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Donnerstag, 21. April 2011

Was passiert eigentlich zur Zeit . . . mit unserer Stadt? Brachliegende Gebäude.

März 2011: 
Was geschicht eigentlich in unserer Stadt jenseits von den Neubauprojekten wie der Neuen Stadthalle und der "Oberen Wässere"?

In der Nähe der Oberen Wässere, gegenüber dem Arbeitsamt, befindet sich ein denkmalgeschütztes Fabrikgebäude mit Wohngebäude aus dem 19. Jahrhundert. Die Gebäude standen lange Zeit leer, werden zur Zeit teilweise "saniert". Ansonsten gibt es kein Konzept für die Aufwertung dieser damals sehr hochwertig erbauten Fabrik und dem Gebäude. 

Bild entfernt

Bild oben: Überblick über ein historisches Fabrikgebäude zwischen Leder- und Albstraße. Brachliegend seit Jahrzehnten. Im Bild rot markiert die Foto-Standpunkte.


Bild oben: Spuren der Geschichte... und ein Bild des Verfalls.


Bild oben: Längsgebäude an der Albstraße 70, gegenüber dem Arbeitsamt. Ein ehemals prächtiges Wohngebäude aus dem 19. Jahrhundert. Vom Zerfall bedroht. Wo bleibt die Sanierung? Die Umnutzung? Weshalb werden solche Gebäude nicht saniert? Es wäre wünschenswert, dass in die Sanierung von historischen "wertvollen" Gebäuden, die die Stadtgeschichte prägen, auch einmal Gelder fließen. Angesichts der Kostenschätzung zur Stadthalle, wäre dies ein Klecks.

Zitat Stadt Reutlingen: Quelle: Internetseite Stadt Reutlingen: "Auf der Basis des heute vorliegenden Vorentwurfs (Stand 30.03.2009) wurden für die Stadthalle Kosten in Höhe von 31,1 Millionen Euro ermittelt."


Sonntag, 26. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (14)

»Bey der Organisation im Jahr 1803 wurde der Stadt ein angemessenes Einkommen (es ward allein in Domänen und Grundgefällen auf 15.546 berechnet) zugeschieden, für den Staat hingegen wurde von den Stiftungen die Pfründenpflege und im Ganzen ein Einkommen von 22.937 fl. mit einer Ausgabe von 6337 fl. (ohne die Zinse von übernommenen Schulden und ohne andere Staatsausgaben) zugeschieden. [105] Über die Schulden wurde folgender Maßen verfügt: die 162.000 fl. Stiftungsschulden wurden in Abgang gerechnet; 103.000 fl. sollte die Stadt mit Vorräthen und Activ-Capitalien decken, 21.536 fl. wurden den Dörfern des Gebiets zugeschieden, und 30.683 fl. übernahm die Kammer. Somit wäre auf der Stadt noch eine Schuldenlast von ungefähr 110.000 fl. geblieben. Da aber sich nachher noch eine Schuld von 36.000 fl. zeigte, die Vorräthe und Activ-Captialien nicht die angenommene
Summe erreichten und die Stadt überhaupt durch die getroffenen Anordnungen sich
beschwert glaubte: so wurden in Folge von den Reclamationen der Stadt im Jahr 1823
durch einen Vergleich von dem Staat abermals 130.000 fl. übernommen, und die Stadt ist somit nun besser daran, als jede alt Würtembergische Stadt.
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Samstag, 25. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (13)

