Bildertanz-Quelle: Geschichts- und Heimatverein Lichtenstein
Dienstag, 25. Januar 2011
Montag, 24. Januar 2011
Email aus Amerika: Ein Junge erzählt vom Kriegsende in Reutlingen
Reutlingen, 15. Januar 1945. Er war damals 13 Jahre alt - der Bube, der heute in den USA lebt und von dort aus unsere BILDERTANZ-Blogs begleitet. Der Bombenhagel hatte gegen Ende des 2. Weltkrieges auch Reutlingen erreicht. Und der Junge, von dem wir hier erzählen, beobachtete den Angriff der alliierten Flieger am Himmel über Reutlingen. "Es war meine erste Begegnung mit dem, was man Totaler Krieg nannte", erinnert er sich in seinem Schreiben an uns. Denn nach den Angriffen am 15. Januar wurde er für die nächsten beiden Tage zum sogenannten Noteinsatz abkommandiert. Er sollte Leichen ausgraben und Köperteile aufsammeln - "nicht gerade eine Beschäftigung für Teenager. Aber Befehl ist Befehl." Nach einigen Stunden, in denen man sich an die fürchterliche Arbeit gewöhnt hatte und das Essen ihm nicht mehr hochkam, nahm man die Arbeit schicksalsergeben hin. Doch schlimm war es immer wieder, wenn die Feuerwehrpumpen nicht mehr saugten, weil Körperteile den Eingang von den Schläuchen verstopften. "Ich musste dann einen Arm oder ein Bein vom dem Saugstutzen entfernen."
Als unser Freund, den Sie hier als Old Guy kennen, sich aufgrund eines Berichts von Walter Ott in "Wannweil im Bild" erinnerte, musste er daran denken, dass er justament den 23. Geburtstag seiner Enkelin Nicole gefeiert hatte, und er wünschte sich, dass ähnliche Erfahrungen seinen Kindern und Kindeskindern erspart bleiben und dass sie nie mit einem totalitären Regime konfrontiert werden.
Als unser Freund, den Sie hier als Old Guy kennen, sich aufgrund eines Berichts von Walter Ott in "Wannweil im Bild" erinnerte, musste er daran denken, dass er justament den 23. Geburtstag seiner Enkelin Nicole gefeiert hatte, und er wünschte sich, dass ähnliche Erfahrungen seinen Kindern und Kindeskindern erspart bleiben und dass sie nie mit einem totalitären Regime konfrontiert werden.
Wann wurde dieses Foto wo gemacht?
Peter Weckherlin (Siehe Kommentar):
Das erste Flugzeug über Eningen!
Das Bild ist eine Rarität ersten Ranges.
Irgendwie vermuten wir, dass dies im Zusammenhang mit der Notlandung eines Flugzeuges vor 100 Jahren auf der Rennwiese gewesen sei? Wer kann uns hier weiterhelfen? Eine Schnellerecherche brachte nicht, und Ihr Mister Bildertanz ist heute den ganzen Tag unterwegs. Vielleicht finden Sie in der Zwischenzeit etwas heraus!
Bildertanz-Quelle: Sammlung Geschichts- und Heimatverein Lichtenstein (aus den Beständen der Familie Fallscheer, Fotoplatte)
Unsere Flugexpertin und Künstlerin Ulrike Franz hat von Amerika aus recherchieren lassen und brachte uns per Email folgende Erläuterung, die auch von Peter Weckherlin bestätigt wird (Siehe Kommentar)
Kommentar:
Hallo Ulrike, nix Rennwiese, hab das Bild mal nähers angeschaut. Ich bin mir sicher, dass das Bild anlässlich einer Notlandung eines Flugzeuges entstanden ist. Der Ort ist zwischen Eningen und Pfullingen hinter dem heutigen Industriegebiet hinter dem heutigen POCO Markt, früher war das die EVG. Ich hab letztes Jahr mal ein Bild gesehen auf dem auch das Flugzeug zu sehen war. Muss mal ein bisschen recherchieren, aber ich find`s raus. Beste Fliegergrüsse aus Eningen. Horst
Sonntag, 23. Januar 2011
Der Zeppelin und der Echterdinger Gedenkstein...
... wahr wohl damals einen Ausflug wert. Hier sehen wir die Familie Fallscheer vor dem Gedenkstein zu Ehren von Graf Zeppelin, dessen Luftschiff LZ hier 1908 bei einem Demostrationsflug starndete. Das Foto entstammt einer Fotoplatte aus den Beständen des Geschichts- und Heimatvereins Lichtenstein.
Wikipedia schreibt: »Auf dem Rückflug musste das LZ 4 schon zwei Stunden später abermals wegen Motorproblemen auf den Feldern bei Echterdingen in der Nähe von Stuttgart zwischenlanden. Hier riss ein aufkommender Sturm das Schiff am 5. August 1908 aus seiner Verankerung. Es strandete in einem Obstbaum, fing Feuer, und nach kürzester Zeit blieben von der stolzen Konstruktion nur noch rauchende Trümmer. Zwei Techniker, die mit der Reparatur der Maschinen beschäftigt waren, konnten sich nur durch einen gewagten Sprung retten. Obwohl niemand ernsthaft verletzt wurde, hätte dieser Unfall gewiss das wirtschaftliche Aus für die Luftschiffe bedeutet, hätte nicht einer der zahlreichen Zuschauer spontan eine Spendenaktion gestartet, die eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft im ganzen Land auslöste. So kam aus der Volksspende die eindrucksvolle Summe von 6.096.555 Mark zustande, die es dem Grafen ermöglichte, die Luftschiffbau Zeppelin GmbH zu gründen und eine Zeppelin-Stiftung ins Leben zu rufen. Das Zeppelin-Projekt stand damit auch endlich finanziell auf sicherem Boden.«
Bildertanz-Quelle: Sammlung Geschichts- und Heimatverein Lichtenstein
Über die Familie Fallscheer fanden wir bisher im Netz nur folgenden Text: »Der 1851 in Backnang geborene Textilingenieur Emil Adolff stellte ab 1874 in Stuttgart Spinnereihülsen und Hartpapierspulen her. 1877 verlegte er den Betrieb nach Reutlingen. Nachdem die Produktion 1890 auf Pappbüchsen ausgedehnt worden war, stieg die Zahl der Beschäftigten rasch über 250 an. 1903 zog sich Emil Adolff krank aus dem Betrieb zurück, sein Neffe Emil Fallscheer übernahm die Firma. Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sie sich zu einer der größten ihrer Branche in Deutschland. 1921, ein Jahr vor seinemTod, veranlasste Emil Fallscheer die Umwandlung in eine Familien-Aktiengesellschaft. In den darauf folgenden Jahren expandierte das Unternehmen durch die Übernahme verschiedener Firmen aus dem Spulen- und Verpackungssektor. 1937 erfolgte die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft. 1983 ging die Papier- und Hülsenfabrik in Liquidation.«
Quelle: Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg
Wer kann uns hier weiterhelfen? Email an: Bildertanz@aol.com
Übrigens ein weiteres Bild von der Familie Fallscheer sehen Sie heute im
- LICHTENSTEIN-Blog und im
- ALTENBURG-Blog.
Samstag, 22. Januar 2011
Gestern abend in Lichtenstein...
... bei einem Besuch in dortigen Geschichts- und Heimatverein durfte Ihr Mister Bildertanz erleben, welche unglaublichen Schätze noch in den Schubladen ruhen. In den Tiefen ihres Archivs hatten die Freizeithistoriker um Vorstand Werner Vöhringer und Günther Frick ein altes Zeitungsdokument entdeckt - eine Sonderbeilage des Reutlinger General Anzeigers aus dem Jahr 1953. Gewürdigt wurde hier der Wiederaufbau der Stadt Reutlingen nach dem 2. Weltkrieg. Auf dem holzhaltigen Zeitungspapier sehen wir aber vor allem auch die Verwüstungen aus dem Frühjahr 1945, als es die Echazmetropole besonders stark erwischte.
Wir überlegen jetzt nicht lange, danken dem GEA dafür, dass er damals dieses Thema so bildreich aufgriff - und zeigen Ihnen hier dieses ungemein aufschlussreiche (und vor allem sehr modern geschriebene) Zeitdokument. Dank auch an den Geschichts- und Heimatverein Lichtenstein, dessen elektronisches Tagebuch sich inzwischen äußerster Beliebtheit erfreut.
Wir überlegen jetzt nicht lange, danken dem GEA dafür, dass er damals dieses Thema so bildreich aufgriff - und zeigen Ihnen hier dieses ungemein aufschlussreiche (und vor allem sehr modern geschriebene) Zeitdokument. Dank auch an den Geschichts- und Heimatverein Lichtenstein, dessen elektronisches Tagebuch sich inzwischen äußerster Beliebtheit erfreut.
Freitag, 21. Januar 2011
Die Achalm und das Ende ihrer Herrschaft in Reutlingen

