Dienstag, 14. September 2010

Die künftige Bebauung des Achalmgebietes der Stadt Reutlingen


»Bei der meist hügeligen Beschaffenheit unseres Landes bereitet eine harmonische Hang- und Höhenbebauung vielfach Schwierigkeiten, insbesondere wenn der Ausdehnungsdrang größerer Städte dabei mitspielt. Dies ist in Zukunft auch in Reutlingen der Fall. Hier ist eine befriedigende Lösung von besonderer Bedeutung, weil es sich um das Vorgelände der Achalm handelt, also eines unserer schönsten und durch seine Insellage weithin wirkenden Berges unserer Alb. Nach und nach will die Stadt auch an seinem Fuß hinaufklettern und es ist Zeit, diese Bebauung in solche Bahnen zu lenken, dass das schöne Landschaftsbild dadurch keine Beeinträchtigung erleidet. Weil es sich hier um eine Stelle handelt, auf welche die Augen unseres ganzen Landes gerichtet sind, hält der Bund für Heimatschutz sich für befugt und berechtigt, sich auch um das, was hier geplant ist, zu bekümmern. Schon 1907 hat Professor Theodor Fischer sich mit dieser Frage befasst. Um einer wahllosen und wilden Überbauung der weithin sichtbaren Hänge beizeiten vorzubeugen und ein möglichst günstiges Bild dieses Hangegebietes und Vorgeländes der Achalm zu erzielen, hat der Gemeinderat von Reutlingen mit seinem Bürgermeister an der Spitze in neuester Zeit im Bewußtsein seiner Verantwortung für diesen schönen Fleck unseres Landes einen Bebauungsplan, der noch über die Fischerschen Vorschläge hinausgeht und besondere Anbauvorschriften durch den Vorstand des Stuttgarter Stadterweiterungsamts, Oberbaurat Dr. Otto ausarbeiten lassen. Die im Hinblick auf dieses Ziel aufgestellten Vorschriften sehen an der neuen, auf halber Höhe waagrecht geführten Hangstraße geräumige, 20 Meter weite Hausabstände vor, daß die Häuser ganz in Grün eingebettet werden, und verlangen breit gelagerte, höchstens zweistöckige Häuser mit ruhigen Walmdächern. Die steilen Abhänge gegen das Tal und die bekrönende Kuppe sollen ganz von Gebäuden frei gehalten werden. An einer markanten Bergnase ist eine Aussichtsstraße mit geeignetem Baumsatz vorgesehen. Zur Vervollständigung des Ganzen soll wegen Ausdehnung dieser Bauvorschriften auch auf das zur Markung Eningen gehörige Achalmgelände mit dieser Gemeinde verhandelt werden.
Dieses Vorgehen der Stadt Reutlingen ist sehr begrüßenswert und verdient unsere volle Anerkennung. Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß die Durchführung des Geplanten allen Widerständen zum Trotz und so ein gutes Vorbild für andere, ähnliche Verhältnisse ergeben möge.«
(Quelle: Schwäbisches Heimatbuch 1930. Herausgegeben vom Bund für Heimatschutz in Württemberg und Hohenzollern. Eßlingen a.N., S. 138/139)

Montag, 13. September 2010

"Die Kelter in Reutlingen....

... an deren Erzeugnisse mancher Schwank anknüpft, musste dem Neubau eines Schwimmbades Platz machen" - so die Bildunterschrift. Entnommen wurde das Foto dem Schwäbischen Heimatbuch von 1929. Veröffentlicht wurde es in einem Artikel "Deutsche Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung technischer Kulturgüter" (s. 114 / 115).
Das genannte Schwimmbad ist das Reutlinger Hallenbad in der Albstraße. Rechts unten sieht man Straßenbahnschienen.

Bildertanz-Quelle: Schwäbisches Heimatbuch 1929. Eßlingen 1929.

Sonntag, 12. September 2010

In Vino veritas....





...oder im Wein liegt die Wahrheit sagte schon Pinius der Ältere als römischer Gelehrter ca 23-79n Ch.Das 25 te Reutlinger Weinfest ging gestern, 11. September, zuende ...ond Viertelesschlotzer kamen hier voll auf ihre Kosten. Die Weindorfwirte mit ihren Teams haben wieder hervorragende Arbeit geleistet und rund um die Marienkirche für Stimmung gesorgt. Impressionen vom Freitag abend...
Bildertanz aktuell Doku : 9/2010 Werner Rathai

