Sonntag, 11. September 2016
Freitag, 9. September 2016
Karlstraße: Ein 50-Jahres-Vergleich
Aus dem Rechenschaftsbericht von Oberbürgermeister Oskar Kalbfell, 1965. Das Bild dürfte aber älter sein.
Dieses Foto entstammt einer Videoaufnahme aus dem Jahr 2010. Autor: Raimund Vollmer
Dieses Foto entstammt einer Videoaufnahme aus dem Jahr 2010. Autor: Raimund Vollmer
Mittwoch, 7. September 2016
Bildertanz-Freunde bei den Freunden der Zahnradbahn
Das Dampfross...
... muss warten vor dem Starten
Sie können es kaum erwarten
Durch diese hohle Gasse muss die Masse
Freunde
Richtunsgwechsel
Werner Früh und Peter Funkbeiner träumen von Zeiten, in denen noch alles unter Dampf stand
Michael Staiger - der Mann, der mit seinen Freunde die Lok wieder unter Dampf setzte
Wartet hinter Gittern auf bessere Tage
Bildertanz-Quelle:Wolf-Rüdiger Gassmann
... muss warten vor dem Starten
Sie können es kaum erwarten
Durch diese hohle Gasse muss die Masse
Freunde
Richtunsgwechsel
Werner Früh und Peter Funkbeiner träumen von Zeiten, in denen noch alles unter Dampf stand
Michael Staiger - der Mann, der mit seinen Freunde die Lok wieder unter Dampf setzte
Wartet hinter Gittern auf bessere Tage
Bildertanz-Quelle:Wolf-Rüdiger Gassmann
BZN: Wenn das HAP Grieshaber wüsste...
Dies ist nur ein Muster, aber alle Schüler des BZN müssten ja eigentlich mit dem Beginn des neuen Schuljahres solch eine Aufenthaltserlaubnis bei der Schulleitung einholen. (Sie wird sicherlich nicht mit einem Zitat von Grieshaber geschmückt. "Der dreht sich im Grabe um, wenn er das erfährt", so der Kommentar einer Mutter.)
Seit zwei Tagen sind diese Schilder an fast allen Ecken und Enden auf dem campusähnlichen Komplex des Bildungszentrums Nord zu sehen. Nur der Haupteingang scheint irgendwie noch freien Zutritt zu erlauben, aber da sind der Stadt bestimmt die Schilder ausgegangen. Das BZN wurde in den sienziger Jahren errichtet, 1978 eingeweiht und bestimmt mit dem Ziel so konzipiert, Offenheit in alle Richtungen zu demonstrieren. In diesem Geiste wurden auch die Schüler dort unterrichtet. Ausgerechnet in dem Jahr, von dem an sich das Gymnasium nach dem Freigeist HAP Grieshaber benennt, ist nun der Kleingeist in dieses Gelände eingezogen. Die vielen Spaziergänger sind ziemlich verärgert und verstehen die Welt nicht mehr. Denn gerade sie waren es, die mit ihrer Präsenz vor allem außerhalb der Schulzeiten für die Sicherheit auf diesem Freigelände gesorgt hatten. Wenn man mit diesem Verbot mögliche Bösewichte fernhalten will, dann hat man damit genau dafür gesorgt, dass die sich nun hier ungestört bewegen können. Oder werden hier nun Sicherheitskräfte eingesetzt?
Betreten verboten - ob mit oder ohne Alkohol, ob mit oder ohne Hund, ob mit oder ohne Zigarette, ob mit oder ohne Fahrrad. Wer keine Erlaubnis durch die Schulleitung hat, darf nicht hierher.