Eberhard Emminger: Reutlingen vor der Industrialisierung. Links die Achalm, deren Herrscher jahrhundertelang die in der Stauferzeit gegründete Stadt ausbeuteten.
12.000 Gulden für die Freiheit
»Reutlingen ist (...) eine Stauferstadt, so wie die bedeutenden Stauferstädte Esslingen, Heilbronn und wie viele andere Städte in Schwaben. Reutlingen war eng mit der Reichsburg Achalm verknüpft, denn der Vogt der Achalm hatte die Gerichtsbarkeit inne und zog die Einkünfte für das Reich aus Schultheißenamt, Umgeld (Abgabe in der Art einer Getränkesteuer), Zoll und anderen Rechsrechten ein.
Der Einfluss und die Macht des achalmischen Schultheißens gingen aber nach dem Austerben der Staufer im Laufe der Jahre zurück, Reutlingen wurde R e i c h s s t a d t , und einzelne Patriziergesellschaften beherrschten die Stadt. Langsam gewannen dann auch die Zünfte an Bedeutung und erzwangen sich einen Anteil am Stadtregiment. Die Vergassung der Stadt aus dem Jahr 1374 ist so gedacht, dass das Schwergewicht der Entscheidungen bei den Zunftmeistern liegt. "Der Einfluss des Patriziats war völlig gebrochen... Die Stadt hat eine freiheitlich-demokratische Verfassung, aber große finanzielle Belastung durch die Pfandschaft der Achalm", denn alle oben genannten Einkünfte und Rechte in der Stadt waren noch im Besitz der Inhaber der Achalmpfandschaft.
Da das Reich die Achalm an die Grafen von Württemberg verpfändet hatte, waren die achalmischen Rechte in Reutlingen damit an die Württemberger Grafen übergegangen. Diese aber gaben sie dann zunächst als Lehen weiter und verpachteten sie schließlich im Jahr 1456 geschlossen an die Stadt. Im Jahr 1500 löste die Stadt alle Rechte, die die Achalm in der Stadt hatte, gegen eine Summe von 12.000 Gulden ein.
Jetzt erst war Reutlingen eine wirklich freie Reichsstadt, die nur den Kaiser als Herrn über sich hatte. Es besaß Mauer, Markt und Gerichtsbarkeit. Reutlingen hatte sämtliche herrschaftlichen Rechte erworben und hatte völlige und freie Selbstverwaltung.«Rita Joos,
ohne Datum, Materialien für den Unterricht in den sach- und sozialkundlichen Fächern der Reutlinger Volksschulen, Heft 1, Der Schutz- und Wachdienst der Stadt Reutlingen zu Beginn des 16. Jahrhunderts. (Erschienen in der Amtszeit von OB Oskar Kalbfell.)
Bildertanz-Quelle: Sammlung Brigitte Gekeler
Zitat des Tages: BILDERTANZ-Popcorn
1969: »Wichtigster Körperteil für den Popcorn
ist das Becken. Mit ihm wird gezuckt.
Nach vorne, nach hinten, schräg nach oben,
seitlich nach unten, je nach Lust und Laune bzw.
nach den verschiedenen Variationen des Popcorn.
Denn Popcorn ist nicht einfach Popcorn.
Es gibt Mothers Popcorn,
Walking Popcorn und
Uncle Willys Popcorn.«
Reutlinger General Anzeiger, 8. November 1969
Erinnerungen an den ersten BILDERTANZ in Zusammenarbeit mit der Volksbank Reutlingen: Das Lied, mit dem wir 2005 die Idee hinter dem Projekt BILDERTANZ vorstellten, war das Stück Popcorn. Es war sozusagen der erste BILDER-TANZ. Es war deshalb so gut geeignet, weil wir die Animationen haben "zucken" lassen können.
Übrigens: Wenn alles gutgeht,
werden wir heute den
60.000. Besucher seit März 2009
hier bei uns im
BILDERTANZ-Blog zählen dürfen.
Ein anderer Zähler, den wir im Februar 2009 zum Laufen brachten, wird morgen den 90.000 Besucher auflisten. Der Unterschied zwischen den beiden Zählerständen wird dadurch erklärbar, dass der erste Zähler jeden Besucher pro Tag nur einmal registriert, während der andere auch Wiederholungstäter nennt. Letzten Endes heißt das wohl, dass jeder Zweite zweimal am Tag bei uns vorbeischaut.
ist das Becken. Mit ihm wird gezuckt.
Nach vorne, nach hinten, schräg nach oben,
seitlich nach unten, je nach Lust und Laune bzw.
nach den verschiedenen Variationen des Popcorn.
Denn Popcorn ist nicht einfach Popcorn.
Es gibt Mothers Popcorn,
Walking Popcorn und
Uncle Willys Popcorn.«
Reutlinger General Anzeiger, 8. November 1969
Erinnerungen an den ersten BILDERTANZ in Zusammenarbeit mit der Volksbank Reutlingen: Das Lied, mit dem wir 2005 die Idee hinter dem Projekt BILDERTANZ vorstellten, war das Stück Popcorn. Es war sozusagen der erste BILDER-TANZ. Es war deshalb so gut geeignet, weil wir die Animationen haben "zucken" lassen können.
Übrigens: Wenn alles gutgeht,
werden wir heute den
60.000. Besucher seit März 2009
hier bei uns im
BILDERTANZ-Blog zählen dürfen.
Ein anderer Zähler, den wir im Februar 2009 zum Laufen brachten, wird morgen den 90.000 Besucher auflisten. Der Unterschied zwischen den beiden Zählerständen wird dadurch erklärbar, dass der erste Zähler jeden Besucher pro Tag nur einmal registriert, während der andere auch Wiederholungstäter nennt. Letzten Endes heißt das wohl, dass jeder Zweite zweimal am Tag bei uns vorbeischaut.
Donnerstag, 20. Januar 2011
Kurze Geschichte unseres Marktplatzes (V)

