienstag, 6. Oktober 2015
Montag, 5. Oktober 2015
Sonntag, 4. Oktober 2015
Ausstellung 2016: Erinnerungen an die Ur-Zelle
In diese "zelle" geht jeder gern
(Die Zelle wurde 1968 eröffnet. D.Red.)
Alles, was das Flair einer Großstadt ausmacht, Reutlingen hat es nicht. Bis jetzt.Doch jetzt hat die "zelle" ihre Pforten geöffnet.Nun wird Reutlingen durch die "zelle" keine Großstadt. Doch an der Eröffnung hatte man das Gefühl, eher in München als in Reutlingen zu sein.Was ist die "zelle"?Erstens ein eingetragener Verein. Dann ein Raum, in dem Kunstausstellungen stattfinden, Vorträge und Gespräche gehalten werden sollen.Hier soll niemand das Gebotene passiv auf sich wirken lassen. Er soll aktiviert werden. Jeder soll mitarbeiten. Und sei es nur durch ein Gespräch, das neue Aspekte eröffnet.Eine Zelle ist, wenn man nicht an die im Gefängnis denkt, etwas sehr Lebendiges. Etwas, was sich weiterbildet. Etwas, was sich durch Teilung vervielfältigt. Und das dürfte der tiefere Sinn gewesen sein, diesen Namen für eine Galerie zu wählen. Hier sollen Impulse gegeben werden, die nach außen wirken. Impulse, die nicht nur die Auseinandersetzung mit Werken der zeitgenössischen Kunst anregen und fördern, sondern auch verständlich machen wollen. Neue Möglichkeiten, um sich mit der veränderten Umwelt auseinanderzusetzen, sollen hier geschaffen werden.Die geladenen Gäste waren sachverständig. Bei Eröffnungen ist das so. Aber das ist nicht das Ziel. Hier sollen Menschen, die sich bisher nicht um moderne Kunst gekümmert haben, zum Beispiel auch Verständnis bekommen für die zur Zeit ausgestellten Arbeiten von Dodo Löser, Ermute Freimann, Otto Engbarth und Sigi Zahn."Unsere Aufgabe ist in der ersten Zeit das Missionieren. Wir wollen den Leuten zeigen, dass es noch mehr gibt als Fernsehen und Filzpantoffel."Der Verein ist politisch und konfessionell ungebunden und will sich neutral verhalten.Man merkte es am Eröffnungsabend.In Diskussionen, die nicht nur die ausgestellten Bilder betrafen, fanden sich so ziemlich alle politischen Richtungen zu einem Streitgespräch im Nebenzimmer ein.Jung-SPD-Kandidat Otfried Garbe blickte um sich und meinte: "Das Keller-Establishment trifft sich in der zelle."
Was FDP-Kluck zum Ausspruch animierte: "Wer noch der SPD vertraut, dem hat man das Gehirn geklaut."Kalauer gewiss. Doch daran knüpften sich längere Diskussionen, an denen sich auch Leute beteiligten, die sonst recht apolitisch sind.Auseinandersetzen bringt immer Gewinn.Bei der großen Lethargie vieler bin ich etwas skeptisch über den weiteren Verlauf der "zelle".Skeptisch schon, aber hoffnungsvoll.
Aus: Willy Mexico, 1970.: "z.B.: Reutlingen"
Bildertanz-Quelle: Sammlung BildlertanzSamstag, 3. Oktober 2015
Ausstellung 2016: Wohnen in Reih und Glied...
1978: "Nach 1945 suchte man dort anzuknüpfen, wo die 'moderne' Entwiclung 1933 - oder eigentlich schon vorher, mit dem Einbruch der großen Depression - unterbrochen worden war. Die Kriegszerstörungen boten die Chance, die Stadtzentren den neuen Bedürfnissen, dem Verkehr, dem Strukturwandel der Wirtschaft anzupassen - und sie wurde auch genutzt, häufig vielleicht mehr schlecht als recht, weil finanzielle und rechtliche Schwierigkeiten im Wege standen. In den Neubaugebieten wurden die in den zwanziger Jahren gewonnenen Erkenntnisse angewandt und weiterentwickelt: Mehr oder minder parallel gerichtete Zielbauten mit selten über vier Geschossen, mit viel Licht, Luft und Grün, Hochhäuser nur im bescheidenem Umfang, auch räumliche Bildungen nur gelegentlich, weil man den Baukörper im Grundsatz als freiplastisches, rings von Licht und Luft umspültes Gebilde verstehen wollte."Gerd Albers, 25. August 1978, in Die Zeit: "Sind die Architekten an allem schuld?"