Teil 7: Oberamtsbeschreibung der Stadt Reutlingen von 1824

Wohlthätigkeits-Anstalten und Stiftungen.
Ein Spital zum heiligen Geist hat zunächst die Bestimmung für die Armuth zu sorgen. Sein Ursprung ist nicht bekannt, geht aber auf jeden Fall über das 14te Jahrhundert hinaus. Mit der Anstalt wurden um die Zeit der Reformation ein Kloster der Meisterin und Sammlungs-Schwestern, so wie auch die, gleichwohl unbedeutenden, Einkünfte des 1535 aufgehobenen Franziskaner Klosters vereinigt. Durch ersteres gelangte der Spital zu dem Besitz von vier dreytheiligen Erblehenshöfen, nämlich drey zu Dußlingen und einem zu Sickenhausen; durch letztere erhielt er verschiedene Gefälle. Schon vorher aber besaß er die Dörfer Wannweil, Omenhausen und Stockach, den Gaisbühlhof und einen dreitheiligen Hof nebst der Hälfte des großen Zehnten und dem Fischwasser im Neckar zu Kirchenthälinsfurth, und viele andere theilige Güter und Gefälle, wozu später noch eine nicht unbedeutende Summe von Geld-Capitalien kam.
Sein jährliches Einkommen wurde im Jahr 1802 auf ungefähr 16.000 fl. berechnet.
Der Spital führte sein eigenes Siegel, war übrigens dem Stadtmagistrat unterworfen. Früher wurden sogenannte Pfründer aufgenommen, welche sich darein einkauften; seitdem jedoch im Jahr 1801 die große Spitalscheuer mit allen ihren Vorräthen abgebrannt ist, wird keine eigene Ökonomie mehr geführt, und das Pfründwesen hört allmählig auf.
Das Armenhaus, insgemein Waisenhaus genannt, ist eine zur Aufnahme von unvermöglichen Bürgern in gesunden und kranken Tagen bestimmte Anstalt. Das Haus liegt am Ende der untern Vorstadt, und besteht in zwey Wohngebäuden, worin in der Regel 80 Personen verpflegt werden. Die Verpflegung wird im Abstreich verakkordirt. Ursprünglich war das Haus ein Sonder-Siechenhaus, welches von der Landgräfin Elisabeth, Gemahlin Ludwigs von Thüringen, die im Jahr 1231 starb, gestiftet worden seyn soll, erweislicher Maßen wenigstens schon 1248 bestand, und allmählig sich [91] ein ansehnliches Vermögen erwarb, so daß es bey dem Übergang an Würtemberg ein jährliches Einkommen von ungefähr 7000 fl. und ein Activ-Kapital von 42.000 fl. besaß. Im Jahr 1752 wurde mit der Anstalt ein Waisenhaus verbunden und zu dem Ende ein neues Gebäude dabey aufgeführt. Unter Würtemberg wurde das Waisenhaus wieder aufgehoben, und mit der allgemeinen Waisen-Anstalt vereinigt.
Ein Bettelhaus, auch Armenhaus genannt, ist eine kleine Krankenanstalt für ansteckende und auf dem Schub gebrachte Kranke, welche von dem Waisenhaus verköstigt werden. Außerdem besitzt Reutlingen noch folgende besondere Stiftungen:
Bey der Stadtpflege angelegt:
1000 fl. Begerscher Stiftungsfonds für Studierende aus dieser Familie;
400 fl. Knorersches Stift zur jährlichen Zinsvertheilung unter die Mitglieder des Stadtraths;
25 fl. Jakob Wucherersches Stift, wovon die Zinse dem Musik-Collegium abgereicht werden;
2000 fl. von verschiedenen Stiftern, zur Unterhaltung der Stadtbibliothek.
Bey der Kirchenpflege:
3000 fl. von verschiedenen Stiftern, wovon die Zinse für arme Wöchnerinnen bestimmt sind;
100 fl. für Kalbfellsche Waisen.
200 fl. Stiftung, wovon die Zinse armen Reutlingischen Pfarr-Wittwen zukommen;
100 fl. für arme Schulknaben der Wuchererschen Familie gestiftet;
5976 fl. von verschiedenen Stiftern für studierende Reutlinger Bürgers-Söhne;
300 fl. für Studierende besonderer Familien.
Bey der Spitalpflege:
10.000 fl. Heinrich Finksches Stift für arme Schulkinder und kranke Arme ledigen Standes.
20 Pfd. Heller, Kaplan Gregorius Zieglersches Stift, [92] jährlich an zwey arme und keusche Jungfrauen bey ihrer Verheirathung auszutheilen.
Jährlich auszutheilende kleine Stifte für Arme im Spital von verschiedenen Stiftern.
Die besonders bestehende Bechtenpflege mit einem eigenen Verwalter und mit 4705 fl. Fonds, wovon die Zinse auf Studierende von der Familie bis auf 10 fl. verwendet werden, welche alle Jahre dem Fond zuwachsen. Der Senior der Familie hat die Oberaufsicht.

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Samstag, 11. September 2010

Teil 6: Oberamtsbeschreibung der Stadt Reutlingen von 1824


Kirchen- und Schulwesen.Die Stadt hat zwey Pfarreyen: eine evangelische und eine katholische: die letztere wurde erst i. J. 1823 errichtet.
Die evangelische Pfarrkirche ist die Marienkirche. An derselben stehen drey Geistliche: der Stadtpfarrer, zugleich Dekan und zwey Helfer. Vormals stand neben dem Stadtpfarrer, wie an der Stiftskirche zu Stuttgart, noch ein besonderer Prediger, Hauptprediger genannt, als erster Stadtgeistlicher. Seine Stelle wurde zur Zeit der Reformation (mit Alber) errichtet; unter Würtemberg aber mit dem vierten Sonntags-Gottesdienst, der Frühpredigt, aufgehoben.
Außer der Pfarrkirche wird noch in der Spitalkirche und ebenso in der Waisenhauskirche oder Armenkirche von dem Spitalpfarrer alle Sonntage Gottesdienst gehalten.

Die katholische Pfarrkirche — die Nicolaikirche ist mit einem Pfarrvikar besetzt. Die Einrichtung dieser neuen Kirche wurde mit einem Beytrag der Stadt auf Kosten des Staats gemacht.
Im Ganzen hat also die Stadt 4 Kirchen, worin Gottesdienst [89] gehalten wird, und fünf Geistliche. Sämmtliche Stellen werden von dem König ersetzt. Die evangelischen Geistlichen werden von der Spitalpflege besoldet, die Erhaltung des katholischen hat der Staat übernommen. In frühern Zeiten hatte das Kloster Königsbronn das Patronat in Reutlingen. Es war demselben im J. 1308 von Kaiser Albert I. mit allen Rechten geschenkt worden. Da das Kloster durch die Reformation sich immer mehr beeinträchtigt sah, so verkaufte es im Jahr 1533 den großen und kleinen Zehnten an den Spital mit Vorbehalt einer jährlichen Gült von 10 Fuder Wein für 6000 fl. Diesem Verkauf folgte, wie es scheint, der des Patronats und Kirchensatzes erst später; in dem Repertorium des Stadtarchivs ist eine Quittung des Abts vom Jahr 1558 gegen 2000 fl. für den abgekauften Kirchensatz angezeigt.
Die Schulanstalten bestehen in einer lateinischen Schule und in einer deutschen Schule, wovon jede ihr eigenes Schulgebäude hat. Die lateinische Schule hat vier Classen und 4 Lehrer: eine Rector und drey Präceptoren. Sie steht unter dem Pädagogarchen zu Tübingen. Die deutsche Schulanstalt besteht aus drey Knaben- und vier Mädchenschulen, jede mit einem Schulmeister und einem Provisor. In denselben befinden sich dermalen an 1400 Kinder, welche nach den verschiedenen Altersstufen darin vertheilt sind. Zu den obigen sieben Schulen kommt jetzt noch eine katholische. Die hiesigen Schulanstalten haben sich in neuerer Zeit sehr gebessert. Eine Realschule, welche Reutlingen in der letzten Zeit seiner Selbstständigkeit eingerichtet hatte, wurde später wieder aufgehoben, eine Aufhebung, die für die Stadt und ihre Verhältnisse sehr zu bedauern und durch die Einrichtung bey der lateinischen Schule nur höchst mangelhaft ersetzt ist. Arbeitsschulen oder Industrieschulen fehlen ebenfalls; seit 1821 besteht jedoch eine Nähanstalt für 12 arme Mädchen.
Die Schulanstalten sind im Genuß nicht unbedeutender Stiftungen.