Verbotenes Foto: das Schulgelände (1)
Verbotenes Foto: das Schulgelände (2)
Bildertanz-Quelle:
Seit zwei Tagen sind diese Schilder an fast allen Ecken und Enden auf dem campusähnlichen Komplex des Bildungszentrums Nord zu sehen. Nur der Haupteingang scheint irgendwie noch freien Zutritt zu erlauben, aber da sind der Stadt bestimmt die Schilder ausgegangen. Das BZN wurde in den sienziger Jahren errichtet, 1978 eingeweiht und bestimmt mit dem Ziel so konzipiert, Offenheit in alle Richtungen zu demonstrieren. In diesem Geiste wurden auch die Schüler dort unterrichtet. Ausgerechnet in dem Jahr, von dem an sich das Gymnasium nach dem Freigeist HAP Grieshaber benennt, ist nun der Kleingeist in dieses Gelände eingezogen. Die vielen Spaziergänger sind ziemlich verärgert und verstehen die Welt nicht mehr. Denn gerade sie waren es, die mit ihrer Präsenz vor allem außerhalb der Schulzeiten für die Sicherheit auf diesem Freigelände gesorgt hatten. Wenn man mit diesem Verbot mögliche Bösewichte fernhalten will, dann hat man damit genau dafür gesorgt, dass die sich nun hier ungestört bewegen können. Oder werden hier nun Sicherheitskräfte eingesetzt?
Betreten verboten - ob mit oder ohne Alkohol, ob mit oder ohne Hund, ob mit oder ohne Zigarette, ob mit oder ohne Fahrrad. Wer keine Erlaubnis durch die Schulleitung hat, darf nicht hierher.
Verbotenes Foto: das Schulgelände (1)
Verbotenes Foto: das Schulgelände (2)
Bildertanz-Quelle:
Dienstag, 6. September 2016
Montag, 5. September 2016
Sonntag, 4. September 2016
Samstag, 3. September 2016
Freitag, 2. September 2016
Die Macht und die Herrlichkeit in Reutlingen
Ganz beschaulich - weil im Stil der guten alten Zeit...
"Warum eigentlich sind unsere alten Städte in Europa
schöner als alles, was Planer und Architekten je in den vergangenen Jahrzehnten
nach dem Zweiten Weltkrieg an Neuem entwickelt haben?" So fragte am
Donnerstag suggestiv in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung der Frankfurter
Architekt Christoph Mäckler. Wir in Reutlingen und ganz besonders auf unseren Bildertanz-Seiten
(Blog & Facebook) fragen uns das schon sehr lange und immer wieder mit Bezug
auf aktuelle Entscheidungen. Wir ahnen auch, woran es liegt. Nicht an uns, den
Menschen, sondern an den Architekten, die zu lange auf die kalten und glatten Ansprüche
einer strengen Schule fixiert waren, deren Regeln sie zu entsprechen versuchten
- auch mit Blick auf das Ansehen innerhalb der eigenen Vergleichsreihen. Kollegen
bauten für Kollegen, nicht für uns, die in diesen und zwischen diesen Gebäuden
leben müssen.
Ist unsere Stadt noch unsere Stadt?
Gerade jetzt wurde wieder der Bau von Gebäuden genehmigt,
deren Art der Frankfurter Stararchitekt in seinem Beitrag verurteilt. Das
sogenannte "Stuttgarter Tor", ein Euphemismus par excellence, wird
uns - um mit Mäckler zu sprechen - "angesichts der abstoßenden Kälte und
Langeweile" frösteln lassen. Ähnlich wird es uns mit dem GWG-Komplex gehen
oder dem Bau des Hotels an der Stadthalle. Mäckler ist ein kluger Mensch, er
weiß, dass wir, die wir die alten Städte schöner finden, von den Leuten, die
diese Öde planen und entscheiden, gerne als "Ewiggestrige"
abgekanzelt werden. Aber anscheinend scheint sich - bis auf das institutionelle
Reutlingen, das schon immer gerne dem Trend von gestern nachgelaufen ist - in
der Zunft eine Art Rückbesinnung durchzusetzen. Man schaut den alten Meistern
ab, wie sie das Entstehen einer Stadt vor 100 und mehr Jahren mitgestaltet
haben. Mäckler merkt vor allem an, dass
eine Stadt, die sich aus vermeintlich elitären Solitären zusammengeschustert
hat, auf die öffentlichen Räume und Plätze konzentrieren solle, um sich wieder
jene Urbanität zu geben, die sie einst besaß. Wer denkt da nicht an unser
Reutlingen? Wem fällt da nicht die Personalie von dieser Woche ein, in der über
die Auseinandersetzung zwischen der Stadt und ihrer Angestellten (keine Beamtin!)