Bildertanz-Quelle: Archiv Raimund Vollmer
2015: "Für Paris ersann Le Corbusier 1925 einen Plan, wie man drei Millionen Menschen mitten in der Innenstadt ansiedeln könnte. Das historische Zentrum zwischen Louvre und Pariser Oper wollte er planieren, stattdessen 18 gigantische, regelmäßig angeordnete Riesenhäuser errichten, mit breiten Verkehrsschneisen und Parkplätzen. 'Wohnmaschinen' hieß ein Konzept für die serielle Fertigung von Wohnhäusern."Jan Ludwig, Herbst 2015, in Fluter: "In der Wohnmaschine"
Freitag, 2. Oktober 2015
Erbe des Nationalsozialismus: Das Olympiatheater (1936 bis 1969)
Vor dem Krieg war das Olympia-Theater offensichtlich unter dem Namen "Kurbelkasten" bekannt.
Nach dem Krieg war es so etwas wie die Stadthalle
Reutlingens. Die Listhalle zerstört, an eine Stadthalle war noch lange nicht zu
denken, übernahm das Olympiatheater in der Federnseestraße die Aufgabe, kultureller
Treffpunkt der Menschen in Reutlingen zu sein. Hier fanden auch politische
Veranstaltungen statt. Vor allem aber gaben sich die bereits damals oder auch
später berühmtesten Künstler ein Stelldichein. Schauspieler wie Horst Buchholz
oder Marika Rökk traten hier ebenso auf wie Horst Tappert, der zuerst mit
"Die Gentlemen bitten zur Kasse" und dann als Derrick in die Annalen
der Fernsehgeschichte für immer und ewig einging. Die Reutlinger
Geschichtsblätter beschäftigten sich vor zwanzig Jahren mit diesem Gebäude. Der
Reutlinger Kunsthistoriker Thomas Braun widmet diesem in der Nazizeit
entstandenen Bau einen längeren Beitrag. Wir zitieren:
"Substanzverbesserung und Verschönerung war ein bedeutender Aspekt des architektonischen Umganges mit der Altstadt während der 30er Jahre. Ein zweiter wichtiger Aspekt war, dass Versuche unternommen wurden, die Altstadt mit neuen Strukturen zu versehen. Der Bau des Lichtspielhauses "Olympia-Theater" in der Federnseestraße stellt einen solchen Versuch dar.
Der Plan entstand auf Anregung der NS-Kulturgemeinschaft zunächst in Hinblick auf einen Kontert- ujnd Theatersaal. Als Bauplatz wurde das Areal in der Federnseestraße ausersehen, auf dem noch ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Fachwerkhaus stand. Dieses sollte abgebrochen werden, ein erstaunlicher Befund, wenn man sich die Liebe zur 'urdeutschen Bauweise' noch einmal vor Augen führt. Mit der Planung wurde der parteigebundene Architekt Fritz Klonk beauftragt. Zur problematischen Bauplatzwahl stellte die Presse (Reutlinger Tagblatt, 8.5.1936) fest: 'Zu der Tatsache, dass dieses neue Bauwerk mitten in die Altstadt gesetzt wird, kann nur gesagt werden, dass städtebaulich es geradezu erwünscht ist, derartige Zweckbauten in die Altstadtviertel hineinzubekommen.' Klonk beabsichtigte, seinen Entwurf 'auf die altdeutsche Bauform des 15- und 16. Jahrhunderts abzustimmen. Es entstand ein traufständiger Bau mit Satteldach. Relativ kleine, gekuppelte und vor allem im Erdgeschoss in der Zahl beschränkte Fenster gliederten die Fassade. Etwas aus der Symmetrie gerückt befand sich der Haupteingang als Rundbogenportal ausgebildet. Wie die Fenster war es aus Gewänden von Gönninger Tuff eingefasst.In der Höhenentwicklung blieb das Gebäude hinter seinem Vorgänger, der giebelständig gewesen war, zurück. Der Entwurf blieb im Rahmen des Traditionalismus. Während der Kinobau der zurückliegenden Jahre "unter dem Drang zur Sensation" stand und sich dann als sachlich-funktionelle Bauaufgabe des neuen Bauens entwickelte, sollte dieser Bau nicht wesentlich mehr sein als ein