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Freitag, 10. September 2010

Teil 5: Oberamtsbeschreibung der Stadt Reutlingen von 1824


Bevölkerung und Nahrungsstand.
Von der Zahl der in der Tabelle angegebenen ortsangehörigen Einwohner waren im gedachten Jahre 1822 abwesend 283, dagegen hielten sich Fremde im Orte auf 397; die Zahl der wirklich in dem Orte lebenden Personen war als 9589, die Zahl der Ehen war 1736, es kommen somit auf 1 Ehe 5½ Menschen.

Die Bevölkerung wächst von Jahr zu Jahr. Nach dem Übergang der Stadt an Würtemberg, im Jahre 1803, betrug die Inwohnerschaft 7755. Sie ist also innerhalb 20 Jahren [86] um 1720, und im Durchschnitte jährlich um 86 Menschen gewachsen. [4]

Geboren wurden jährlich im Durchschnitte in den letztern 10 Jahren 374 Kinder, darunter uneheliche 25. Es kommen somit auf nicht ganz 25 Menschen 1 Geburt und auf 14 bis 15 Geburten 1 uneheliche. Gestorben sind in demselben Zeitraume jährlich 295. Darunter sind todtgebohrne 16. Es starb somit der 31 bis 32ste Mensch und das 19te Kind kam todt zur Welt; die Sterblichkeit ist geringer als in manchen Dörfern des Oberamts. Vergl. S. 43.

Die Hauptnahrung der Einwohner besteht in dem Gewerbe. Es gibt wenig Orte im Königreiche, wo eine solche Gewerbsthätigkeit herrscht, wie in Reutlingen; zwar findet man wenig oder gar keine Fabriken, aber ganz Reutlingen ist eine Fabrik. Die bedeutendern Gewerbe sind oben S. 66 schon namhaft gemacht worden, hier heben wir noch besonders aus:

Die Gerberey, und zwar hauptsächlich die Rothgerberey, welche in Reutlingen stärker, als irgendwo im Königreiche betrieben wird. Das Haupterzeugniß ist Überleder; Sohlleder wird wenig verfertigt. Die Saffiangerberey hat in neuern Zeiten abgenommen, dagegen wird jetzt die Bereitung von laquirtem Leder in allen Farben betrieben und es hat sich darin besonders der Lederlaquirer Sommer hervorgethan. Die bedeutendsten Geschäfte in der Gerberey machen und das höchste Kataster haben: unter den Rothgerbern Johann Helb, unter den Weißgerbern Rudolph Waiblin.
Leimsiedereyen zählt man 14; sie liefern jährlich an 1000 bis 1500 Centner Leim (à 30–35 fl.), der hauptsächlich von den Hut- und Seidenfabriken in Lyon verbraucht wird.

Die Buchdruckerey und der Bücherhandel sind gleichfalls bedeutend; Reutlingen besitzt 11 Buchdruckereyen, welche sehr bedeutende Geschäfte machen. Bekanntlich ist die Stadt ein Hauptsitz des Nachdrucks; aber auch viele Originalwerke [87] werden hier gedruckt, wie z. B. neuerlich die schöne Ausgabe der alten Klassiker von der Stuttgarter Societät.

Die Bortenwirkerey ist weniger von Bedeutung; mehr noch ist es das Spitzenklöppeln, Verfertigung von gröbern Spitzen, welche unter dem Namen der Reutlinger oder Ehninger Spitzen (weil sie durch die Ehninger Krämer hauptsächlich verschlossen werden) bekannt sind. Man trifft Sommers überall auf freyer Straße, vor den Häusern Weibsleute, welche damit beschäftigt sind. Übrigens hat der Absatz neuerlich abgenommen, was hauptsächlich dem Mangel einer zweckmäßigen Leitung des Geschäfts und dem Zurückbleiben hinter dem Geschmack der Zeit in der Zeichnung zugeschrieben wird. Die Geldbeutel, welche von den Weibsleuten gestrickt werden, gehen zu Tausenden auf die Leipziger Messe. Von Holzwaaren gehen viele Sattelbäume aus. In neuern Zeiten werden auch gute Wagen in Reutlingen verfertigt, welche Absatz ins Ausland finden. In der Glockengießerey und der Verfertigung von Feuerspritzen haben die Reutlinger früher immer einen besondern Ruf behauptet; die leztere Kunst war hier lange allein einheimisch und gleichsam Eigenthum der Familie Kurz, von der auch die Spritzenmacher in Stuttgart abstammen. Eine große Anzahl von Secklern und von Schuhmachern arbeitet nicht nur für den innern Verbrauch, sondern auch für den Verkauf auf auswärtigen Märkten.
Fabriken im engern Sinne hat Reutlingen nicht; außer den oben angeführten Papier-Fabriken und einer Pulvermühle; eine Türkischroth-Färberey, womit eine Baumwollenspinnerey verbunden war, hat neuerlich wieder aufgehört. Die Pulvermühle hatte im Jahre 1822 das Unglück in die Luft zu fliegen, wobey zwey Menschen ihr Leben verloren, sie ist aber jetzt wieder hergestellt. Sehr förderlich ist dem Gewerbe in Reutlingen der Echazfluß, welcher in mehreren Canälen vertheilt ist.
Die Mühlen und Werke sind in der Tabelle 4. zu finden; hier ist noch zu bemerken: ein Bad, das Kuzisbad genannt, eine kleine Privatanstalt, die jedoch einzig zum Baden [88] eingerichtet ist, ihre eigene, aber nicht mineralische, Quelle hat und deßwegen die hiesige Schwefelquelle benutzt.
Der Handel ist nicht unbedeutend; ein höherer Handelsgeist hat jedoch in Reutlingen nie geherrscht; eine Ursache davon mag die Abgeschiedenheit von den Handelsstraßen bisher gewesen seyn.
Der Handel besteht hauptsächlich in Manufakturwaaren; die zwey bedeutendsten Handlungen sind nach dem Kataster die von Sixt Jakob und Wilhelm Finkh und die von Johann Georg, Christian und Wilhelm Fink.
Die Stadt hat drey Jahrmärkte, und eben so viele Wochenmärkte, welche zugleich Fruchtmärkte sind.
Die Landwirthschaft ist zwar ein untergeordneter, dennoch nicht unwichtiger Nahrungszweig. Die Stadt besitzt eine große Markung, und erzeugt viel Obst, Wein, Gemüse, hauptsächlich aber viel Heu und Öhmd. Vergl. S. 59.