»Der ganze Freystaat stand unter dem Schutze von Würtemberg. Dem Schirmsverein
gemäß, der zu verschiedenen Zeiten erneuert wurde, entrichtete Reutlingen ein jährliches Schutzgeld von 75 Dukaten, und nach dem Vertrage von 1689 lieferte es entweder 100 Mann, oder monatlich 300 fl. zur Landesvertheidigung im Fall eines feindlichen Angriffs. Durch den Pariser Frieden von 1802 und den Reichsdeputationsschluß von 1803 kam Reutlingen mit seinem Gebiet an Würtemberg. Sein finanzieller Zustand, wie er bey dieser Gelegenheit erhoben und geordnet wurde, war folgender.
Die Einkünfte der Stadt beliefen sich (ohne Steuern) auf 20.000 fl., die Einkünfte der
Stiftungen auf ungefähr 40.000 fl. Die Schulden der Stadt und des Gebiets betrugen
428.000 fl. und mit Einschluß einer erst später entdeckten Schuld – 464.000 fl. Die
Stiftungen hatten keine Schulden, vielmehr ein Activ-Capital von ungefähr 350.000 fl., wovon aber 162.000 fl. unverzinslich bey der Stadt standen, welche die Stiftungen, gemäß der Anordnung vom Jahr 1741, an die Stadt nach und nach als jährlichen Überschuß bis auf bessere Zeiten überlassen hatten. Es verordnete nämlich ein, von einer Kaiserlichen Commission entworfener und vom Kaiser bestätigter, Ökonomieplan vom Jahr 1741: „weilen die Drangsale der Stadt so groß und ihre Caducität so nahe, so ist es billig, daß alle 7 geistliche Pflegschaften (Zehent- und Pfründenpflege waren nicht darunter gezählt) zu Salvirung des Publici concurriter, was also einer jeden Pflegschaft über Abzug einer jeden zu bestimmenden jährlichen Ausgaben nicht minder über ihre Steuern und bestimmendes Subsidium vermög der Jahres-Rechnungen von baarem Geld noch verbleibt, das solle zur Steuer-Caß geliefert, jedoch bey derselben als eine baare Anlehnung, innhalb Falzes nachgeführt, und nach erlangten beßern Zeiten von dem Steueramt wiederum, gleichwolen aber ohne Zinnß, restituirt werden.“«
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Freitag, 24. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (12)

»Das Geheime Collegium bildete eine Art von Ausschuß des Magistrats, und bestand aus den 3 Burgermeistern, den beyden Schultheissen und dem Syndicus.
Das Consistorium, aus den 3 Burgermeistern und dem Syndicus und den beyden
Ober-Geistlichen nebst den 2 ersten Senatoren zusammengesetzt, besorgte die kirchlichen und mit Zuziehung der beyden Schultheissen als Scholarchat die Schulangelegenheiten.
Zwey Stadtschultheissen, der Stadtrechner, und zwey Cassier nebst dem Spitalverwalter waren die Hauptbeamten.
Das ganze Staatspersonal wurde alljährlich neu gewählt, und am Ende der Wahlen huldigte die Bürgerschaft in dem Schwörhofe jedesmal wieder. Das Wahlgeschäft war sehr zusammengesetzt.
Die Staatseinkünfte flossen aus den Domänen, Grundabgaben und Steuern. Die eingeführte Steuer war die Vermögenssteuer; von 100 fl. steuerbarem Vermögen wurden 30 kr. bezahlt. Ausgenommen von der Besteurung war nur Weniges; die Aufnahme des Vermögens geschah nach sehr strengen Grundsätzen, die Schätzung hingegen war mild.«
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Donnerstag, 23. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (11)

»Die Verfassung der Reichsstadt war von frühen Zeiten her demokratisch, und schon die oben angeführte Ordnung der Stadt zu Reutlingen von 1374, welche alle Hauptzüge derselben enthält, beruft sich auf althergebrachte Gewohnheit. Die Bürgerschaft theilte sich in 12 Zünfte (Tribus), jede dieser Zünfte hatte ihren Zunftmeister und ein mit diesem aus 13 Personen bestehendes Zunftgericht. Die 12 Zunftgerichte zusammen bildeten den Großen Rath, gesetzgebenden Körper, der aus 56 Gliedern bestand, aber nur bey wichtigen Staatsangelegenheiten und bey den jährlichen Wahlen zusammenkam. Die eigentlichen Regierungs- und Verwaltungsbehörden waren: der Magistrat mit dem ersten oder regierenden Burgermeister an der Spitze. Er bestand aus 16 Senatoren und den 12
Zunftmeistern nebst einem Syndicus. Die 3 erstgewählten Senatoren hießen Burgermeister, die 2 ersten Zunftmeister waren Schultheissen.«
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Mittwoch, 22. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (10)

»Diese harten Schicksale waren Ursache, daß sich Reutlingen zwar durch den
unermüdlichen Fleiß und die Betriebsamkeit seiner Einwohner zu einem ziemlichen
Wohlstand erhob, und die Stadt selber auch sich ein kleines Gebiet erwarb, wozu außer den oben genannten Orten früher auch Gomaringen und Hinterweiler gehörten, daß es aber doch in Vielem, namentlich auch in Gebäuden und öffentlichen Anstalten zurückblieb. In alten Zeiten hatte Reutlingen sehr reiche Bürger; die Becht, die Teufel waren Familien, welche ganze Herrschaften besaßen. Von Reutlingen stammen auch die Werrenwag und Imhof ab.«
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Dienstag, 21. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (9)