Und warum parkt hier keiner?
Bildertanz-Quelle: Ruth Haussmann
Freiheit für den Marktplatz
Als der Marktplatz nicht mehr Parkplatz sein sollte
1973: »Sicher, auf einem freien Marktplatz braucht man kein Salz zu streuen, meint man wohl. Was bei Glatteis für Fußgänger im Winter geschieht? Natürlich, das sind Kleinigkeiten...
Die Geschäftsleute sind auch keinesfalls der Ansicht, dass der Wegfall von Parkplätzen der Attraktivität (heißt Geschäftsleben) der Innenstadt keinen Abbruch tue. Es wird sogar gewaltig Abbruch tun, zumal die Konkurrenz der neuen Kaufhäuser immer härter wird. Glaubt man denn wirklich, die Käufer werden sich ihre Waren von den Marktplatz- und Wilhelmstraßen-Geschäften im Koffer-Kuli an den Stadtrand zum Auto karren?«
Karle Lupf, Reutlinger Wochenblatt, 23.11.1973: Der Clou: Ein Marktplatz-Stadtpark
Zitat des Tages: Ottos Motto
»Je weniger die Leute davon wissen,
wie Würste und Gesetze gemacht werden,
desto besser schlafen sie.«
Otto von Bismarck
wie Würste und Gesetze gemacht werden,
desto besser schlafen sie.«
Otto von Bismarck
Dienstag, 18. Januar 2011
Wenn es doch bloß schon wieder so weit wäre...
Montag, 17. Januar 2011
Eine Anfrage des "Jazzclubs in der Mitte"...

Eintrag im Pfullinger Bildertanz-Blog vom 31.12.2009 mit aktuelle Anfrage
.
.. fanden wir heute in unserem Pfullinger Blog. Hier wurde OBIGES BILD wie folgt kommentiert:
"unter der krone war anfang der 1960er eine art jazzkeller, den wir des öfteren besuchten. wer weiss was davon, wer hat bilder davon?
der fotograf burgemeister hat dort einen film gedreht, den er aber leider ausgeliehen hat und nicht mehr zurückbekommen hat. wir machen eine dokumentation über den jazz nach dem krieg in reutlingen und umgebung und suchen dringend unterlagen oder aussagen dazu. bitte melden. danke.
jazzclub in der mitte reutlingen
Wer kann helfen? Emails an bildertanz@aol.com
oder Tel. 07121-67511 (Raimund Vollmer)
10. Januar 1988: Eine Dampflok auf dem Weg nach Stuttgart...