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Bei dem Wetter lohnt sich ein Besuch im Weindorf....


... und irgendwie hat sich die Wilhelmstraße an dieser Ecke ihre Idylle erhalten.
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle

Vor 100 Jahren? Nein, einiges älter ist diese Uracher Sicht...


... auf die Flachsspinnerei.
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle

Vor 100 Jahren? Nicht ganz. Denn da fährt schon die Grüne...


... durch die Wilhelmstraße.
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle

Donnerstag, 9. September 2010

Kreative Künstlerinnen und Künstler...









...aus dem BILDERTANZLAND machen aus einem langweiligem Garagentor ein Kunstwerk.In verschiedenen Stadtteilen sind dem Fotograf sehr schöne Objekte aufgefallen,Salvadore Dali würde seine Freude daran haben, obwohl er ja Exzentriker war. Sein Museum in Figueras ist sehenswert und weltbekannt. Das zweite Motiv ist allerdings eine Garage für unseren Rasenmäher und wurde von der Hobbymalerin Roselin Rathai (Frau des Fotografen) auf einem Campingplatz gestaltet und bewundert.
Bildertanz Foto Doku Sommer 2010: Werner Rathai

Guten Morgen, Bildertanzland!


Ein Luftbild aus dem Jahre 1935 mit Blick auf Hohenurach.
Bildertanz-Quelle: Ulli Wolf

Blech zu schmieden ...

edle Kunst,
Blech zu reden
Narrenzunft.

Bildertanz-Foto: Jürgen Reich
Gesehen an der Rückseite des Hauses von "Mecki "- der bekannt ist für seine vielen geschmiedeten (Wirtshaus-) Schilder und weitere Kunstwerke in Trochtelfingen.

Mittwoch, 8. September 2010

Der Marktplatz in den sechziger Jahren


Charleys Schatulle

Teil 4: Oberamtsbeschreibung der Stadt Reutlingen von 1824


Das Gerberviertel war vor allem ein Gewerbeviertel. Heute wäre es ein Luxusviertel, wenn man es renoviert statt abgerissen hätte. Aber so konnte sich noch nicht einmal das Restaurant Alte Mühle halten. (Bildertanz-Quelle: Richard Wagner)
»GANZ REUTLINGEN IST EINE FABRIK«