»Im Jahr 1502 (nach Beger, und schwerlich 1506) entstand ein Brand bey dem Markte, der 144 Häuser in Asche legte, und 1577 wüthete die Pest in der Stadt so, daß sie innerhalb 4 Monate, vom September bis Januar, 906 Menschen wegraffte. In der Zwischenzeit, im Jahr 1519, lief die Stadt sogar Gefahr, ihre Selbstständigkeit zu verlieren. Reutlinger Bürger hatten im Jahr 1519 den Würtembergischen Burgvogt von der Achalm in einem Wirthshause der Stadt erschlagen, und da der Magistrat die Auslieferung der Thäter verweigerte, so zog Herzog Ulrich vor die Stadt, nahm sie nach einer kurzen Belagerung ein, und erklärte sie zu einer Würtembergischen Landstadt. Doch dieser Zustand dauerte nicht lange, und hatte für Ulrich die aus der Geschichte von Würtemberg bekannten schlimmen Folgen. Eine harte, beängstigende [102] Zeit für die Stadt war der dreyßigjährige Krieg, vornehmlich das Jahr 1631, wo Graf Egon von Fürstenberg gegen sie anrückte, und die Stadt am Peter- und Paulstag durch einen Trompeter und Schröck-Capitän auffordern ließ. Es kam jedoch eine so günstige Capitulation zu Stande, daß dieser Tag lange als ein Tag des Heils und miraculöser Redemption feyerlichst begangen wurde. Die tiefste Wunde wurde der Stadt vollends durch den großen Brand im Jahr 1726 geschlagen, wodurch 900 Häuser und darunter fast alle öffentliche Gebäude ein Raub der Flammen wurden, so daß beynahe die ganze Stadt in einen Aschenhaufen verwandelt war.«
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Montag, 20. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (8)

»Im Jahr 1529 trat die Stadt auf dem Reichstag zu Speyer unter den protestirenden Ständen auf, und zu Augsburg genoß sie nebst Nürnberg die Ehre, die Augsburgische Confession zu unterzeichnen.
Reutlingen hatte manche schwere Schicksale. Im Jahr 1247 wurde es von dem Gegenkönig Heinrich dem Thüringer, der sich an der Stadt für ihre Anhänglichkeit an Kaiser Friedrich II. rächen wollte, mit einer harten Belagerung heimgesucht. Heinrich mußte jedoch unverrichteter Dinge wieder abziehen. Im Jahr 1377 sah sich die Stadt Reutlingen von Graf Ulrich von Würtemberg, dem Sohn Eberhards des Greiners bedrängt; Ulrich wurde aber vor ihren Mauern geschlagen, und entkam mit genauer Noth der Gefangenschaft.«
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Sonntag, 19. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (7)

»Als Reichsstadt nahm Reutlingen an allen wichtigern Begebenheiten, besonders auch an den verheerenden Städtekriegen Theil. Eine Hauptrolle aber spielte es in der
Reformationsgeschichte. Es war die erste Stadt in Schwaben, welche sich zu der
lutherischen Lehre bekannte, und schon im Jahr 1513, noch ehe Luther öffentlich auftrat, wurde hier der Anfang zu einer Kirchenverbesserung gemacht. Die erste Veranlassung gab die Unzufriedenheit mit den schlechten Geistlichen, welche die Stadt von ihrem Patronatsherrn, dem Abt zu Königsbronn erhielt, besonders mit ihrem sittenlosen Stadtpfarrer Peter Schenk. Da keine Beschwerden fruchteten: so berief die Stadt im Jahr 1519 einen jungen Theologen, den nachmals so berühmten Dr. Matthäus Alber (zu seiner Zeit Aulber ausgesprochen), eines Goldschmids Sohn von Reutlingen, von der Universität Tübingen zurück, und stellte ihn als Prediger bey der Pfarrkirche an. Alber hatte in Tübingen Luthers Lehren kennen gelernt, er predigte öffentlich und in häuslichen Lehrstunden im Geiste derselben. Die Gemüther waren vorbereitet und die neue Lehre fand überall Eingang. Zwar widersetzte sich der Abt von Königsbronn aus allen Kräften und bewirkte sogar, daß Alber und die Stadt in den Bann gethan wurden und letztere überdieß noch in die Reichsacht erklärt wurde: allein aller Widerstand war vergeblich. Nach Eßlingen vor das [101] Reichsgericht geladen, zog Alber i. J. 1524 unter dem Geleite einer Schaar bewaffneter Reutlinger dahin, vertheidigte sich dort siegreich über 68 ihm vorgelegte Punkte, und läugnete nur die eine Beschuldigung, daß er die heil. Mutter Gottes verlästert und sie eine Lohnwäscherin genannt habe. Das Reformationswerk ging von nun an mit schnellen Schritten vorwärts. Im Jahr 1526 schickten die Reutlinger Abgeordnete an Luther und diese brachten von ihm ein Schreiben an Alber und „an alle liebe Christen in Reutlingen“ zurück.«
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Samstag, 18. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (6)