Anpassungsbau. Die künstlerische Dekoration aber sollte sehr aussagekräftig sein. Neben einem Lichtbringer von Rudolf Rempel , Stuttgart, aus dem Schlussstein des Portals gemeißelt, war der Sgrafittoschmuck bemerkenswert. Wie die Tympanon-Gemälde der Spitalkirche stammte es von Anton Geiselhart. Unter den Darstellungen von Amor, Thalia, Terpsychore und Komödia "'marschieren (...) die Gestalten des Sports , der Hitlerjugend (Fahnenschwinger), der Familie (Ehepaar) (...), des Bauernhauses (Bauer mit Pferd) kurz die symbolisierten Ausschnitte aus den Tonwochenschauen.' Welche Bedeutung dem Film innerhalb der NS-Propaganda zukam, zeigte sich hier am Schmuck der Gebäudefront, wenn auch einigermaßen zurückhaltend. In der Altstadt Reutlingen befand sich nun seit 1936 eine Einrichtung, wo 'der Staat und die Bewegung vor das Volk treten' und wo 'kein Volksgenosse mit seiner Bereitwilligkeit zur Übernahme dieser tragenden und die Seele stark machenden Tonfilmdokumente zurückhalten darf. Der Bau bestand bis 1969.Quelle: Reutlinger Geschichtsblätter, 1995, Thomas Braun: "50 Jahre Kriegsende, Bauen in Reutlingen im Zeitraum 1930-1950"
Bildertanz-Quelle: Reutlinger Geschichtsblätter 1995, Reutlingen 1930-1950, Wolf-Rüdiger Gassmann,
Im Juli 2012 hatten wir eine kleine Werbeanzeige des Olympiatheaters
veröffentlicht, der informative Kommentare folgen. HIER
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Donnerstag, 1. Oktober 2015
Mittwoch, 30. September 2015
Dienstag, 29. September 2015
Serkan Özdogan: Die Mondfinsternis vom 28. September 2015 von Pfullingen aus gesehen
04.10 Uhr
04.41 Uhr
04.41 Uhr
04.54 Uhr
05.09 Uhr
Bildertanz-Quelle: Serkan Özdogan (Butterfly Photography)
04.41 Uhr
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04.54 Uhr
05.09 Uhr
Bildertanz-Quelle: Serkan Özdogan (Butterfly Photography)
Luftbild Bruderhausgelände: Vom Industriegebiet zur "Kultur"-Landschaft...
... war Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts noch ein weiter, sehr weiter Weg. Im Februar 1984 hatte die Stadt das Gelände erworben. Und schon entbrannte eine heiße Diskussion darüber, was auf diesem Gelände der Bruderhaus Maschinenfabrik und Gustv-Werner-Stiftung geschehen solle. Heute haben wir hier die Stadthalle - und den Bürgerpark, der momentan um den Kulturplatz erweitert werden soll. Natürlich war und ist alles, was auf diesem Gelände geschieht, höchst umstritten. Der ZOB, der das Gelände von der Kernstadt trennt, hat sich bereits als eine Fehlinvestition erwiesen. Schon als er in den achtziger Jahren geplant wurde, war er eigentlich schon das falsche Konzept für eine Stadt, die in der Einwohnerzahl seit 1988 die 100.000er Marke überschritten hat. Das GWG-Haus ist auch verschwunden - und auf das technische Rathaus, ganz oben, würde man auch gerne verzichten. Die alte Feuerwache hat auch eine neue Bestimmung gefunden. Die Straßenführungen sind ganz anders. Und - würde sich das Bild nach rechts erweitern - dann wissen wir, dass es die Listhalle auch nicht mehr gibt. (Raimund Vollmer
Bildertanz-Quelle:Wöllhaf (leider finden wir den Fotografen nicht im Internet)
Bildertanz-Quelle:Wöllhaf (leider finden wir den Fotografen nicht im Internet)
So stand es am 9. Februar 2009 in der FAZ
Die Überschrift hatte nichts mit unserem Bildertanz zu tun, sondern mit der Gemäldesammlung eines in Düsseldorf sehr berühmten Kurfürsten: Jan Willem. IIhm ist dort auf dem Rathausplatz ein Reiterdenkmal gewidmet.) Er war ein Kunstsammler, und darauf bezog sich dieser Artikel.