Bevölkerung und Nahrungsstand.
Von der Zahl der in der Tabelle angegebenen ortsangehörigen Einwohner waren im gedachten Jahre 1822 abwesend 283, dagegen hielten sich Fremde im Orte auf 397; die Zahl der wirklich in dem Orte lebenden Personen war als 9589, die Zahl der Ehen war 1736, es kommen somit auf 1 Ehe 5½ Menschen.
Die Bevölkerung wächst von Jahr zu Jahr. Nach dem Übergang der Stadt an Würtemberg, im Jahre 1803, betrug die Inwohnerschaft 7755. Sie ist also innerhalb 20 Jahren [86] um 1720, und im Durchschnitte jährlich um 86 Menschen gewachsen. [4]
Geboren wurden jährlich im Durchschnitte in den letztern 10 Jahren 374 Kinder, darunter uneheliche 25. Es kommen somit auf nicht ganz 25 Menschen 1 Geburt und auf 14 bis 15 Geburten 1 uneheliche. Gestorben sind in demselben Zeitraume jährlich 295. Darunter sind todtgebohrne 16. Es starb somit der 31 bis 32ste Mensch und das 19te Kind kam todt zur Welt; die Sterblichkeit ist geringer als in manchen Dörfern des Oberamts. Vergl. S. 43.
Die Hauptnahrung der Einwohner besteht in dem Gewerbe. Es gibt wenig Orte im Königreiche, wo eine solche Gewerbsthätigkeit herrscht, wie in Reutlingen; zwar findet man wenig oder gar keine Fabriken, aber ganz Reutlingen ist eine Fabrik. Die bedeutendern Gewerbe sind oben S. 66 schon namhaft gemacht worden, hier heben wir noch besonders aus:
Die Gerberey, und zwar hauptsächlich die Rothgerberey, welche in Reutlingen stärker, als irgendwo im Königreiche betrieben wird. Das Haupterzeugniß ist Überleder; Sohlleder wird wenig verfertigt. Die Saffiangerberey hat in neuern Zeiten abgenommen, dagegen wird jetzt die Bereitung von laquirtem Leder in allen Farben betrieben und es hat sich darin besonders der Lederlaquirer Sommer hervorgethan. Die bedeutendsten Geschäfte in der Gerberey machen und das höchste Kataster haben: unter den Rothgerbern Johann Helb, unter den Weißgerbern Rudolph Waiblin.
Leimsiedereyen zählt man 14; sie liefern jährlich an 1000 bis 1500 Centner Leim (à 30–35 fl.), der hauptsächlich von den Hut- und Seidenfabriken in Lyon verbraucht wird.
Die Buchdruckerey und der Bücherhandel sind gleichfalls bedeutend; Reutlingen besitzt 11 Buchdruckereyen, welche sehr bedeutende Geschäfte machen. Bekanntlich ist die Stadt ein Hauptsitz des Nachdrucks; aber auch viele Originalwerke [87] werden hier gedruckt, wie z. B. neuerlich die schöne Ausgabe der alten Klassiker von der Stuttgarter Societät.
Die Bortenwirkerey ist weniger von Bedeutung; mehr noch ist es das Spitzenklöppeln, Verfertigung von gröbern Spitzen, welche unter dem Namen der Reutlinger oder Ehninger Spitzen (weil sie durch die Ehninger Krämer hauptsächlich verschlossen werden) bekannt sind. Man trifft Sommers überall auf freyer Straße, vor den Häusern Weibsleute, welche damit beschäftigt sind. Übrigens hat der Absatz neuerlich abgenommen, was hauptsächlich dem Mangel einer zweckmäßigen Leitung des Geschäfts und dem Zurückbleiben hinter dem Geschmack der Zeit in der Zeichnung zugeschrieben wird. Die Geldbeutel, welche von den Weibsleuten gestrickt werden, gehen zu Tausenden auf die Leipziger Messe. Von Holzwaaren gehen viele Sattelbäume aus. In neuern Zeiten werden auch gute Wagen in Reutlingen verfertigt, welche Absatz ins Ausland finden. In der Glockengießerey und der Verfertigung von Feuerspritzen haben die Reutlinger früher immer einen besondern Ruf behauptet; die leztere Kunst war hier lange allein einheimisch und gleichsam Eigenthum der Familie Kurz, von der auch die Spritzenmacher in Stuttgart abstammen. Eine große Anzahl von Secklern und von Schuhmachern arbeitet nicht nur für den innern Verbrauch, sondern auch für den Verkauf auf auswärtigen Märkten.
Fabriken im engern Sinne hat Reutlingen nicht; außer den oben angeführten Papier-Fabriken und einer Pulvermühle; eine Türkischroth-Färberey, womit eine Baumwollenspinnerey verbunden war, hat neuerlich wieder aufgehört. Die Pulvermühle hatte im Jahre 1822 das Unglück in die Luft zu fliegen, wobey zwey Menschen ihr Leben verloren, sie ist aber jetzt wieder hergestellt. Sehr förderlich ist dem Gewerbe in Reutlingen der Echazfluß, welcher in mehreren Canälen vertheilt ist.
Die Mühlen und Werke sind in der Tabelle 4. zu finden; hier ist noch zu bemerken: ein Bad, das Kuzisbad genannt, eine kleine Privatanstalt, die jedoch einzig zum Baden [88] eingerichtet ist, ihre eigene, aber nicht mineralische, Quelle hat und deßwegen die hiesige Schwefelquelle benutzt.
Der Handel ist nicht unbedeutend; ein höherer Handelsgeist hat jedoch in Reutlingen nie geherrscht; eine Ursache davon mag die Abgeschiedenheit von den Handelsstraßen bisher gewesen seyn.
Der Handel besteht hauptsächlich in Manufakturwaaren; die zwey bedeutendsten Handlungen sind nach dem Kataster die von Sixt Jakob und Wilhelm Finkh und die von Johann Georg, Christian und Wilhelm Fink.
Die Stadt hat drey Jahrmärkte, und eben so viele Wochenmärkte, welche zugleich Fruchtmärkte sind.
Die Landwirthschaft ist zwar ein untergeordneter, dennoch nicht unwichtiger Nahrungszweig. Die Stadt besitzt eine große Markung, und erzeugt viel Obst, Wein, Gemüse, hauptsächlich aber viel Heu und Öhmd. Vergl. S. 59.

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Guten Morgen, Bildertanzland!


Deutschland hat 6:1 gewonnen - gegen Aserbaidschan
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle

Dienstag, 7. September 2010

Luftaufnahme 1937: Hülben auf der Alb


Bildertanz-Quelle: Ulli Wolf

Teil 3: Oberamtsbeschreibung der Stadt Reutlingen von 1824


Der Zwiefalter Hof musste in den siebziger Jahren einem Parkhaus weichen.
Bildertanz-Quelle: Friedrich Dittmar

Die Quellen verweisen auf Wikipedia-Seiten, von denen wir diesen Text übernommen haben.

Beschaffenheit der Stadt.