»Auf diese Weise gelangte Reutlingen allmählig zu der völligen Unabhängigkeit und
Selbstständigkeit einer Reichsstadt. Als solche genoß es auch, zwar nicht so häufig,
[100] wie andere schwäbische Städte; doch nicht ganz selten die Ehre Kaiserlicher
Besuche. Im Jahr 1360 kam Kaiser Karl IV. dahin, und verweilte 14 Tage, um die
Angelegenheiten Schwabens in Ordnung zu bringen. Auch Kaiser Friedrich III. ließ sich
nicht abhalten, die Stadt zu besuchen, ungeachtet sie sich die Ehre verbeten hatte, und
sein Sohn Maximilian I. verweilte mehr als Einmal daselbst.«
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Freitag, 17. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (5)

»Vom Kaiser Maximilian I. erhielt Reutlingen im Jahr 1495 das Recht, bey geschlossenen Thüren, und nicht wie bisher auf freiem Platz oder Markt, über Blut zu urteilen, und von demselben in ebendenselbem Jahre ein Privilegium wegen der Todtschläger, wodurch der Gebrauch bestätigt wurde: daß hinführo all und jegliche Person, so auch bis des Zorns oder aus Notwehr außerhalb Reutlingen, Todtschläge thun, in der Stadt Freyung haben sollen; und noch heute leben Asylanten in Reutlingen.
Allmählig machte sich die Stadt auch von dem ihr so lästigen Achalmischen Verbande los; der vielen daraus entstandenen Verdrießlichkeiten, verlieh ihr Graf Eberhard das Stadtschultheissenamt nebst den obigen Rechten gegen ein jährliches Pachtgeld von 550 fl. im Jahr 1479 auf 3 Jahre und im Jahr 1483 wieder auf 11 Jahre; und dieser Pacht wurde immer wieder erneuert, bis endlich im Jahre 1500 Württemberg gegen Kaiser Maximilian sich zu einem Verkauf verstand, worauf dann der Kaiser den Besitz gegen den doppelten Pachtschilling von 12,000 fl. an die Stadt verkaufte.«
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Donnerstag, 16. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (4)

»Im Jahr 1343 erhielt Reutlingen von K. Ludwig IV., der gern alle Städte zu Reichsstädten gemacht hätte, ein Privilegium, wie man jährlich Gericht und Rath vereinen soll, und 1374 geht eine von Kaiser Karl IV. bestätigte Ordnung, dem Burgermeister und dem Rath uffgericht, aus, weölche, nach dem Vorbild der Rotweiler Ordnung, die Wahlen, wie sie bis in die neusten Zeiten blieben, bestimm.*) In demselben Jahre erhält die Stadt das Privilegium, daß Keiner an kein Landgericht geladen werden, sondern vor dem Schultheißen Recht geben und nehmen soll.«
*) Die Urkunde ist mit dem Stadtsiegel - einem einfachen Adler mit der Inschrift: S. Universitatis De Riutelingen versehen

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Mittwoch, 15. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (3)

»Erwiesen ist auf jeden Fall, dass die Grafen von Achalm nicht nur Güter, sondern auch das Schultheissenamt, Frevel, (Vogtes) Zoll, Umgeld und Mühlen, somit alle Rechte, die sie zu Herrn von Reutlingen hatten machen können, besaßen. Diese Rechte und Güter, welche nach dem Erlöschen des Achalmischen Hauses an das Reich fielen und von dem letzten Sprossen der Hohenstaufen, dem unglücklichen Conradin mit der Burg und Herrschaft Achalm an Württemberg versetzt wurden, *) konnten jedoch nicht hindern, daß sich nicht die Stadt allmählich zur freuen Reichsstadt erhob, und es war ihr hierbey besonders günstig, daß Württemberg nur in pfandschaftlichem Besitze derselben war.«
*) In dem Gedränge, worin sich Conradin befand, - fügte er - consideratis fidelibus et devotis servitiis, que dilectus fidelis noster Vir Nobis Ulricus Comes der Wirtenberch nobis exibuit et exhibere poterit in futuro - kraft einer in dem K. Archiv noch aufbewahrten Original-Urkunde, zu der Summe von 500 Mark, wofür Ulrich die Pfandschaft besaß, im Jahr 1262 noch weitere 400 Mark dazu, so daß die Wiederlosung nur gegen 900 Mark hätte geschehen können.
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Dienstag, 14. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (2)