Dr. Katrin Korth im GEA zu lesen war. Denn gerade die stellvertretende Leiterin
des städtischen Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt engagierte sich mit
Leidenschaft (und nicht mit der Kälte von Planern, denen eigentlich egal ist,
was sie planen) für eine bürgerzentrierte Gestaltung öffentlicher Räume. Der
Begriff "Bürgernähe" ist nämlich in der Tat viel zu schwach. Von wo
aus wollen sich denn die Planer uns nähern? Von ihrem irgendwo im Abstrakten
konstruierten Idealbild, das mit absoluter Macht durchgesetzt werden will?
Nein, wir stehen im Mittelpunkt. Es ist unsere Stadt.
Es ist vierzig Jahre her, dass Ralf Dahrendorf in einem
Beitrag davon sprach, dass wir auf ein System zusteuern, in dem Exekutive und
Experten alles bestimmen werden, in der die natürlichen Autoritäten der Bürger
und ihrer gewählten Vertreter mehr und mehr an die Seite gedrängt werden. Wie
oft hätte man sich in den letzten Jahren gewünscht, dass unsere Stadträte und
Stadträtinnen dagegen ihr Veto energisch eingelegt hätten, deutlich ein
"So nicht" in den Ratsaal ausgerufen hätten. Stattdessen haben sie
sogar einem Zuschütten des Listbrunnens zugestimmt, den viele als einen Verrat am
Bürger empfunden. Übrigens wurde aus diesem Beschluss des Gemeinderates (was
ich hier mal aus dem Stegreif unterstelle) dann ein Auftrag, der bei Korth
landete, die ihn bestimmt nicht gerne ausgeführt hat. Sonst wäre er sofort
umgesetzt worden. Wenn unseren Stadtbediensteten etwas gefällt, dann können sie
nämlich da blitzschnell sein - wie etwa beim Abriss der Listhalle.
Wahrscheinlich werden wir - so der Tenor des Artikels im GEA
- Dr. Korth als Mitarbeiterin unserer Stadt verlieren. Es wäre ein Triumph für
die Stadtmacht, eine Niederlage für uns Bürger. Und wir müssen befürchten, dass
wir den Weg der Entfremdung zwischen
Stadt und Bürger weitergehen werden.
Es ist so schade. Ehrlich gesagt, es frustriert immer
mehr Menschen, die sich für diese Stadt engagieren wollen. Da wird auf Dauer
ein Investitions-Klima erzeugt, in dem es von morgens früh bis abends spät nur
noch um sofortigen Nutzen und schnelle Profite gehen wird. So zitieren wir am
Ende noch einmal den Architekten Mäckler, der sich über etwas so Profanes wie
den "Straßenraum" mit seinen Fassaden äußert: "Architektonisch
kam der Außenfassade, auch als Straßenfassade bezeichnet, zu allen Zeiten eine
besondere Bedeutung zu, weil sie das Haus für seinen Besitzer in den
öffentlichen Raum hinein repräsentierte. Dies hat sich erst mit der Moderne und
der Idee des Hauses als solitärem Kunstwerk geändert."
Ich finde, dass die Moderne ziemlich altmodisch daherkommt.
Um es mit Oscar Wilde zusagen: "Nichts ist so gefährlich wie das
Allzumodernsein, man gerät so leicht aus der Mode."
So addieren sich in unserer Stadt auch weiterhin die
Solitäre zu einem Durcheinander der Stile, die sich gegenseitig nichts und uns
Bürgern erst recht nichts zu sagen haben.
Schön, dass es wenigstens die Zeile am Tübinger Tor gibt.
Und schön, dass die neue Skateanlage - ein öffentlicher Raum - so viel Anklang
findet, aber bestimmt nicht deshalb, weil Solitäre wie die Stadthalle oder das
"Krankenhäusle" in der Umgebung stehen. Da ist der ZOB mit seiner
Funktion für die Jugendlichen viel, viel wichtiger. So weit sind wir
inzwischen.