Die Stadt liegt ziemlich eben, und hat im Ganzen, wie schon aus der beyliegenden Karte, noch mehr aber aus dem neuen Stadtplan erhellt, eine sehr regelmäßige Gestalt. Sie ist mit Graben, Zwinger und hohen Mauern und stattlichen Thürmen umgeben, hat 4 Haupt- und 3 Nebenthore und innerhalb derselben an der südlichen Ecke noch Überreste von besondern Befestigungswerken, „der obere und der untere Bollberg“ genannt. Die hohen Stadtmauern sind neuerlich an mehreren Stellen abgenommen, zum Theil auch durchbrochen worden. Außerhalb der Mauern befinden sich drey kleine offene Vorstädte:
1) die obere Vorstadt, gegen Pfullingen hin, [82] 2) die untere Vorstadt, auf der entgegengesetzten Seite,
3) die Tübinger- oder Mettmanns-Vorstadt.
Auch ist der Graben fast rundum mit Häusern besetzt.
Weniger freundlich, als die Umgebung ist die Stadt selber, und weniger regelmäßig, als ihre Gestalt, ihre Anlage, obgleich die Stadt nach dem Brand von 1726 ganz neugebaut wurde. Die Straßen sind meist krumm, eng und ohne Plan angelegt, die Häuser größtentheils schlecht, durchaus von Holz, unverblendet und durch hohe Giebel verunstaltet. Nur wenige Straßen sind gepflastert, und häufig sind Bäche durch dieselben gerichtet. Das eigenthümliche reichsstädtische Aussehen vermißt man in Reutlingen ganz; man glaubt sich vielmehr in einem großen Dorfe zu befinden; wie im Innern der Häuser, so spricht sich auch im Äußern überall die Genügsamkeit und Sparsamkeit der Reutlinger aus.
Die Hauptstraßen sind: 1) die obere und untere Wilhelmsstraße, 2) die Metzger- und Kirchen-Gasse, 3) die Katharinen-Straße, 4) die Kanzleystraße. Die beyden ersten ziehen, jedoch nicht geradlinig, durch die ganze Stadt der Länge nach hin.
Der Marktplatz ist, seitdem die Metzig 1810 weggeräumt worden, nicht unansehnlich, aber größtentheils ungepflastert. Ein zweyter nicht unansehnlicher Platz ist der Kanzleyplatz, früher ein Kloster- und nachher der Schwörhof, der mit einer, nun abgebrochenen Mauer umgeben war.
Vergleichen wir das Gebäudekataster von Heilbronn, welche Stadt 2300 Einwohner weniger als Reutlingen hat, so finden wir, daß dort der Werth der Gebäude im Ganzen um 1.271.000 fl., und eines einzelnen Gebäudes um 860 fl. höher als in Reutlingen ist, und daß in Heilbronn auf 1 Menschen ein Gebäude-Vermögen von 382 fl., in Reutlingen von 152 fl. kommt. Das am höchsten angeschlagene Haus ist das der Wittwe Steck mit dem Kaufspreis von 8500 fl. Unter den öffentlichen Gebäuden sind zu bemerken:
Vier Kirchen, sämmtlich Stiftungs-Eigenthum der Stadt: [83] 1) Die Marienkirche, die Hauptkirche der Stadt. Sie ist ein sehr ansehnliches und das einzige merkwürdige Gebäude der Stadt, ganz von Quadern in gothischem Geschmack gebaut, mit vielen zum Theil freylich schweren Verzierungen. Das Schiff der Kirche ist 127½ Fuß lang, der Thurm soll 325 Fuß hoch seyn. Es wurde 70 Jahre lang an der Kirche gebaut; Veranlassung zu dem Bau gab eine Belagerung der Stadt im Jahre 1247 durch den Gegenkönig Heinrich Raspo, während welcher Zeit die Bürgerschaft der Mutter Gottes den Bau einer Kirche gelobte, wenn sie glücklich befreyt würde. Heinrich zog ab und ließ einen Sturmbock, wovon unten noch die Rede seyn wird, von 227½ Fuß Länge zurück; gerade so lang wurde jetzt das Schiff der neuen Kirche angelegt.
Bey dem großen Brande im Jahre 1726 brannte das Innere der Kirche ganz aus, der Thurm stand wie eine glühende Säule da, und das schöne Gebäude litt sehr Noth. [3]
2) Die Nikolaikirche. Sie ist nach der Marienkirche die größte und älteste der Stadt, und soll im Jahre 1300 von einem Grafen Albert von Achalm? erbaut worden seyn. Sie hat sich noch aus dem großen Brande gerettet; und es wurde alljährlich noch bis auf die neuesten Zeiten an dem sogenannten Brandfeste eine Gedächtniß-Predigt darin gehalten. In den letztern Jahren diente sie zum Magazin für die Nachbarn, seit 1823 ist sie zur katholischen Pfarrkirche eingerichtet.
3) Die Spitalkirche. Sie steht in Verbindung mit dem Spital am Marktplatz, und wurde im Jahre 1539 von der abgebrochenen Franziskaner-Klosterkirche gebaut.
4) St. Peters-, oder Waisenhaus-, auch Armenhauskirche. Sie steht außerhalb der Stadt auf dem Kirchhofe, und war ehemals Mutterkirche der Orte Degerschlacht [84] und Sickenhausen, bis diese 1679 durch Tausch davon getrennt und zu einer eigenen Pfarrey erhoben wurde. S. Omenhausen.
Das Rathhaus. Es ist ein nicht unansehnliches Gebäude, das aber in einer engen und abgelegenen Gasse versteckt liegt. Wie fast alle Gebäude wurde es erst nach dem großen Brande vom Jahr 1726 erbaut. Vorher stand das Rathhaus auf dem Marktplatze, brannte aber daselbst bis auf den untern Stock ab, welcher nachher mit einem bretternen Dache bedeckt wurde und bis 1810 zur Metzig diente. Dieses ältere Rathhaus war 1563 erbaut worden, auf den Grund einer Kirche, von welcher man bey Wegräumung der Metzig folgende Inschrift gefunden hat:
Hec Ecclesia Sanctorum Petri et Pauli Apostolorum inchoata fuit anno Domini MCCXLVI. II. nonas Martii. Deinde Anno III. consecrata dominica prima post festum Salvatoris Jesu Christi.
Die Kanzley, ein sehr großes Gebäude, worin die Kreisregierung und die Finanzkammer ihren Sitz und der Präsident und Direktor der Regierung ihre Wohnung haben. Es war ein Franziskaner Barfüßer Kloster, das in Folge der Reformation im Jahr 1535 von den Barfüßern gegen ein Leibgeding abgetreten wurde. Zu reichsstädtischen Zeiten diente es zur Wohnung für geistliche und weltliche Diener und zu andern öffentlichen Zwecken. Bey der Organisation im Jahre 1803 wurde das Eigenthumsrecht der Kammer zuerkannt, welche das Gebäude zur Wohnung des Oberamtmanns und des Steuer-Einnehmers bestimmte. Nachher wurde es zur Kaserne eingerichtet, 1811 aber vom Kriegs-Departement als entbehrlich an die Stadt verkauft: 1817 erbot sich die Stadt, es zu Kanzleyen und zur Wohnung des Regierungs-Präsidenten einzurichten, und 1823 ging das Eigenthumsrecht durch Vergleich an den Staat über.
Wann und von wem das Kloster gestiftet worden, ist unbekannt.
Die Klosterhöfe: 1) der Königsbronner. 2) der Zwifalter, 3) der Marchthaler, 4) der Bebenhäuserhof und 5) der [85] Nürtinger Spital-, ehemals Salmannsweiler-Hof. Diese Gebäude haben mit Ausnahme des letztern ihre ursprüngliche Bestimmung sämmtlich verloren. Der Königsbronnerhof dient jetzt zum Oberamtssitz, die andern sind in bürgerliches Eigenthum übergegangen. Mit diesen Höfen waren Besitzungen und Gefälle verbunden, wozu die Klöster auf verschiedenen Wegen kamen. Königsbronn z. B. kam dazu als Kirchenpatron, Bebenhausen durch den Pfalzgraf Rudolph v. Tübingen, der im Jahre 1247 sein Gut zu Reutlingen dem Kloster verkaufte, Zwifalten ohne Zweifel durch seine Stifter, die Grafen von Achalm, Marchthal wohl auch durch die Pfalzgrafen von Tübingen, und der Spital Nürtingen erkaufte seinen Besitz im Jahre 1738 von der Familie Forster, auf die er von dem Kloster Salmansweil gekommen war. Bey dem Oberamteygebäude befindet sich noch das Gehäuse einer kleinen Capelle, wie sie die Klöster hier bey ihren Höfen, womit sie einen kleinen Staat im Staate bildeten, hatten.
Die Zunfthäuser, deren 12 an der Zahl waren, gehörten den Zünften an, und waren bey der frühern Verfassung im Grunde eben so viele Rathhäuser. Jetzt haben sie mit jener aufgehört, und die Häuser sind meist theils verkauft, theils zu andern Zwecken benutzt, wie für die Schulen.
Andere bemerkenswerthe öffentliche Gebäude sind: der Spital und das Armenhaus etc., welche später noch vorkommen werden.