Die Museumsbahn im Hauptbahnhof Reutlingen.

Bei der Ausfahrt in Richtung Stuttgart.

... "aus eigener Kraft" und "im Schlepp" zwei weitere Dampfloks (64 289 und 24009), schreibt unser Bildertanz-Bahnexperte Botho Walldorf auf die Rückseite dieser Farbfotos. Und weil er das Arrangement nicht nur hier und unterwegs fotografiert hat, sondern auch vorher schon in Wannweil, haben die Bildershow auf beide Orte verteilt.
GUTE FAHRT IN DIE WOCHE!
Stuttgarts Traum von der U-Bahn...

... beschäftigte vor 45 Jahren eine Zeitschrift mit dem originellen Namen "Zeitung".
197,5 Millionen DM - so hatte das Blatt recherchiert - würden die ersten 7,37 Kilometer kosten. Um die U-Bahn-Strecke dann um weitere 5,83 Kilometer auszubauen, würde die Gesamtkosten auf 375 Millionen DM hochschnellen lassen. Nach heutigem Geld wäre das auch schon wieder eine Milliarde - wobei wir uns gerne streiten können, ob das in DM oder Euro gerechnet wäre. Recherchen im Internet (z.B. Wikipedia) nach den tatsächlichen Kosten des U-Bahn-Netzes blieben bislang erfolglos. Vielleicht finden Sie da Zahlen heraus.
Bildertanz-Quelle: Sammlung Immanuel Lude
Sonntag, 16. Januar 2011
Kurze Geschichte unseres Marktplatzes (IV)

Der Marktplatz vor der Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkrieges.
Bildertanz-Quelle: Sammlung Bert Wagner
Gab es einen unterirdischen Gang
unter dem Marktplatz?
»Von Wilhelm Maurer* stammt die bemerkenswerte Behauptung, wonach der gewaltige Weinkeller der 'Crone', der lange Zeit eine Sehenswürdigkeit der Stadt darstellte, durch einen unterirdischen Gang mit dem Spitalkeller verbunden gewesen sein soll. Der Gang müsste beim Bau des Spitals und des Marktplatzes angelegt worden sein. Jedenfalls wäre es vorstellbar. dass das Spital auf dem Markt, wie vorher vor dem Mettmanstor, anfangs von einem geistlichen Orden (Antoniter?) betrieben und auch die Schildwirtschaft für weltliche Reisen von diesem betreut wurde. Die Suche nach Gemeinsamkeiten in beiden Kellern, die bei gleichzeitiger Entstehung vorhanden sein müssten, wäre auf jeden Fall aufschlussreich gewesen.«
Reutlinger Geschichtsblätter, 1978
*W. Maurer, Tübingen: Ein Beitrag zur Geschichte der Familie Dann. Ms.
Samstag, 15. Januar 2011
Kurze Geschichte unseres Marktplatzes (III)
1892: Der König ist da - auf dem Marktplatz
»Religiöser Sinn, Geschäftstüchtigkeit und Unternehmungsgeist durchziehen die Geschichte der Stadt. Davon berichtet der Marktplatz. Von hier ist zu allen Zeiten der Rhythmus des Lebens ausgegangen, der das gesamte Gemeinwesen beeinflusst hat. In dem einstens in bester Renaissance 1562 von dem Gmünder Baumeister Hans Motz aufgeführten Rathaus, das mit einer Seite an die Hauptstraße stieß, offenbarte sich repräsentativ der Stolz des Bürgertums. In den Fensterscheiben der schmucken Ratsstube waren die bunten Wappen der 1377 vor den Toren der Stadt gefallenen Ritter verewigt, und die Außenseite zeigte den Mauerbrecher, der 1247 bei der Belagerung durch Heinrich Raspe eine Rolle gespielt haben soll. Alles ist in der Feuersglut 1726 zugrunde gegangen, und nur durch ein Wunder das gediegene Fachwerk des Spendhauses, des früheren Fruchtkastens, gerettet worden. Mit dem Rathaus und seinen Nachbarn, dem Bürger-, Kauf-, Waag-, Salz und Kornhaus, der Metzig und dem Brothaus hat der Brand das schönste Stück Alt-Reutlingens verschlungen. Jahrhunderte hatten diesen Platz geformt. Was die neuere und neueste Zeit aus dem altehrwürdigen Platz gemacht hat, ist das Werk eines künstlerischen Epigonentums, das verlernt hat, aus einem naiven Instinkt heraus Bauwerke zu erstellen, die dem inneren Lebensgefühl der Menschen wie ihren äußeren Bedürfnissen kennzeichnenden Ausdruck verleihen. Das von Rupp und Berner stammende Rathaus war ein Spiel mit geschichtlichen Motiven, das am lebendigen Geist der Zeit vorbeiging.«
Aus dem in den 50er Jahren herausgegebenen Buch "Reutlingen"
Kurze Geschichte unseres Marktplatzes (II)