»Ihren Namen hat die Stadt vermutlich, wie viele andere ähnlich benannte Orte, entweder von Reute - ein ausgereuteter und urbar gemachter Platz - oder wie Riedlingen an der Donau , mit dem es auch in alten Urkunden häufig gleich geschrieben ist - Rudelingen, Rutelingen, - Rütlingen - von einem Ried, Rieth (sumpfiger Grund), wovon noch die Riedwiesen bey der Stadt übrig sind, erhalten. In den frühesten Zeiten scheint Reutlingen unter mehrere Grundherren vertheilt gewesen zu sein; die bedeutendsten davon und die eigentlichen Herren von Reutlingen waren die Grafen von Achalm, welche ihren Sitz auf der Burg Achalm bei der Stadt hatten, vor der Erbauung dieser Burg aber selbst in der Stadt gewohnt haben sollen. Sulger, an dem angeführten Orte, nennt namentlich die Grafen Egino und Rudolph die Erbauer von Achalm, welche hier ums Jahr 1030 gesessen haben, und sagt, daß ein Drittheil des Ortes den Grafen gehört habe. Diese Grafen waren ohne Zweifel von Einer Familie mit den "Edelleuten an der Echaz", von welchem Grusis Nachricht gibt, daß sie vor Anfang der Stadt zwei Häuser erbaut haben, welche noch zu seiner Zeit bey der Marienkirche gezeigt wurden. Diese Häuser sind zwar nicht mehr vorhanden: aber noch steht in der Gegend der Zwifalter Hof, und bekanntlich waren die Grafen von Achalm die Stifter von Zwifalten. Auch erhält die Crusiusche Nachricht noch weiter durch die Sage Wahrscheinlichkeit, daß von diesem Hofe aus ein unterirdischer Gang nach der Achalm hingeführt habe, und daß durch diesen Gang die Reutlinger noch im Jahr 1519, als die Stadt von Herzog Ulrich berennt wurde, einen Weg gefunden, Boten nach Ulm abzuschicken.«
Bildertanz-Quelle: Beschreibung des Oberamts Reuutlingen, Professor Memminger, 1824, Seite 97f
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Montag, 13. Juli 2009

Reutlingen 1824: Beschreibungen des Oberamts Reutlingen (1)

»Die Geschichte der Stadt
Reutlingen war früher eine der bedeutendern Reichsstädte in Schwaben. Die erste und älteste Nachricht, welche man von Reutlingen hat, ist diejenige, welche Sulger in seinen Zwifalter Annalen P.l.p.2 - freilich nicht die zuverlässigste Quelle - mittheilt, wonach Reutlingen i.J. 1030 zwar noch ein Dorf, aber ein Dorf, das 600 Häuser zählte, war. Dieses Dorf wurde, nach Hermannus Minorita, zu gleicher Zeit mit Eßlingen, im Jahr 1200, von Kaiser Otto IV. mit Stadtrecht und im Jahr 1216 von Kaiser Friedrich II. mit Mauern versehen. Im Jahr 1247 hielt die Stadt schon eine schwere Belagerung aus, wovon später noch die Rede sein wird.
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Bildertanz-Quelle: Beschreibung des Oberamts Reuutlingen, Professor Memminger, 1824, Seite 97
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Freitag, 6. März 2009

Marktplatz mit Fruchtkasten um 1875


Links der zum Rathaus umgebaute Fruchtkasten - ein Blick auf Reutlingens Marktplatz um 1875, der so gar nicht an das Ambiente von heute erinnert. Das Rathaus wurde 1945 zerbombt.

Dienstag, 27. Januar 2009

Die Feuerwehrspritze von 1760 am Ledergraben


Von Erwin Digel aus Betzingen stammt dieses Dia, auf dem er in Reutlingen am Ledergraben vor dem Feuerwehrmagazin diese historische Spritze ablichtete, die 1960 exakt 200 Jahre alt wurde.

Foto: Erwin Digel