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Montag, 6. September 2010

60er: Schöne Große aus Bichishausen...


... als es noch den Kreis Münsingen gab. Heute ist Bichishausen ein Stadtteil von Münsingen.
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle

Teil 2: Oberamtsbeschreibung der Stadt Reutlingen von 1824

1545

Lage und Verhältnisse der Stadt
Reutlingen, eine Kreis- und Oberamtsstadt, liegt unter 26° 51′ 0″ Länge und 48° 30′ 6″ Breite, 9 Stunden von Stuttgart, an der Echaz und am Fuße der Achalm, 1150 bis 1170 Fuß über der Meeresfläche, auf einer sanft ansteigenden Ebene. Die Lage ist heiter und frey, die Umgebung malerisch, der Boden fruchtbar und reich an Obst und Wein. Auf der westlichen Seite der Stadt breitet sich eine weite, ziemlich ebene Fläche aus; auf der östlichen Seite zieht die Alp in den schönsten Formen hin.

Als Kreis- und Oberamtsstadt ist Reutlingen der Sitz der Regierung und der Finanzkammer des Schwarzwaldkreises und aller oberamtlichen Stellen mit Ausnahme der Oberamtspflege, welche ihren Sitz in Pfullingen hat; ferner ist es Sitz eines Dekanats und neuerlich auch zum Sitz eines Generalats (General-Superintendez) bestimmt, und eines Postamts.

Als König Friedrich 7 gute Städte schuf, nahm er auch Reutlingen darunter auf, und dieser Vorzug hatte die Folge, daß die Stadt jetzt die Landtage neben dem Abgeordneten des Oberamts-Bezirks noch mit einem eigenen Deputirten beschickt. [81] Die grundherrlichen Rechte, oder vielmehr die Grundgefälle sind unter mehreren Besitzern vertheilt.

Den Zehnten bezieht durchaus die Stadtpflege, sie entrichtet aber für den Weinzehnten an den Staat eine jährliche Gülte von 60 Eimer Wein, oder wenn kein Wein wächst, von 3 fl. 20 kr. für den Eimer. Nur in einigen an der Markungsgränze liegenden Feldbezirken haben die K. Cameral-Verwaltung, die Universität Tübingen und der Spital Nürtingen theils allein, theils in Gemeinschaft den Zehnten zu beziehen. Auch ist der Novalzehnte der Herrschaft zuständig.

An Gefällen beziehen
der Staat ewige Zinse, über Abzug von 128 fl., welche neuerlich abgelöst worden sind, noch 260 fl. 14 kr., wovon 86 fl. auf Häusern und Gewerben ruhen.
Die Stadtpflege ewige Zinse aus den Weihergärten 328 fl. 45 kr., Canon aus den Allmandtheilen 600 fl. und einige Weingefälle.
Die Armenpflege Geld 57 fl. 30 kr. und einige kleine Gaben und Theilgebühren in Wein.
Die Kirchenpflege Geld 160 fl. 30 kr.
Die Spitalpflege Geld 85 fl. 38 kr. und wieder einige kleine Gaben und Theilgebühren in Wein, nebst 7 Scheffel Früchte.
Ferner beziehen die Bechtenpflege und die Pfarrey Unterhausen einige kleine Gefälle.


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Zwischen der Eiszeit und Romina

lag die Weinzeit!

Bildertanz-Fotos: Jürgen Reich

Sonntag, 5. September 2010

Hilde Franz: Hier fanden Sie Bilder im Grünen...


... und zwar im Garten der Sondelfinger Künstlerin Hilde Franz, die an diesem Wochenende ihr Atelier öffnete und dabei ihren Zaubergarten in die Ausstellung einbezog.

Ludwig Franz: Hier fährt sie noch, die Grüne...