Raimund Vollmer
Ganz dicht - in der Metzgerstraße...
Ganz weit - der Listplatz, aber ohne Brunnen
Ganz gemütlich - an der Marienkirche
Ganz in Ordnung - jedenfalls auf diesem Foto: der BahnhofBildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
Die Macht und die Herrlichkeit in Reutlingen
Ganz beschaulich - weil im Stil der guten alten Zeit...
"Warum eigentlich sind unsere alten Städte in Europa
schöner als alles, was Planer und Architekten je in den vergangenen Jahrzehnten
nach dem Zweiten Weltkrieg an Neuem entwickelt haben?" So fragte am
Donnerstag suggestiv in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung der Frankfurter
Architekt Christoph Mäckler. Wir in Reutlingen und ganz besonders auf unseren Bildertanz-Seiten
(Blog & Facebook) fragen uns das schon sehr lange und immer wieder mit Bezug
auf aktuelle Entscheidungen. Wir ahnen auch, woran es liegt. Nicht an uns, den
Menschen, sondern an den Architekten, die zu lange auf die kalten und glatten Ansprüche
einer strengen Schule fixiert waren, deren Regeln sie zu entsprechen versuchten
- auch mit Blick auf das Ansehen innerhalb der eigenen Vergleichsreihen. Kollegen
bauten für Kollegen, nicht für uns, die in diesen und zwischen diesen Gebäuden
leben müssen.
Ist unsere Stadt noch unsere Stadt?
Gerade jetzt wurde wieder der Bau von Gebäuden genehmigt,
deren Art der Frankfurter Stararchitekt in seinem Beitrag verurteilt. Das
sogenannte "Stuttgarter Tor", ein Euphemismus par excellence, wird
uns - um mit Mäckler zu sprechen - "angesichts der abstoßenden Kälte und
Langeweile" frösteln lassen. Ähnlich wird es uns mit dem GWG-Komplex gehen
oder dem Bau des Hotels an der Stadthalle. Mäckler ist ein kluger Mensch, er
weiß, dass wir, die wir die alten Städte schöner finden, von den Leuten, die
diese Öde planen und entscheiden, gerne als "Ewiggestrige"
abgekanzelt werden. Aber anscheinend scheint sich - bis auf das institutionelle
Reutlingen, das schon immer gerne dem Trend von gestern nachgelaufen ist - in
der Zunft eine Art Rückbesinnung durchzusetzen. Man schaut den alten Meistern
ab, wie sie das Entstehen einer Stadt vor 100 und mehr Jahren mitgestaltet
haben. Mäckler merkt vor allem an, dass
eine Stadt, die sich aus vermeintlich elitären Solitären zusammengeschustert
hat, auf die öffentlichen Räume und Plätze konzentrieren solle, um sich wieder
jene Urbanität zu geben, die sie einst besaß. Wer denkt da nicht an unser
Reutlingen? Wem fällt da nicht die Personalie von dieser Woche ein, in der über
die Auseinandersetzung zwischen der Stadt und ihrer Angestellten (keine Beamtin!)
Dr. Katrin Korth im GEA zu lesen war. Denn gerade die stellvertretende Leiterin
des städtischen Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt engagierte sich mit
Leidenschaft (und nicht mit der Kälte von Planern, denen eigentlich egal ist,
was sie planen) für eine bürgerzentrierte Gestaltung öffentlicher Räume. Der
Begriff "Bürgernähe" ist nämlich in der Tat viel zu schwach. Von wo
aus wollen sich denn die Planer uns nähern? Von ihrem irgendwo im Abstrakten
konstruierten Idealbild, das mit absoluter Macht durchgesetzt werden will?
Nein, wir stehen im Mittelpunkt. Es ist unsere Stadt.