Das Gebäude steht noch, aber die "Kachel'sche Apotheke' gibt es nicht mehr.
Bildertanz-Quelle: Sammlung Bert Wagner
DER SÜDEN
»Ähnlich war es auch mit der südlichen Häuserzeile. Die Kachel'sche Apotheke besteht seit 1628. Es schlossen sich an: Die Herberge "zur Güldenen Crone", das Bürgerhaus, das Bürgermeister- bzw. Syndicus-Begersche-Haus (vor 1726) und schließlich die Herberge zum 'Rebstock' bzw. 'Traube'. Dem Handel verblieben die Häuser neben dem Spital mit den heutigen Nummern 10-18, wo keine Herbergen, aber mehrere Beckenwirtschaften nachweisbar sind.«
Reutlinger Geschichtsblätter, 1978
Freitag, 14. Januar 2011
Kurze Geschichte unseres Marktplatzes (I)
DER NORDEN
»Der seit dem 13. Jahrhundert nachweisbare Marktplatz bildete in der Reichsstadtzeit den Handels- und Versorgungsmittelpunkt der Stadt. Der erste Handel auf dem Marktplatz spielte sich in der 'Gret' (Kaufhaus) und im Freien ab. Aus diesem Kaufhaus ging 1434 das erste Reutlinger Rathaus am Markt hervor. Viele Häuser am Markt waren Zunfthäuser und Herbergen. So bestand die nördliche Häuserfront, die bisherigen Nummern 2-8, aus dem Metzgerzunfthaus, der Herberge zum 'Schwarzen Bären', dem Küferzunfthaus, dem 'Roten Ochsen', dem 'Schwarzen Adler' und dem Gerberzunfthaus am Beginn der Katharinenstraße, alles Wirtschaften, deren Anfänge ins Mittelalter zurückreichen.«
Reutlinger Geschichtsblätter, 1978
Heute gibt's einen 100 Jahre frischen Gruß aus Cannstatt
... an alle Stuttgarter, die das Vergnügen haben dürfen, im Bildertanzland zu wohnen und zu leben. Ansonsten gibt es heute erst gegen Abend frische Bilder, da Ihr Mister Bildertanz mächtig zu tun hat. Es geht um die letzten Vorbereitungen der Jubiläums-Mitgliederversammlungen der Volksbank Reutlingen im Februar 2011. (In deren Zentrum schon der BILDERTANZ mit neuen Filmen aus alter und jüngster Zeit steht)
Bildertanz-Quelle: Willi Raiser
Donnerstag, 13. Januar 2011
Post aus USA: Die Erinnerungen der Ulrike Franz...

Endstation Wilhelmstraße 1970: Hier endeten bis 1974 die Linien 1 und 2 unserer allseits geliebten Straßenbahn. Im Vordergund der neue Zentrale Omnibus-Bahnhof, der ja nun auch schon seit mehr als einem Jahrzehnt Vergangenheit ist.


Reutlinger Impressionen, die der Fotograf Ludwig Franz, Ulrikes Vater, ganz einfach "Stadtbummel" nannte. Wir sind links in der Kanzleistraße und rechts vor dem Heimatmuseum und unten befinden wir uns auf dem Rathausgelände.

Heute nacht kam Post aus den USA, wo die Wannweilerin Ulrike Franz momentan verweilt. Von ihrem Heimatbesuch um Weihnachten herum hatte sie zwei Fotoalben mitgenommen, aus dem sie uns nun diese Fotos (und andere, Bahnbilder von der Alb, die wir in Engstingen heute zeigen) zugesandt hat. Gerade zu dem Rathausbild schreibt die Tochter der Sondelfinger Künstlerin Hilde Franz: "Das war ca. 1970 (...) Meine Mutter Hilde links an der Säule, mein 2 Jahre jüngerer Bruder Jochen, ganz rechts und ich in der Mitte."
Gruß nach USA von allen Bildertänzern. Gesundheit, Geduld und Glück.
Mittwoch, 12. Januar 2011
Eierskandal in der Reutlinger Altstadt
Es war in den dreißiger Jahre. Die Mutter hatte Spätzle gemacht und dabei Eier benutzt, die sie kurz zuvor bei einem stationären Eierhändler gekauft hatte. Vor allem der zehnjährige Junge freute sich mächtig auf seine Spätzle und stürzte sich, mit einer großen Gabel bewaffnet, voller Heißhunger auf das köstliche Mahl. Doch dann blieb ihm schon der erste Bissen im Hals stecken. Angewidert würgte er den Brocken den Schlund hinab. „Die schmecken aber komisch“, klagte er. „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“, bestimmte die Mutter verärgert. Kritik an ihren Spätzle hatte sie noch nie gehört. Mühsam kauend schluckte der Knabe ein paar der ekelhaften Spätzle. Aber dann verweigerte er die weitere Nahrungsaufnahme. Die Mutter war erbost und wollte schon eine Schimpfkanonade auf den armen Knaben loslassen. Doch dieser würgte plötzlich, sprang panikartig auf und eilte zur Toilette. Doch es war zu spät. Das Gedränge ließ sich nicht mehr stoppen. Weder oben, noch unten.
Es stellte sich heraus, dass die Eier verdorben gewesen waren, Mehr noch: sie waren vergiftet. Denn der Eierhändler hatte die Stempel der Eier mir Triclorethylen entfernt. Er wollte damit jeden Hinweis auf das Verfalldatum löschen, um sie so weiter verkaufen zu können. Die von Natur aus porösen Eierschalen hatten indes das gefährliche Gift in Innere zu Eiweiß & Eigelb durchgelassen. Es war ein Mittel gewesen, wie es sonst nur in chemischen Reinigungen benutzt wird.
Auf jeden Fall überlebte der Knabe das Attentat. Der Eierhändler hingegen wurde entdeckt und eingesperrt. Drei Jahre soll das Gericht ihm verpasst haben…
Es stellte sich heraus, dass die Eier verdorben gewesen waren, Mehr noch: sie waren vergiftet. Denn der Eierhändler hatte die Stempel der Eier mir Triclorethylen entfernt. Er wollte damit jeden Hinweis auf das Verfalldatum löschen, um sie so weiter verkaufen zu können. Die von Natur aus porösen Eierschalen hatten indes das gefährliche Gift in Innere zu Eiweiß & Eigelb durchgelassen. Es war ein Mittel gewesen, wie es sonst nur in chemischen Reinigungen benutzt wird.
Auf jeden Fall überlebte der Knabe das Attentat. Der Eierhändler hingegen wurde entdeckt und eingesperrt. Drei Jahre soll das Gericht ihm verpasst haben…
Ach, wäre das jetzt schön - Mittagspause in einem Schrebergarten...

