Montag, 9. September 2013

Sonntag, 8. September 2013

Gestern im Stadion: SSV schlägt Kehler FV und wird Tabellenzweiter


Mit einem 2:1 Sieg über den Kehler FV holte sich gestern nachmittag der SSV Reutlingen 1905 den zweiten Tabellenplatz. Die beiden Tore des SSV hat der Bildertanz zufälligerweise von der Tribüne aus filmen können. Szenen aus dem Stadion sind Teil des Films "Wir sind 2013", den der Bildertanz am 28. September während der Kulturnacht in Reutlingen zeigen wird. Für Autor Raimund Vollmer war es der erste Besuch im Kreuzeiche-Stadion. Begeistert war er vor allem von den besonders eingeschworenen Fans, die sich selbst und den Zuschauern ein permanentes Programm boten.
Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer

Warum ein Bürger Oskar Kalbfell ins Gesicht gespuckt hat


Werner Vöhringer aus Lichtenstein erzählt von seinem Vater, Karl Vöhringer, der in der unmittelbaren Nachkriegszeit von marokkanischen Besatzungssoldaten ausgepeitscht wurde, weil er dem Oberbürgermeister Oskar Kalbfell ins Gesicht gespuckt hat. Das Interview wurde am Sitz des Geschichts- und Heimatvereins Lichtenstein aufgenommen, dessen Vorsitzender Werner Vöhringer seit bald einem Vierteljahrhundert ist. Er betreibt außerdem seit vier Jahren hauptsächlich unseren Lichtensteiner Bildertanz-Blog, mit dem der Geschichtsverein inzwischen zuhause weltberühmt wurde. Werner hat von Anfang an die Idee unterstützt, mit dem Bildertanz das Thema Heimat und Geschichte nicht nur lokal, sondern auch regional zu verankern - in der Zusammenarbeit aller, die an ihrer Heimat Freude haben und sich dafür engagieren. In dem Interview gibt er die Geschichte so wieder, wie sie ihm sein Vater oft erzählt hat.
Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer

Der Marktplatz vor 70 und vor 100 Jahren


 So kommt der Marktplatz uns noch heute bekannt vor...

aber von den Gebäuden auf diesem Bild, genau gegenüber dem Spitalhof, steht heute so gut wie keines mehr.
Bildertanz-Quelle: Sammlung Fritz Haux

Samstag, 7. September 2013

Heute morgen: Die Musikmaschine in der Wilhelmstraße


Und das ganz größe Programm zeigt der GöG aus Betzingen in der Kulturnacht - aber er wird auch als Szene noch in unseren Film "Wir sind 2013" eingebaut. Wer mehr von ihm hören will, der kann ja mal auf seine Website gehen. Die Musikmaschine
Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer

Luftbild: Reutlingen in den sechziger Jahren

Eine Stadt, der man ihre Geschichte noch ansieht. Der Ring um die Altstadt war früher die Stadtmauer, die - nicht zuletzt auch auf Anregung von Friedrich List - im 19. Jahrhundert weitestgehend abgerissen wurde. Mönchengladbach - unsere Reisebericht unten - war nach dem Krieg zu 65 Prozent zerstört. Die neuerstandene Stadt erkennt man unten. Aber zerstört wurde die Stadt in den letzten vierzig Jahren noch einmal, meint Euer Raimund Vollmer, der in Mönchengladbach fünf Jahre lang lebte und hier seinen Beruf erlernte. Im Vergleich zu MG wirkt Reutlingen so, als sei es eine von klugen Stadtvätern geführte Stadt. Aber wir wollen hier natürlich nicht zu sehr übertreiben... ;-)

Eine Fahrt in die Vergangenheit: Warum ich Reutlingen plötzlich wunderschön finde

Mönchengladbach vor 40 Jahren - Foto aus meiner Zeit als Volontär

Wenn einer eine Reise tut - Ausflug nach Mönchengladbach
Von Raimund Vollmer

Im Juli 1973 begann ich in Mönchengladbach meine Ausbildung zum Redakteur bei der Westdeutschen Zeitung. Dieses Volontariat brachte mich zurück in eine Stadt, in der ich zwischen 1961 und 1966 bereits gelebt hatte. Dort war ich noch ein paar Monate zur Volksschule gegangen. Nachdem ich damals die Aufnahmeprüfung, die in NRW verpflichtend war, bestanden hatte, durfte ich ab Herbst 1961 das Stiftische Humanistische Gymnasium besuchen. Es war eine Penne wie aus der Feuerzangenbowle, ebenfalls nur für Jungen. Die Lehrer waren genauso verschroben, genauso liebenswert wie in dem Rühmann-Streifen. Und das Treppenhaus war ebenso wuchtig wie in dem Film. Die Schulbänke hatten noch Löcher und Klappen für Tintenfässer, es war alles so, wie man es in seinem Leben nie vergisst. Doch das Gymnasium gibt es schon lange nicht mehr. Es wurde durch einen Neubau ersetzt. Nur noch zwei Säulenheilige erinnern an die alte Schule.
Der Neubau meines Gymnasiums. Bald Gesamtschule
Die Säulenheiligen: Überbleibsel des Altbaus