Es ist vierzig Jahre her, dass Ralf Dahrendorf in einem
Beitrag davon sprach, dass wir auf ein System zusteuern, in dem Exekutive und
Experten alles bestimmen werden, in der die natürlichen Autoritäten der Bürger
und ihrer gewählten Vertreter mehr und mehr an die Seite gedrängt werden. Wie
oft hätte man sich in den letzten Jahren gewünscht, dass unsere Stadträte und
Stadträtinnen dagegen ihr Veto energisch eingelegt hätten, deutlich ein
"So nicht" in den Ratsaal ausgerufen hätten. Stattdessen haben sie
sogar einem Zuschütten des Listbrunnens zugestimmt, den viele als einen Verrat am
Bürger empfunden. Übrigens wurde aus diesem Beschluss des Gemeinderates (was
ich hier mal aus dem Stegreif unterstelle) dann ein Auftrag, der bei Korth
landete, die ihn bestimmt nicht gerne ausgeführt hat. Sonst wäre er sofort
umgesetzt worden. Wenn unseren Stadtbediensteten etwas gefällt, dann können sie
nämlich da blitzschnell sein - wie etwa beim Abriss der Listhalle.
Wahrscheinlich werden wir - so der Tenor des Artikels im GEA
- Dr. Korth als Mitarbeiterin unserer Stadt verlieren. Es wäre ein Triumph für
die Stadtmacht, eine Niederlage für uns Bürger. Und wir müssen befürchten, dass
wir den Weg der Entfremdung zwischen
Stadt und Bürger weitergehen werden.
Es ist so schade. Ehrlich gesagt, es frustriert immer
mehr Menschen, die sich für diese Stadt engagieren wollen. Da wird auf Dauer
ein Investitions-Klima erzeugt, in dem es von morgens früh bis abends spät nur
noch um sofortigen Nutzen und schnelle Profite gehen wird. So zitieren wir am
Ende noch einmal den Architekten Mäckler, der sich über etwas so Profanes wie
den "Straßenraum" mit seinen Fassaden äußert: "Architektonisch
kam der Außenfassade, auch als Straßenfassade bezeichnet, zu allen Zeiten eine
besondere Bedeutung zu, weil sie das Haus für seinen Besitzer in den
öffentlichen Raum hinein repräsentierte. Dies hat sich erst mit der Moderne und
der Idee des Hauses als solitärem Kunstwerk geändert."
Ich finde, dass die Moderne ziemlich altmodisch daherkommt.
Um es mit Oscar Wilde zusagen: "Nichts ist so gefährlich wie das
Allzumodernsein, man gerät so leicht aus der Mode."
So addieren sich in unserer Stadt auch weiterhin die
Solitäre zu einem Durcheinander der Stile, die sich gegenseitig nichts und uns
Bürgern erst recht nichts zu sagen haben.
Schön, dass es wenigstens die Zeile am Tübinger Tor gibt.
Und schön, dass die neue Skateanlage - ein öffentlicher Raum - so viel Anklang
findet, aber bestimmt nicht deshalb, weil Solitäre wie die Stadthalle oder das
"Krankenhäusle" in der Umgebung stehen. Da ist der ZOB mit seiner
Funktion für die Jugendlichen viel, viel wichtiger. So weit sind wir
inzwischen.
Raimund Vollmer
Ganz dicht - in der Metzgerstraße...
Ganz weit - der Listplatz, aber ohne Brunnen
Ganz gemütlich - an der Marienkirche
Ganz in Ordnung - jedenfalls auf diesem Foto: der BahnhofBildertanz-Quelle:Raimund Vollmer
Seit 60 Jahren: Die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule (Kleine Entstehungsgeschichte, Teil 2)
Die Betriebskosten der Schule werden alljährlich nach der Schülerzahl auf die Verbandsgemeinden umgelegt. Der jeweils auf die Stadt Reutlingen entfallende Anteil liegt bei 80 Prozent. Im Jahr 1964 waren dies rund 250.000 DM.
Neben den auf ortlichen bzw. regionalen Bereich bechränkten Klassen für 55 verschiedene Beruf, führt die Schule Landesfachklassen für Ofensetzer und Küfer. Die im Rahmen der Gwerblichen Berufsschule bestehenden Möglichkeiten des Zweiten Bildungsweges werden in einem besonderen Abschnitt beschrieben.