... und zwar im Keller von Ludwig Franz in Sondelfingen. Er hat sich hier den Traum aller Jungs erfüllt und eine liebevoll ausgestattete Eisenbahnanlage (Fleischmann) errichtet.
Bildertanz-Quelle: RV

Teil 1: Oberamtsbeschreibung der Stadt Reutlingen von 1824


REUTLINGEN TEIL 1: Hier werden die Schriften genannt, auf die sich die Oberamtsbeschreibung bezieht:

a. Schriften
Versuch einer Beschreibung der Stadt Reutlingen.
Von Dr. Friedrich August Memminger, Hofmedikus. Reutlingen 1805.

Der Verfasser klagt in seiner Vorrede, daß ihm alle Quellen verschlossen geblieben seyen. Die Schrift ist deßwegen auch sowohl in historischer als statistischer Beziehung mangelhaft.

Umständliche Relation, wie es mit der Reformation der Stadt Reutlingen sowohl vor, in und nach dem Jahr 1517 eigentlich hergegangen. (von dem Syndicus J. G. Beger.) Reutlingen 1717. Eine sehr schätzbare Schrift.

Kirchengeschichtliche und rechtliche Nachrichten von dem Rural-Capitel in des heil. R. R. Reichsstadt Reutlingen etc. Von Georg David Beger, Syndicus in Reutlingen. 1765. Auch eine schätzbare Schrift von dem Sohn des vorigen.

Der Stadt Reutlingen Anfang Freyheiten, auch was löblich darinnen etc.; was uns für Nutzen das Wasser Echsatz bringt, und noch anderes mehr, gestellt durch Melchior Weiß 1603. Handschrift ohne Gehalt und unzuverlässig.

Chronika und gründliche Beschreibung des h. R. R. Reichsstadt Reutlingen etc. etc. beschrieben [80] durch Joh. Fizion, Burger und Collaborator der deutschen Schule 1603. Fortgesetzt von einem Ungenannten 1740.

Eine handschriftliche Reim-Chronik von gewöhnlicher Art; eine ähnliche hat auch Jakob Frischlin, der Bruder des Nikodemus, geschrieben.

Kleinere gedruckte Abhandlungen und Aufsätze über einzelne Gegenstände werden an ihrem Orte angeführt werden.


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Neue Serie: Oberamtsbeschreibung der Stadt Reutlingen von 1824

Im vergangenen Jahr hatten wir damit begonnen, Oberamtsbeschreibungen über Orte im Bildertanzland zu veröffentlichen - und es dann im Trubel der vergangenen Monate vergessen. Es ist Zeit, diese Dokumentation wieder aufzugreifen. Was liegt da näher als ein Portrait von Reutlingen selbst, wie es vor bald zwei Jahrhunderten gesehen wurde.
Wir beginnen deshalb heute mit der "Hauptstadt" im Bildertanzland.

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Wenn es in Reutlingen das Gerberviertel noch gäbe....



... dann hätten wir eine ähnlich schöne Postkartenansicht wie Tübingen. So aber bleibt trotz mancher Kleinode der Eindruck der Vereinigten Hüttenwerke.
Bildertanz-Quelle: Herbert Scheurer (Tübingen), Gärtnerei Hespeler (Gerberviertel)

Guten Morgen, Bildertanzland!



Bildertanz-Quelle: Immanuel Lude

Freitag, 3. September 2010

Als Weindorfzeit für die OB noch nicht Dirndlzeit war, sehen Sie im Bildertanz!

Warum Barbara Bosch ein Dirndl auf einem Fest trägt, bei dem es ausdrücklich kein Bier gibt, können wir Ihnen auch nicht sagen! Aber:
Die "Auslagen" der OB, wie der GEA schreibt, können Sie hier sehen (schluck), falls sie daran interessiert sind! Falls Sie dann noch mehr sehen wollen, schauen Sie sich den GEA-Film an: Film ab . Oder gönnen Sie sich stattdessen einfach ein gutes Viertele.

Bildertanz-Foto: Jürgen Reich (2003)

So schön kann Reutlingen sein...


... auch ohne Weindorf und Rummel.
Bildertanz-Quelle: Rainer Hipp

Vor 100 Jahren: Das Gasthaus zum Paradies....


... war dereinst ein sehr beliebtes Lokal.
Bildertanz-Quelle: Rainer Hipp

Brüssel statt Bildertanz...


... ist heute Abend angesagt, wenn Deutschlands Nationalelf um die Qualifikation zur Europameisterschaft spielt. Oder ist das genau die Chance, in aller Ruhe Bildertanz zu gucken?
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle

Donnerstag, 2. September 2010

Wie würden Sie entscheiden?

Dieses Foto entstand 1987 beim Schüleraustausch des Albert-Einstein-Gymnasiums mit Billericay. Es dürfte das älteste und erfolgreichste Austauschprogramm einer Reutlinger Schule sein.

Bildertanz-Foto: Jürgen Reich

Mittwoch, 1. September 2010

Wer redet denn noch von Stuttgart 21?

Wir können viel mehr!

Bildertanz-Foto: Jürgen Reich

Älter als 80 Jahre und doch so aktuell wie heute...


... ist dieses Bild von dem kleinen Imannuel aus den 20er Jahren. Und heute haben wir endlich wieder ein Wetter, das zum Spielen einlädt.
Bildertanz-Quelle: Immanuel Lude

Vor 480 Jahren schrieb der Reutlinger Bürgermeister..



...Jos Weiss bereits Geschichte. Er war damals, 1530, in der Fuggerstadt Augsburg Unterzeichner des protestantischen Glaubensbekennnisses vor Kaiser Karl V. Josua oder Jos Weiss lebte 1480-1542, war Bürgermeister in Reutlingen. In der Historie wird er als Sohn der Stadt geführt. Die Grundschule in der Lederstraße trägt seinen Namen: Jos Weiss Schule. Sie wurde im Sommer gründlich saniert. Unmittelbar neben der Schule wurde zur Erinnerung ein Gedenkstein mit Infotafeln errichtet. Im BILDERTANZLAND soll an diesen hervorragenden Reutlinger "Schultes " erinnert werden.
Bildertanz Foto Doku 6/2010: Werner Rathai