... wie hier in Reutlingen, aber wo dort. Auf jeden Fall ist es jetzt 85 Jahre her, das sich das Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux gründete, in dem heute nach Auskunft von Wikipedia mehr als drei Millionen Kleingärtner in Europa organisiert sind. Der erste Schrebergarten entstand in Deutschland um das Jahr 1865 herum. Die Schrebergärten haben ihren Namen allerdings nicht ihrem Erfinder zu verdanken, das war der Schuldirektor Ernst Innozenz Hauschild. Weil er es gut meinte mit seinem verstorbenen Freund,
dem Arzt Moritz Schreber aus Leipzig, ehrte er ihn mit der Namensgebung.
Bildertanz-Quelle: Familie Reusch aus Sondelfingen
Oferdingen: Ein Dorf im Wandel - Bilder von 1960 und 1985...
Einen ganzen Korb mit Dias übergab uns gestern Ursula Deutschle aus Oferdingen. Vor 40 Jahren hatte der Oferdinger Sautter (Vorname vergessen, wird nachgeliefert) sein Heimatdorf fotografiert, und 25 Jahre später hat er sich nochmals auf den Weg gemacht und dieselben Standorte besucht. Über "Ursel" hat er dann diesen Bilderschatz an uns weitergeben lassen. Dickes Dankeschön. Wir werden diese Bilder jetzt einscannen. Sie werden Teil der lokalen BILDERTANZ-Veranstaltung anlässlich des Jubiläums zu "150 Jahre Volksbank Reutlingen" am 28. Februar 2011 in der Turn- und Festhalle Oferdingen. Zwischenzeitlich werden wir unseren Traum wahrzumachen versuchen, ein elektronisches Tagebuch über Oferdingen zu starten. Mit diesen Dias ist jedenfalls dazu ein Grundstock gelegt. Wir würden uns natürlich freuen, wenn noch mehr Bilder dazu kämen - und sind da sehr zuversichtlich.
Email an: bildertanz@aol.com oder Tel. 07121-67511 (Raimund Vollmer)
Email an: bildertanz@aol.com oder Tel. 07121-67511 (Raimund Vollmer)
Dienstag, 11. Januar 2011
Wenn es dampft und zischt...
D
... und der Dampf sich mit den Wolken zu vereinen scheint, dann, na dann bestimmt ein Nostalgiezug die Landschaft. 1985 hat Karl Vöhringer bei Gammertingen diese Aufnahme gemacht.
Ansonsten bleiben heute einige Blogs verwaist, weil Ihr Mister Bildertanz außer Haus ist.
Bildertanz-Quelle: Karl Vöhringer

... und der Dampf sich mit den Wolken zu vereinen scheint, dann, na dann bestimmt ein Nostalgiezug die Landschaft. 1985 hat Karl Vöhringer bei Gammertingen diese Aufnahme gemacht.
Ansonsten bleiben heute einige Blogs verwaist, weil Ihr Mister Bildertanz außer Haus ist.
Bildertanz-Quelle: Karl Vöhringer
Montag, 10. Januar 2011
Gaststätten in Reutlingen: Der Falken

Während heute der GEA über die nächste Zukunft des bislang als "Hermanns" bekannten Restaurants schreibt, schauen wir 100 Jahre zurück in die Katharinenstraße 8, wo es ebenfalls einen Wechsel gab - im "Theater-Restaurant Falken":
»1911 verkauft (Julius) Cloß* den 'Falken' an den Konditor Ludwig Klumpp. (Der Weinhändler) Camps zog in die Katharinenstraße 21, wo er kurzfristig einen Weinhandel und sogenannten 'Gassenschank' aufzog, wahrscheinlich um seine Weinvorräte los zu werden, da er Ende des Jahres nach Stuttgart verzog.
Konditor Klumpp, der bis Ende 1911 eine Bonbonfabrikation und den Großverkauf von Konditorei- und Spezereiwaren betrieb, hatte eine neue Konzeption für sein Lokal. Am 7.6. 1911 erhielt er die Schankgerechtigkeit und die Erlaubnis zum Café-Betrieb. Einen Monat später ließ er sich die Veranstaltung vom Theater-, Varieté und 'cinematographischen' Vorstellungen genehmigen. 1913 wurde im 'Falken'-Saal von November bis Januar unter der Direktion von 'Herrn Erdmann' Schauspiel, Lustspiel und Operette, in den übrigen Monaten modernes Varietè geboten.«
*Bierbrauereibesitzer aus Nürtingen, der den Falken 1908 erworben hatte und neben umfangreichen Umbauten auch elektrisches Licht verlegen ließ
Auszug aus Reutlinger Geschichtsblätter, 1978
Sonntag, 9. Januar 2011
Die Lösung ...
Der Herr im roten Pulli: Unser Botho im Gespräch...
... bei der Eröffnung seiner Ausstellung über die Hohenzollernsche Eisenbahn in Wannweil. Rund 50 Gäste kamen. Und sie staunten über die Bilder, die Botho Walldorf in jungen Jahren mit seinem einfachen Fotoapparat gemacht hatte. Die Laudatio sprach der Medienwissenschaftler Dr. Ulrich Hägele (links), der ausgerechnet hatte, dass Botho in 45 Jahren jeden Tag im Schnitt siebenmal auf den Auslöser seiner Kamera gedrückt haben muss, um die 2800 Filme, die er insgesamt produziert hat, zu füllen. In dieser Woche zeigen wir einige seiner Fotos in unserem Engstinger Blog. Viel Spaß dabei.
Bildertanz-Quelle: Dieter Ludäscher
Heute startet Bothos Bahnbildertanz in Wannweil...