Mit der Benennung der Schule nach Ferdinand von Steinbeis, dessen Namen mit der Entwicklung des Berufsschulwesens in unserem Lande eng verknüpft ist, erhielten Lehrer und Schüler den symbolischen Auftrag die Schule in seinem Geiste mit Leben und Streben zu erfüllen.
Bildertanz-Quelle:Helmut Akermann
Montag, 29. August 2016
Seit 60 Jahren: Die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule (Kleine Entstehungsgeschichte, Teil 1)
Bildertanz-Quelle:Sammlung Helmut Akermann
Aus dem Tätigkeitsbericht von Oberbürgermeister Oskar Kalbfell (1965)
Die bedeutendste Berufsschule der Stadt Reutlingen ist die
Gewerbliche Berufsschule.
Schulträger ist hier nicht (...) die Stadt allein, sondern ein
Schulverband, der neben der Stadt Reutlingen noch 29 Gemeinden des Kreise
Reutlingen und Tübingen angehören. Ein solcher Schulverband bestand schon seit
1921. Die Schulgebäude der Gewerblichen Berufsschule, Metzgerstraße 38 und 40,
standen allerdings im Eigentum der Stadt Reutlingen.
Die Schule konnte in diesen Gebäuden im Hinblick auf die
gestiegenen Schülerzahlen (1938: 1500, 1953: 2800) und den gesteigerten
Ansprüchen an die schulische Ausbild
ung ihre Aufgabe nur noch unzureichend erfüllen.
Eine Erweiterung der Gebäude war nicht möglich, deshalb beschloss der
Gemeinderat am 29. April 1953 einen Wettbewerb für den Neubau einer Gewerblichen
Berufsschule auszuschreiben. Als Bauplatz stellte die Stadt ihr schon 1952
erworbenes Grundstück an der Karlstraße zur Verfügung.
Der erste Preisträger des Wettbewerbs, Professor Dr. Karl
Gonser, Stuttgart, erhielt am 1. Oktober 1953 den Planungsauftrag. Bauträger
und Eigentümer des Neubaus wurde der neugegründete Gewerbeschulverband, nachdem
der bisherige Gewerbeschutzzweckverband aufgelöst worden war.
Im Hinblick auf die zahlreichen auswärtigen Schüler lag der
Bauplatz in der Nähe des Bahn- und des Omnibusbahnhofes sehr günstig. Er barg
aber andererseits die Gefahr einer Lärmbelästigung von der stark befahrenen Karlstraße
her in sich. Prof. Gonser gelang es in geschickter Planung, nahezu sämtliche Klassen-
und Fachräume in die dem rückwärtigen Park zugelegene Ruhezone zu verlegen, wo
sie vom Verkehrslärm kaum beeinträchtigt werden. Bei der Aufstellung des
umfangreichen Raumprogramms waren außer den Schulbehörden auch die Industrie
und das Handwerk zugezogen worden. Aus der Erkenntnis, dass im Hinblick auf die
technische Entwicklung mit all ihren Folgen neben die theoretische Ausbildung
auch eine Ergänzung der praktischen Ausbildung in der Schule tretetn muss,
wurde dem Bau von Werkstätten besondere Beachtung geschenkt. Bei der Ausführung
des Baus galt als oberster Grundsatz "Zweckmäßigkeit und Schönheit, ohne
Luxus"Bei ihrer Einweihung am 14, Januar 1956 wurde die Schule wiederholt
als eine der modernsten Gewerbeschulen des Landes bezeichnet.
Die finanzielle Belastung, die der Bau der Schule mit einem
Kostenaufwand von 4,5 Millionen DM für die Verbandsgemeinden mit sich brachte,
ließ es zunächst nicht zu, die Werkstätten und Sammlungen völlig neu
auszustatten, obwohl Stifungen von Industrie und Handwerk sowie ein Zuschuss
des Landesgewerbeamtes im Wert von ca. 120.000 DM eingegangen waren. Mit der
tatkräftigen Hilfe der Industrie und des Handwerks, für die auch an dieser
Stelle Dank gesagt sei, war es in den letzten Jahren möglich, weitere neue
Maschinen zu beschaffen.
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