Wir kamen vom Land, einer Kleinstadt im Münsterland. Dies war meine erste Großstadt. Und ich weiß noch, als meine Mutter mit uns durch die Hindenburgstraße ging, dass ich zutiefst geschockt war. Es war alles so groß, so verwirrend, so viele Menschen überall. Aber die Angst legte sich schnell. Durch das Fahrrad, dort ein ganz selbstverändliches Fortbewegungsmittel, wurde die Welt sehr schnell sehr viel überschaubarer. Meine Klassenkameraden kamen von überall her. Und mit dem Fahrrad kamst du überall hin.
Das Münster: grell bis ins Kapitell
In der Krypta: Altar unter Milchglas
Kurz bevor wir nach Düsseldorf, genauer nach Erkrath, weiterzogen, begegnete mir zum ersten Mal bewusst der Name Reutlingen. Ja, ich hatte sogar im Schulatlas nachgesehen, wo dieser Ort genau lag. Denn meine Liebe zu Borussia Mönchengladbach war erwacht, Borussia Dortmund, der Verein meiner Geburtsstadt, war an die zweite Stelle gerückt. Und 1965 hatte Mönchengladbach als Westdeutscher Meister der Regionalliga die einzigartige Chance in die erste Bundesliga aufzusteigen. Es gab nur einen echten ernstzunehmenden Gegner: der SSV Reutlingen. Und nach dem 1:1 im Hinspiel hatten wir in Gladbach einen Riesenrespekt vor den Schwaben. Da auch noch Günter Netzer in der Straße, in der wir wohnten, in der Staufenstraße, seine Freundin hatte, wuchs meine Sympathie für die Borussia ins Grenzenlose. Immerhin konnte ich den Star fast jeden Tag sehen.
Umso glücklicher war ich Jahre später, also 1973, dass mich die Zentralredaktion in Düsseldorf als Volontär nach Mönchengladbach schickte. Bald merkte ich, dass das "Lokale" die schönste Aufgabe im Journalismus ist. Das Glück wollte es, dass in dieser Zeit die Stadt 1000 Jahre alt wurde und ich sollte dazu an mehreren Tagen eine Sonderausgabe machen, zudem gab es damals den Katholikentag und die WM 1974, die ja immerhin mit Heynckes, Vogts, Wimmer und Bonhof vier Weltmeister aus Gladbach produzierte. Sogar beim Bundespräsidenten Scheel war ich gewesen, hatte alles mitnehmen dürfen. Es war eine tolle Zeit, und ich hatte mit Wolfgang Wirsig einen phantastischen Volontärsvater. Er hat mir unendlich viel beigebracht.
Die Hindenburgstraße: verramschte Einkaufsmeile
All diese Erinnerungen und vieles mehr überwältigten mich, als ich diese Woche für zwei Tage in Mönchengladbach war. Und es hätte ein so schöner Besuch sein können, wenn ich nicht völlig entsetzt gewesen wäre über die Veränderungen, die diese Stadt in den vergangenen 40 Jahren durchgemacht hat. 1973 war Mönchengladbach eine Stadt mit rund 150.000 Einwohnern, heute sind es nach der Fusion (1975) mit der Nachbarstadt Rheydt rund 255.000 Bürger. (MG ist übrigens die einzige Stadt in Deutschland, die zwei Hauptbahnhöfe hat.)
Wenn du zurückkommst in eine Stadt, in der du mal zur Schule gegangen bist, in der du deinen Beruf gelernt hast, dann willst du natürlich sehen, was sich verändert hat. Du willst die Straße sehen und das Haus, in dem du einmal wohntest. Es war fast wie früher. Dann gehst du weiter - und nichts ist mehr vertraut.
Haus Westland. Im mittleren Teil habe ich 1973/74 gerabeitet
 Die alte Pfarrkirche wird gerade in eine "Citykirche" (wie die Nikolaikirche in RT) umgebaut, okay. Auch die Katholiken sind nicht mehr jeden Sonntag dabei, du selbst ja schon lange nicht mehr. Aber das alte Münster, diese wunderschöne, schlichte Basilika romanischen Ursprungs, die werden sie doch erhalten haben. Ja, sie ist noch da. Aber was hat man aus ihr, vielmehr in ihr gemacht?



Die Säulenköpfe wurde mit grellem Oker bepinselt, statt Bänke nur noch Stühle, in der Krypta hat man die Fenster mit Glasschmuck ausgestattet, der überhaupt nicht dazu passt. Den Altar in der Krypa, um den du jeden Freitag in aller Herrgottssfrüh gestanden bist, haben sie unter Milchglashaube versteckte. Es wirkt alles wie ein riesengroßes Sammelsurium.
Hier war das Stadttheater, abgerissen
Nun gut, denkst du, das ist Sache der Kirche. Die Stadtväter werden sicherlich einen besseren Geschmack haben.