... und aus diesem Anlass zeigen wir heute ein besonders schönes Dia aus seiner Sammlung. Als zehnjähriger Bube hat Botho, der seit 2005 den Bildertanz begleitet, seine ersten Eisenbahnfotos gemacht. Das Dia hier wurde 1967 bei Großengstingen aufgenommen.
In unserem Blog "ENGSTINGEN" zeigen wir in dieser Woche einige Fotos von ihm und aus seiner Sammlung. Schalten Sie doch einmal rüber...
Wer übrigens Lust hat, kommt heute nach Wannweil, Beginn: 11.00 Uhr im dortigen Rathaus.
Das Bildertanz-Team präsentiert auch Filme unter anderem vom Leben auf der Alb in den fünfziger Jahren.
Bildertanz-Quelle: Botho Walldorf
Übrigens: Heute ist auch der letzte Tag einer Modellbahnausstellung im Bahnhof Honau...
Samstag, 8. Januar 2011
Carl Bames: Willkommen im Neuen Jahr (Teil 6)

Reutlinger Wein: Wir machen ein Fass auf. 100 Jahre nach dem Bames-Gedicht.
Bildertanz-Quelle: Ruth Haussmann (Reutlingen)
Nun, Freunde, ich schließe mit freundlicher Bitt':
Seid fröhlich und gerne in unserer Mitt'
Und glaubet, daß alle uns herzlich es freut,
Wenn Euch die Reise nach Reutlingen nicht reut.
Und sollte Euch munden der Reutlinger Wein,
so wollen wir heiter und lustig jetzt sein!
Ihr Freunde stoßt an und erhebet den Pokal:
Hoch leben die Gäste beim festlichen Mahl!
Carl Bames, Chronica, 1865
Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5 / Teil 6 /
Außerdem bemerkt der Verfasser zum Jahr 1865:
»In diesem Jahr wurde die Besoldung der Lehrer sowohl an den höheren Lehranstalten als auch an der Volksschule namhaft erhöht.«
Na, dann: Prost Neujahr!
Am Montag beginnt wieder die Schule.

Um 1965: Zwei Lehrer der Technikerschule prosten sich zu.
Bildertanz-Quelle: Otto Künstle
Noch nie gemutschelt?

Bildertanz-Foto: Jürgen Reich
Dann sollten Sie sich auf den Mutscheltag am kommenden Donnerstag, den 13. Januar gut vorbereiten und abends eine der vielen Lokalitäten besuchen, in denen gemutschelt wird.
Alle wichtigen Infos finden Sie hier - manches ist auch für Profis interessant:
Alles über das "Mutscheln" (lassen Sie sich nicht vom Countdownzähler bis zum Mutscheltag irritieren!). Auch das bekannte Gedicht von Eugen Schramm "Dr Reutlinger Mutscheltag". Falls Sie es am Mutscheltag vortragen wollen, sollten Sie es vorher üben!
Freitag, 7. Januar 2011
Carl Bames: Willkommen im Neuen Jahr (Teil 5)
Das pomologische Institut vor 100 Jahren.
Auch haben wir Leder- und Tuchmesse hier,
Und eine Webschule besitzen auch wir,
Und ein pomologisches Institut,
Besuchet sie alle, Ihr Herren, seid so gut.
Die Achalm mit ihren Ruinen ragt hoch,
Wer Zeit hat und Lust, der besteige sie doch;
Auch zu dem Besuche von Lichtenstein
Lud Graf Wilhelm von Württemberg ein.
Carl Bames, Chronica, 1865
Hierher hatte 1865 der Gewerbeverein eingeladen: Gasthof Ochsen. Aus diesem Anlass hatte Stadtchronist Carl Bames unser Neujahrsgedicht verfasst, dessen letzten Teil wir morgen veröffentlichen. Das Bild zeigt den Gasthof im Jahr 1910. Er musste 1933 dem Neubau der heutigen Kreissparkasse weichen. Ob dadurch der Marktplatz schöner wurde...
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle
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Donnerstag, 6. Januar 2011
Carl Bames: Willkommen im Neuen Jahr (Teil 4)
Bruderhaus-Gelände mit Echaz
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle
An unserer Echatz da könnet Ihr seh'n
Fabriken und Mühlen mit Räderwerk steh'n;
Die liefern Artikel hinaus in die Welt
Beinahe wie Barmen und Elberfeld.
Hoch sehet die Schlöte Ihr ragen hier auch
Mit ihren kohlschwarzen, vulkanischem Rauch;
Das rasselt und siedet und brauset und kocht,
Von Ferne schon hört man. wie's klappert und pocht.
Carl Bames, Chronica, 1865
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Am Sonntag in Wannweil: 11.00 Uhr - Bildertanz und Eisenbahn

Wenn Eisenbahn-Fan Botho Walldorf, Bildertänzer der ersten Stunde, nach Wannweil einlädt zu seiner Ausstellung rund um die Hohenzollerische Eisenbahn, dann freuen wir uns, wenn wir ihn bei seiner Bilderreise durch Zeit und Raum begleiten dürfen. Wir starten um 11.00 Uhr im Rathaus zu Wannweil. Eintritt frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Mehr lesen Sie HIER.
Mittwoch, 5. Januar 2011
Carl Bames: Willkommen im Neuen Jahr (Teil 3)

Das Gerberviertel, auch bekannt als "Klein-Venedig": Zu Zeiten von Carl Bames, im 19. Jahrhundert, gehörte es noch zum Stadtbild wie die Marienkirche.
Bildertanz-Quelle: Gärtnerei Hespeler, Wannweil
Die Reutlinger Gerber sind rühmlich bekannt,
Die Färber auch weithin im deutschen Land;
Sie haben schon manchem das Leder gegerbt,
Und manchem Studenten den Rücken gefärbt.