Bildertanz-Quelle: Archiv Vollmer
Bildertanz-Quelle: Archiv Vollmer
Montag, 28. September 2015
Ex-Reutlingerin aus Bochum-Dahlhausen grüßt Schwester bei der ZHL
Die Bilder entstanden am vorletzten Wochenende anlässlich eines Besuchs beim Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen.

Bildertanz-Quelle: Hans-Martin Hebsaker, München
Abgastest Unter den Linden: Was würde wohl die Ampel dazu sagen?
Noch ein eher kleiner Stau war dies am vergangenen Freitagmittag. Aber seitdem an der Einmundung der Emil-Adolff-Straße in die Straße Unter den Linden die Ampel auf stur geschaltet ist, staut sich regelmäßig der Verkehr aus Richtung B 464, Rommelsbach und Orschel-Hagen. Spekulieren wir mal: Wahrscheinlich sind Umweltbelastungen in der Innenstadt der Grund dafür, dass unsere Verkehrsplaner hier den Autostrom erst einmal vor der Einfahrt in den Citybereich stoppen. Das bessert bestimmt die Werte in der Innenstadt, aber die Belastung wird nur anders verteilt - und der Stress auch. Vielleicht hat es aber auch ganz andere Gründe, warum wir hier immer warten dürfen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch so eine Werbeschirm...
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
Sonntag, 27. September 2015
Eine Fahrt durch die Gartenstraße (Fahrt, welche Fahrt???)
Endlich hat man mal richtig Zeit, das Heckteil seines Vordermannes genau zu studieren. Endlich weiß man, wie schön rot sein kann. Und wo man sich ganz genau befindet, das erfährt man auch in dieser Life-Reportage aus R.
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
Wo einst die Listhalle war: HIER WÄCHST GRAS DRÜBER...
... und einiges andere auch.
... und einiges andere auch. Wo demnächst Die Tonne entstehen soll, wächst das, was in eine andere Tonne gehört: Unkraut.
Der Dschungel ist kein Ersatz für die Erinnerungen. Vor zehn Jahren war der Bildertanz zum ersten Mal in der Listhalle - und sie war "proppenvoll", als im Oktober 2005 die Volksbank Reutlingen erstmals bei ihrer Mitgliederversammlung zum Bildertanz einlud.
2015 würden die Mitglieder vergeblich kommen. Es gibt nur noch Zaungäste...
Und das sind Autos, die hier anlässlich des Spendenlaufs hier parken.
Natürlich überragt die Stadthalle jetzt alles - jetzt, wo die Listhalle abgerissen wurde. Spricht man mit den Menschen dort, dann kommt die Aussage: "Noch nie wurde eine Konkurrenz so schnell vernichtet wie hier."
Ein trauriger Platz. Liebe Tonne, lasst die Spiele hier bald beginnen!
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
... und einiges andere auch. Wo demnächst Die Tonne entstehen soll, wächst das, was in eine andere Tonne gehört: Unkraut.
Der Dschungel ist kein Ersatz für die Erinnerungen. Vor zehn Jahren war der Bildertanz zum ersten Mal in der Listhalle - und sie war "proppenvoll", als im Oktober 2005 die Volksbank Reutlingen erstmals bei ihrer Mitgliederversammlung zum Bildertanz einlud.
2015 würden die Mitglieder vergeblich kommen. Es gibt nur noch Zaungäste...
Und das sind Autos, die hier anlässlich des Spendenlaufs hier parken.
Natürlich überragt die Stadthalle jetzt alles - jetzt, wo die Listhalle abgerissen wurde. Spricht man mit den Menschen dort, dann kommt die Aussage: "Noch nie wurde eine Konkurrenz so schnell vernichtet wie hier."
Ein trauriger Platz. Liebe Tonne, lasst die Spiele hier bald beginnen!
Bildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
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