Doch es kam noch viel schlimmer. Das Stadttheater, ein Produkt der Nachkriegszeit, stand jahrelang leer und wurde jetzt abgerissen. Irgendwelche Einkaufsarkaden sollen da entstehen, eine Großbaustelle, gegen die unsere Reutlinger Stadthalle sich geradezu winzig ausmacht. Die Hindenburgstraße, die Einkaufsmeile von Mönchengladbach, ist eine einzige Aneinanderreihung von Geschäften, die eigentlich keiner braucht. Ramsch, Ramsch und Fast Food. Vielleicht übertreibe ich hier, aber so kam es bei mir an.
Und dann als Krönung näherst du dich deinem früheren Arbeitsplatz: dem Haus Westland, dem ein riesiger Platz vorgeschaltet ist, auf dessen anderer Seite der Hauptbahnhof steht. Dieses Gebäude, das du früher als belanglos betrachtet hast, ist jetzt das schönste Gebäude am Platz.
Gewaltige Haltestellen bilden den zentralen Omnibusbahnhof, gegen den unser ZOB geradezu grazil wirkt. Und dem Haus Westland haben sie eine Fassade verpasst, gegen die unser Rathaus jeden Schönheitspreis gewinnt.
Natürlich hat Mönchengladbach noch ein paar Schönheiten wie die die Kaiser-Friedrich-Halle, die jederzeit mit den Pfullinger Hallen konkurrieren könnte. Und der Wasserturm ist nach wie vor eine Wucht. Aber all das sind Gebäude, die in einem Abstand von der City liegen.





Ich freue mich, wenn ich heute durch Reutlingen laufen darf. Und wenn ich versucht bin, über irgendetwas zu meckern, was ich da sehe, dann denke ich an Mönchengladbach - und schweige. Jedenfalls vorerst.
(Beim Betrachten der Fotos habe ich übrigens den Eindruck, dass ich alles viel zu schön fotografiert habe...)












Freitag, 6. September 2013

Vor der eigentlichen Energiewende: Als die Loks noch unter Dampf standen...

Für die Bahn war die eigentliche Energiewende die Umstellung von Dampf auf Strom in den fünfziger und sechziger Jahre. Richard Wagner aus Eningen unter Achalm hat das Reutlingen unter Dampf fotografiert. Vor 50 Jahren. Wenn jetzt vom Westbahnhof aus wieder eine Dampflok Typ 97 501) sich aufmacht, dann lo(c)kt dies Hunderte von Besuchen an. Eine gigantische Leistung, die das die Freunde der Zahnradbahn fertiggebracht haben. Ganz großes Kompliment!
Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer

Montag, 2. September 2013

Am Tübinger Tor

Am Tübinger Tor im Jahr 1961

BildeRTanzquelle Siegfried Epp

Kulturnacht & Bildertanz: Wir sind 2013... (1)

... heißt der Film, der am 28. September 2013 in der Kulturnacht seine Weltpremiere haben wird. Zu den Klängen von Beethovens 9. Symphonie - gespielt von der Württembergischen Philharmonie Reutlingen und gesungen von 240 Sängerinnen und Sängern aus vier Reutlinger Chören - hat der Bildertanz lauter Szenen aus dem Jahr 2013 zusammengestellt. Rein emotional und entsprechend der Dynamik der Musik Ludwig van Beethovens. "Freude schöner Götterfunken" - den pathetischen Text dazu lieferte Friedrich Schiller. Aufgeführt worden war das Stück am 5. Januar 2013 anlässlich der Eröffnung der Stadthalle. 25 Minuten Heimat - das ist es, was daraus wurde. Gestern abend war der Film fertig (bis auf ein paar Schönheitsrepratauren). Während Merkel & Steinbrück sich duellierten, rechnete der Computer alle Szenen zusammen. Großer Dank an alle, die mitgeholfen haben. Danke an die Philharmonie, die es uns erlaubte, die Aufführung zu benutzen. Aufgeführt wird er im Foyer der Stadthalle. In den nächsten Tagen zeigen wir hier einige Fotos aus dem Film, obwohl so richtig zur Geltung kommen all die Szenen erst in der Bewegung zu Beethovens Musik.

 Rauchzeichen über der Achalm
 Eingeblendet - überblendet: der Blick von der Achalm, kombiniert mit Chor & Orchester.

 Einfach entspannen und sich von den Impressionen treiben lassen, das ist auch die Absicht des Films...
Der Projektleiter der Stadthalle, Klaus Kessler (rechts), und seine Leute hatten die Idee mit der Bildertanz-Dauerausstellung in der Tiefgarage. Sie wird am 28. September in der Kulurnacht ebenfalls offiziell eröffnet.
Bildertanz-Quelle: Raimund Vollmer

Sonntag, 1. September 2013

Demnächst in Ihrer Tiefgarage: Die Büschelesbahn fährt wieder...


... vom Listplatz aus durch die Gartenstraße in Richtung Burgplatz und landet schließlich in Eningen unter der Achalm. Diese Bildstrecke gehört zu den 24 Schautafeln mit mehr als 100 Bildern aus mehr als 100 Jahren. Die Büschelesbahn fuhr zwischen 1899 und 1912 zwischen Reutlingen und Eningen.
Bildertanz-Quelle: BILDERTANZ