Reutlingerinnen in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts
Bildertanz-Quelle: Gärtnerei Hespeler, Wannweil
Die kräftigen Reutlinger Töchter und Frau'n
Sind fleißig und freundlich und lieblich zu schau'n;
Nur haben die Weiber die Hosen an,
Und manche von ihnen beherrscht ihren Mann.
Carl Bames, 1865
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Dienstag, 4. Januar 2011
Carl Bames: Willkommen im Neuen Jahr (Teil 2)

Prost Neujahr: Theodor Heuss, Bundespräsident, und Oskar Kalbfell, von 1945 bis 1973 Oberbürgermeister von Reutlingen, prosten sich zu.
In Reutlingens Mauern da ist es gut sein,
Man trinkt guten Bierstoff und schenkt reinen Wein,
Und wandelt auch einer benebelt die Straß',
Er fällt nicht, sie ist ja beleuchtet mit Gas.
Auch gibt es hier Kümmicher, Käse und Wurst,
Zu stillen den Hunger, zu reizen den Durst,
Und Kuchen, mit Zwiebeln gewürzt und mit Speck,
die ißt man all' Sonntag beim Becker hier weg.
Carl Bames, 1865
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Montag, 3. Januar 2011
Für unsere amerikanischen Bildertanz-Freunde...
2011: »Die Amerikaner denken deutsch.
Die Vereinigten Staaten haben mit Deutschland
wesentlich mehr geistige Gemeinsamkeiten
als mit England.
Der große Ernst der Amerikaner,
ihre Aufmerksamkeit für jedes Detail,
ihr Arbeitsethos: das ist alles sehr deutsch.«
Peter Watson, Autor
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 2.1.2011
Die Vereinigten Staaten haben mit Deutschland
wesentlich mehr geistige Gemeinsamkeiten
als mit England.
Der große Ernst der Amerikaner,
ihre Aufmerksamkeit für jedes Detail,
ihr Arbeitsethos: das ist alles sehr deutsch.«
Peter Watson, Autor
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 2.1.2011
Willkommen im Neuen Jahr...
Der Marktplatz 1905: In der Mitte sieht man das Gasthaus Zum Ochsen, das 1930 abgerissen wurde.
Bildertanz-Quelle: Charleys Schatulle
... mit einem Gedicht von Carl Bames, der damit am 5. November 1865 die Gäste des Gewerbevereins Reutlingen begrüßte. Der Verein feierte sein 25jähriges Bestehen im Gasthof zum Ochsen am Marktplatz. Hier steht seit 1933 das Gebäude der Kreissparkasse Reutlingen.
Willkommen seid alle von nah' und von fern,
Ihr werthesten Freunde und wertheste Herrn!
Ihr habt uns die Ehre und Freude gemacht,
Daß Ihr uns mit Eurem Besuche bedacht.
Seit wir uns erfreuen der Eisenbahn,
Da kommen viel fremde Besuche hier an,
Zu sehen die alte, gewerbsame Stadt,
Die auch noch geschichtliche Denkmäler hat.
Außerdem vermerkt Carl Bames:
"Im Sommer 1865 kam zuerst ein Methodisten-Missionar nach Reutlingen, Namens Wolpert, der religiöse Vorträge zu halten anfieng."
Carl Bames, Chronica
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Samstag, 1. Januar 2011
Mehr als 10.000 Tagebuch-Einträge im BILDERTANZLAND...
... erwarten Sie in unseren 14 elektronischen Tagebüchern, die in den vergangenen zwei Jahren rund um den BILDERTANZ entstanden sind. Nirgendwo im weltweiten Internet finden Sie - davon sind wir überzeugt - eine vergleichbare Privat-Dokumentation der regionalen Geschichte und Ereignisse. Ein Riesendank an alle, die ihre Fotos und Dokumenten uns zur Verfügung stellen. Vor allem aber auch ein Riesendank an die Macher in den einzelnen Orten. Wir leben in einem fröhlichen Wettbewerb (um die Zuschauergunst) miteinander. Wir tauschen untereinander auch Bilder aus, referenzieren uns gegenseitig und freuen uns an einander.
Und manchmal grinsen wir in uns hinein, wenn zum Beispiel wie heute unsere Eninger Freunde sich an einer 110 Jahre alten Postkarte aus Reutlingen erfreuen.
Und manchmal grinsen wir in uns hinein, wenn zum Beispiel wie heute unsere Eninger Freunde sich an einer 110 Jahre alten Postkarte aus Reutlingen erfreuen.
Mehr als 300.000 Besucher im BILDERTANZLAND...
... so lautet das Ergebnis unserer kleinen Zählung, die im März 2009 begann. Wir danken allen Freunden unseres in dieser Form durchaus weltweit einzigartigen Internet-Auftritts. Bitte empfehlen Sie uns weiter. Sagen Sie einfach nur "Bildertanz". Die Suchmaschinen finden uns dann schon an erster Stelle.
Prost Neujahr!!!!

Und zur Feier des Tages zeigen wir Ihnen einen kleinen Film über die Einweihung des Reutlinger Rathauses!
Mehr noch: Unsere Freunde aus Lichtenstein haben zur Feier des Tages eine wunderbare Dokumentation über die Lichtenstein Festspiele (Autor: Rainer Hipp) zusammengestellt.
Das Neue Jahr starten wir beim Zählerstand von 57.754 Besuchern (seit März 2009).
Und 163.000 mal wurde unsere BILDERTANZ allein hier angeclickt.
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